Augsburg | 25.10.2010
Die Ungewissheit bleibt. Der geplante Verkauf der insolventen Augsburger Firma kam doch nicht zustande.
Vor knapp zwei Monaten konnten die Mitarbeiter von Böwe Systec wieder aufatmen. Mit dem Verkauf von Böwe Systec an die Schweizer Investorengruppe Axentum Capital schien eine Lösung in greifbarer Nähe. Seit einem halben Jahr ist der Augsburger Spezialist für Maschinen zur Sortierung und Kuvertierung von Briefen Insolvenz gemeldet.
Verkauf war Hoffnung der Mitarbeiter
Die Mitarbeiter waren froh, denn mit dem Verkauf schien ein Großteil der Arbeitsplätze gesichert. Doch nun ist der Traum vorbei. Der angekündigte Investor kaufe nun doch nicht schrieb die Augsburger Allgemeine. Nun steht Böwe Systec vor dem gleichen Problem wie im Mai und muss sich auf die Suche nach einem neuen Käufer machen.
Die Seifenblase ist geplatzt
Axentum Capital hatte erst Anfang September den Kaufvertrag unterschrieben. Doch nun ist alles vorbei. Bereits seit Wochen wird spekuliert, dass der Investorengruppe das Geld fehlt. Nachdem anscheinend einige Zahlungsfristen des Käufers von Böwe nicht eingehalten wurden, platze der Verkauf diese Woche.
Neuer Investor in Aussicht
Insolvenzverwalter Werner Schneider ist schockiert. Dass trotz eines bestehenden Vertrages Zahlungen nicht geleistet werden verwundert Schneider. Für den Insolvenzverwalter beginnt nun die Arbeit von vorn. Es gilt einen Neuen Investor zu finden, der Böwe Systec aus der Insolvenz hilf. Die Stadt Augsburg, sowie die Gewerkschaft IG Metall sind sehr engagiert zusammen mit dem Insolvenzverwalter einen neuen Käufer für Böwe zu finden. Vorteil für Schneider ist, dass es Interessenten gibt, mit denen auch schon erste Gespräche stattgefunden haben sollen. Auch ein Abschluss soll gar nicht mehr so weit entfernt liegen.
Alte Vereinbarungen sollten bleiben
Die IG Metall hofft darauf, dass die mit Axentum vereinbarten Konditionen auch bei einem neuen Käufer bestehen bleiben. Geplant war, dass der Standort Augsburg nur 120 Stellen abgebaut werden müssen. Für den Erhalt von 480 Arbeitsplätzen stimmte die Belegschaft zu, auf Tariferhöhungen und Sonderzahlungen in den nächsten 2 Jahren zu verzichten. Doch was genau passieren wird bleibt ungewiss, solang kein neuer Käufer von Böwe gefunden ist.
Was passiert mit der Tochter
Axentum hat den Kaufvertrag nur über Böwe Systec unterzeichnet. Nicht enthalten war die Tochter Böwe Bell + Howell aus Nordamerika. Was nun genau mit der nordamerikanischen Tochter passiert steht in den Sternen. Bereits zu Beginn der Verkaufsverhandlungen hatten sich andere Investoren gerade für die Tochter und das damit verbundene Geschäft in den USA interessiert.
Auslöser für die Krise
Vor 5 Jahren wurde die amerikanische Firma von Böwe Systec komplett übernommen. Damals war die Unruhe bereits groß, ob sich der damalige Konzernchef Claus Gerckens nicht übernommen hat. Schließlich hat der Kauf von Bell + Howell die finanziellen Probleme der Böwe Systec in Augsburg ausgelöst.
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