Augsburg | 19.10.2009
587 Jungmeisterinnen und Jungmeister aus 15 Handwerken erhielten aus der Hand von Handwerks-kammerpräsident Jürgen Schmid in der Augsburger Kongresshalle ihren Meisterbrief. Zudem wurden die 14 Jahresbestmeister und verdiente Persönlichkeiten aus dem Handwerk geehrt.
Fachkräftesuche als Herausforderung
Besonders vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und eines sich abzeichnenden Fachkräftemangels appellierte der Präsident der Handwerkskammer
für Schwaben (HWK) in seiner Rede bei der Meisterfeier der HWK Schwaben an die frischgebackenen Meisterinnen und Meister, sich nicht vor ihrer Verantwortung zu verschließen und den Auftrag zur Ausbildung besonders ernst zu nehmen.
Handwerk ist wirtschaftliches Fundament
„Wir brauchen die Besten und müssen deshalb die Besten ausbilden,“ sagte Jürgen Schmid. „Das Handwerk und der Mittelstand sind das volkswirtschaftliche Fundament
unseres Staates. “, stellte der Präsident mit Blick auf die vergangenen Bundestagswahlen fest. Er appellierte an die Politik, die Wahlversprechen schnell einzulösen und auf Forderungen des Handwerks einzugehen. Schmid machte zudem klar, dass keinesfalls eine Erhöhung der Mehrwertssteuer erfolgen darf und dass die Erbschaftssteuer entschärft werden müsse. Kritik übte der Kammerpräsident auch an Basel II, insbesondere dem damit verbundenen Rating, das kleinen und mittleren Unternehmen oft die nötige Kreditversorgung blockiert.
Gleich zwei Meistertitel mit Jahresbestnote
Rund 1300 Gäste waren gekommen um die Übereichung der Meisterbriefe zu erleben. Die 14 Jahresbesten erhielten eine besondere Auszeichnung, zudem fanden Ehrungen
verdienter Handwerker statt. Besonders lobte Schmid die „Doppelmeisterin“ Stefanie Treffler, die ausgerechnet in den Männerdomänen Landmaschinenmechaniker und
Metallbauer für Nutzfahrzeuge jeweils mit Bestnote abschnitt.
Studieren für Meister
Schmid erklärte gegenüber den Jungmeistern: „Ihr Meisterbrief, dieses Zertifikat, eröffnet Ihnen nun eine breite Palette an beruflichen Perspektiven.“ Dies reiche von der Führungsposition in einem Betrieb über die selbständige Unternehmertätigkeit, bis hin zum Studium an der Universität. Gerade die neue Option, nach erfolgreicher Meisterprüfung ohne Fachabitur und ohne Abitur studieren zu dürfen gewähre somit noch zusätzlich eine Vielzahl von Möglichkeiten.
587 Jungmeisterinnen und Jungmeister in Schwaben
Für die Absolventen, die sehr zahlreich mit ihren Angehörigen gekommen waren, fand Schmid ermunternde Worte: „Jede Zeit trägt Chancen und Möglichkeiten in sich. Es ist wichtig, dass Sie sich selbst einen Weg vorgeben.“ In 15 Handwerken hatten 587 Absolventen die Meisterprüfung erfolgreich abgelegt. Darunter sind 65 frischgebackene Meisterinnen.
Ehrungen für besonderes Engagement
Traditionell wurden bei der Meisterfeier auch Persönlichkeiten geehrt, die sich um das Handwerk besondere Verdienste erworben haben. Für seine langjährige, ehrenamtliche Tätigkeit im Schwäbischen Handwerk erhielt Willi Reiter die Ehrenurkunde des Schwäbischen Handwerks.
Die Listen der Jungmeister/innen, der Jahrgangsbesten und der Ehrungen sind im Internet unter www.hwkschwaben.de abrufbar.
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