Innovation statt Rezession

Interview mit Ideentrainerin Claudia Bayerl

Augsburg | 19.06.2009

Claudia Bayerl, Textakademie Augsburg
Claudia Bayerl, Textakademie Augsburg

Ideentrainerin und Buchautorin Claudia Bayerl erklärt, wieso verkaufsstarke Ideen gerade jetzt so wichtig sind. Das Stichwort: Innovation statt Rezession! Seit vielen Jahren begleitet sie Unternehmen auf dem Weg zu mehr Innovation und ist gefragte Gesprächspartnerin, wenn es um Ideen auf Abruf geht. Sie ist Vorstand des Instituts für Kreativitätstechniken und Geschäftsführerin der Textakademie Augsburg.

Frau Bayerl, warum sind Ihrer Meinung nach verkaufsstarke Ideen gerade jetzt so wichtig?

Der Markt und das Käuferverhalten haben sich geändert und verkaufsstarke Ideen sind jetzt das Kapital eines jeden Unternehmens! Wer jetzt die Chancen nutzt und in den Markt mit Innovation und verkaufsstarken Konzepten eindringt, kann Umsätze sichern und sich einen Konkurrenzvorsprung erarbeiten. Und auch Kunden freut es, in den Auslagen Produkte mit Pfiff zu entdecken. Ganz nebenbei sind Neuentwicklungen
oder Verbesserungen ein dankbarer Aufhänger für jede Pressemeldung. Noch etwas: Werden interne Abläufe und Prozesse optimiert, kann das auch richtig Geld sparen. In schwierigen Zeiten ist das doch oft der erste Ansatzpunkt: "Wo fließt zu viel Geld aus dem Unternehmen ab? Und wo kann effektiver gearbeitet werden?" Nicht nur frische Impulse, sondern auch die Optimierung von Bestehendem ist heute gefragter denn je.

Muss denn deshalb gleich alles hinterfragt werden?

Nicht unbedingt alles. Aber es gilt, Dinge sinnvoll zu optimieren und Prozesse besser zu machen. Früher meinte Henry Ford: "Wer immer nur das Gleiche tut, wird immer nur das Gleiche bekommen." Mittlerweile können wir uns auf Altbewährtem nicht mehr ausruhen. Und nur wer Fortschritt praktiziert, kann langfristig am Markt existieren.

Gibt es denn Hilfsmittel, die hier ansetzen?

Die gibt es. Bildlich gesprochen sind es die Werkzeuge fürs Gehirn, die beim Denken helfen. Sie regen an und führen gezielt auf die richtige Fährte. Und: Kreativität ist keine Gabe einer guten Fee, sondern kann von jedem erlernt werden wie Fahrradfahren: Jeder kann kreativ sein. Damit nun das kreative Potenzial abrufbar bleibt, muss ein wenig trainiert werden. So schaffen wir den notwendigen Freiraum im Kopf und lernen wieder, "frei zu denken". Kreativitätstechniken schaffen nun genau das. Einerseits bilden sie einen Schutzraum für Ideen, andererseits klare Schritte für die Ideenfindung. Wer diese Techniken beherrscht, kann auf Abruf und selbst unter Zeitdruck effektiver arbeiten.

Wie viele Unternehmen arbeiten bereits mit solchen Techniken?

Zu wenig! Nach meiner Einschätzung nutzen erst 15 % das Potenzial von Kreativitätstechniken und Methoden zur Ideenfindung regelmäßig. Aber es gibt auch Unternehmen die bereits seit vielen Jahren darauf vertrauen - erfolgreich. Sie sind sehr innovativ und am Markt präsent. An dieser Stelle möchte ich Ihnen noch ein aktuelles Beispiel geben, das ich erst gestern in der aktuellen Ausgabe der Absatzwirtschaft gelesen habe. Hier stand ein Zitat von Jean-Paul Agon, Vorstandschef des französischen Kosmetikkonzerns L'Oréal: "L'Oréal setzt seinen Weg fort. Die Krise wird uns nicht stoppen. Wir werden nicht alles über Bord werfen. Doch in der Krise müssen wir die Dinge überdenken und neu erfinden." Sehen Sie und genau das ist der gleiche Ansatz den Kreativitätstechniken verfolgen!

Wie kann man diese Techniken erlernen?

Natürlich kann man sich die eine oder andere Technik selbst beibringen. Das funktioniert aber in 95 % der Fälle nicht richtig, da Kreativitätstechniken Übung benötigen. Nur wer sich sicher in einer Technik bewegt, profitiert davon. Hier empfehle ich immer begleitetes Lernen. Rückfragen können so schnell beantwortet werden
und die Teilnehmer gewinnen zusätzliche Sicherheit. Und das Beste: Wenn im Team Lösungen erarbeitet werden, macht das allen Beteiligten sehr viel Spaß und sie gehen mit neuem Schwung an ihre Aufgaben heran. Im 100-Ideen-Seminar ist so etwas an der Tagesordnung: In nur zwei Tagen eignen sich die Teilnehmer gefragte Zusatzqualifikationen an, fördern den kreativen Dialog und machen Teams bei der Ideensuche noch stärker. Und davon kann ein Unternehmen einfach nicht genug haben.

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