BVMW-Infoabend

Kurzarbeit gegen die Krise?

Augsburg | 29.06.2009

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Die aktuelle Wirtschaftskrise stellt vor allem kleine und mittelständische Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Gefragt sind flexible und unternehmensspezifische Maßnahmen.

Vor diesem Hintergrund sind über 70 Unternehmer der Einladung von BVMW-Kreisgeschäftsführer Günter Schwab vergangenen Donnaerstag in die Agentur für Arbeit in Augsburg gefolgt, um sich über Kurzarbeit und Weiterbildung als mögliche Wege durch die unsicheren Zeiten zu informieren.

Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg, nahm den Abend zum Anlass, um die Unternehmen zur Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur einzuladen: „Wir wollen Dienstleister und Partner des Mittelstandes sein. Mit Kurzarbeit und zusätzlichen Qualifizierungsmaßnahmen haben Unternehmen einen Schirm, der Dramatischeres verhindern kann. Denn eines ist sicher: Nach jedem Abschwung kommt ein Aufschwung und dafür ist es wichtig, die Belegschaft und damit das Know-how zu behalten.“

Tatsächlich gab es Ende Mai 2009 zwar mit 19.200 Arbeitslosen im Raum Augsburg (5,7 Prozent) rund 3.600 mehr Menschen ohne Beschäftigung als ein Jahr zuvor, doch 2008 ist als außergewöhnlich gutes Jahr kein sinnvoller Maßstab. Zudem tragen die derzeit über 18.000 Meldungen zur Kurzarbeit einen Teil dazu bei, weitere Negativauswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu verhindern. „Wir sind froh, dass die Unternehmen die Maßnahmen annehmen, denn Arbeitslosigkeit geht uns alle an“, so Demel.

Über die genauen, vom Gesetzgeber Anfang 2009 angesichts der Krise angepassten Rahmenbedingungen der Kurzarbeit informierte Roland Fürst, Geschäftsführer operativer Bereich der Arbeitsagentur Augsburg. So bezahlt das Unternehmen nur die Arbeit, die tatsächlich geleistet wird. Die Beschäftigten erhalten zusätzlich von der Arbeitsagentur bis zu 24 Monaten ein Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 oder 67 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Auch bezuschusst die Arbeitsagentur die anfallenden Sozialversicherungsbeiträge. Bevor jedoch Kurzarbeit angemeldet werden kann, müssen Unternehmen zunächst meist das Arbeitszeitguthaben ihrer Arbeitnehmer abbauen. Fürst appellierte vor allem, die Mitarbeiter während der Kurzarbeit beruflich weiterzubilden: „Qualifizierungen schützen nicht nur die Arbeitnehmer besser vor Arbeitslosigkeit, sondern sie schaffen auch Wettbewerbsvorteile für die Unternehmen.“ Zudem übernehme die Arbeitsagentur bis zu 100 Prozent der Kurskosten.

Über mögliche Qualifizierungsmaßnahmen und Beispiele aus der Praxis referierten Maria Klingelstein, Geschäftsführerin des Berufsbildungszentrums Augsburg, und Armin Herwanger, Leiter der Niederlassung der DEKRA Akademie in Augsburg. Klingelstein, deren Bildungsträger Kurse unter anderem im sprachlichen, kaufmännischen oder gewerblich-technischen Bereich anbietet, betonte die Individualität der Weiterbildungsmaßnahmen: „Mit unserem modularen System können wir je nach betrieblicher Anforderung für jeden einzelnen Mitarbeiter ein individuell sinnvolles Qualifizierungsprogramm entwickeln.“ Auch die DEKRA Akademie bietet modulare Weiterbildungen wie MS-Office-Kurse, den Gabelstaplerführerschein oder Seminare zur SAP-Finanzbuchhaltung. Dabei sei die Qualifizierung ein flexibles Instrument, so Herwanger: „Wenn ein Mitarbeiter im Unternehmen wieder gebraucht wird, ist er trotz laufenden Kurses sofort einsetzbar.“

Günter Schwab zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung: „Vor allem in schwierigen Zeiten, ist es wichtig, sich gegenseitig zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und alle Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft kennen zu lernen.“

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