
Karstadt: Einigung zwischen Investor Berggruen und Valovis Bank
Der Streit zwischen Karstadt-Retter Nicolas Berggruen und der Valovis Bank scheint beigelegt. Demnach ist eine Besiegelung des Kaufvertrages durch das Insolvenzgericht in Sicht.
Der Streit scheint beigelegt: In der langen Diskussion um die insolvente Warenhauskette Karstadt sind sich Investor Nicolas Berggruen und die Valovis Bank anscheinend endlich einig geworden. Sollte der Streit endültig beigelegt sein, kann mit einer Besiegelung des Kaufvertrages durch das Insolvenzgericht am 10. August gerechnet weren.
Zugeständnisse von beiden Seiten
Mit dieser Einigung soll der letzte Streitpunkt beseitigt worden sein. Dabei geht es darum: Nicolas Berggruen fordert von der Valovis Bank, ihren Kredit an die Vermieter der Karstadt-Warenhäuser aufrechtzuerhalten. Der Kredit der kleinen Valovis Bank umfasst eine Summe von 850 Millionen Euro. Der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen hat im Gegenzug ebenfalls Zugeständnisse gemacht: Er ist Forderungen der Valovis Bank bezüglich der Mietzugeständnisse der Vermieter nachgekommen. Diese werden nun nicht im Grundbuch festgeschrieben.
Berggruens Plan: niedrige Mieten, falls Highstreet zusammenbricht
Für den Fall eines Zusammenbruchs des Vermieterkonsortiums Highstreet wären Nicolas Berggruen die niedrigeren Mieten sicher gewesen. Ein solcher Eintrag hätte für die kleine Valovis Bank im Besitz des Karstadt-Pensionsfonds jedoch Nachteile gebracht: Er hätte den Wert der Kreditsicherheiten zu stark gesenkt. Dies hätte die Existenz der Valovis Bank bedroht. Wie Investor Nicolas Berggruen sich nun absichern will blieb bisher offen.
Formelle Beschlüsse stehen noch aus
Anfang Juni hatten Nicolas Berggruen und Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatten den Kaufvertrag für Karstadt abgeschlossen. Er war unter der Bedingung vereinbart worden, dass Nicolas Berggruen und Highstreet sich noch auf die Mietkonditionen einigen würden. Hierfür stehen nun noch die formellen Beschlüsse der Gläubiger von Highstreet sowie deren Eigner um die US-Bank Goldman Sachs aus.
Dazu tagt morgen die Gläubigergruppe, die Highstreets verbriefte Kredittranche gezeichnet hat. Goldman Sachs Deutschland-Chef Alexander Dibelius geht von einer Zustimmung dieser Gläubiger aus. Auch mit einer formellen Einigung mit Valovis in den nächsten Tagen wird anscheinend gerechnet. Valovis bestätigte die Existenz eines Eckpunktepapiers.
Zuletzt müssen auch noch Highstreets Eigner zustimmen. Und das, obwohl ihre Anteile längst keinen wirtschaftlichen Wert mehr haben. Die Genehmigung galt bislang als reine Formalie.
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