Augsburg | 22.02.2012

Das aus für Augsburg? Nokia Siemens Networks schließt Standort Bild: Bildmontage © Markus Bormann - Fotolia.com/NSN/B4B SCHWABEN
Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, kritisiert die geplante Restrukturierung von Nokia Siemens Networks als unternehmerischen Offenbarungseid der beiden mit der Telekommunikation groß gewordenen Konzernmütter Siemens und Nokia. Er fordert die Politik auf, dem dadurch zusätzlich beschleunigten Exodus der IT- und Telekommunikations-Branche nicht weiter tatenlos zuzusehen.
Der geplante radikale Personalabbau, unter anderem mit der Schließung der Standorte München, Augsburg und Nürnberg, markiert aus Sicht der IG Metall Bayern den weiteren Niedergang der ITK-Industrie in Deutschland und speziell in Bayern, so Wechsler: „Es ist gerade zwei Monate her, dass die Bundeskanzlerin beim 6. IT-Gipfel in München Deutschland zum 'Land der intelligenten Netze' ausgerufen hat. Pikanterweise hatte Nokia Siemens Networks als Hersteller intelligenter Netze die Kahlschlagpläne offenbar längst fertig, als Frau Merkel in ihrer Sonntagsrede den IT-Standort Deutschland feierte."
Zeil und Rösler sollen sich für die deutsche ITK-Branche einsetzen
Nach Überzeugung der IG Metall Bayern ist jetzt die Politik gefordert. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil sollte sich dafür einsetzen, dass sein Amtskollege auf Bundesebene Philipp Rösler dem Abzug der ITK-Branche aus Deutschland nicht weiter tatenlos zusieht, sondern sich seiner industriepolitischen Verantwortung stellt und aktiv gegensteuert. Wechsler warnt: „Wenn IT-Entwicklung und -Fertigung nur noch in Asien oder Kalifornien stattfinden, gefährdet das unsere Zukunft. Ohne IT sind auch die deutschen Vorzeigebranchen Automobil und Maschinenbau in Gefahr."
Siemens muss Verantwortung zeigen
Gleichzeitig verlangt die IG Metall Bayern, dass der Siemens-Konzern, zu dessen heutiger Position die Telekommunikation entscheidend beigetragen hat, der Verantwortung für seinen früheren Bereich gerecht wird. Wechsler erklärte dazu: „Siemens hat den Niedergang des IT-Standortes Deutschland entscheidend mit zu verantworten. Der Konzern darf sich jetzt nicht in die Büsche schlagen und seine früheren Mitarbeiter auf der Straße stehen lassen."
Die IG Metall Bayern im Internet: www.igmetall-bayern.de

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