
IHK will weniger Bürokratie für mittelständische Unternehmen
Präsident der DIHK hat 71 Vorschläge zur Entlastung der Familienunternehmen an die Bundesregierung weitgegeleitet. Unternehmer in Schwaben begrüßen diese Vorschläge.
Sei es der der neue elektronische Entgeltnachweis (ELENA), seien es Doppelangaben bei Umweltverträglichkeitsprüfungen oder unterschiedliche Meldepflichten im Lebensmittelhygienerecht. Die Auswüchse der Bürokratie gehen an einigen Stellen zu weit.
Bürokratie belastet die Wirtschaft in hohem Maß
Bereits die Messung der Bürokratielasten von Informationspflichten hat gezeigt: Rund 9.200 Dokumentations- und Nachweispflichten belasten die Wirtschaft mit 47,6 Milliarden Euro pro Jahr. Kleine und mittlere Familienunternehmen werden dadurch in ihrer Effizienz unnötig beschränkt. Die Regelungen sind zum Teil berechtigt, aber zu komplex, zu aufwendig in der Umsetzung und übertrieben.
71 Vorschläge zum Bürokratieabbau für die Bundesregierung
Deshalb hat Anfang August der Präsident des DIHK, Hans Heinrich Driftmann, der Bundesregierung 71 Vorschläge zum Bürokratieabbau überlassen. Nach ihm könnten Unternehmen mehr Zeit in Investitionen und Arbeitskräfte investieren, würden sie weniger durch unnötige Bürokratie eingeschränkt. Es sei ein Wachstumspaket, das die Bundesregierung nichts koste, aber der Wirtschaft enorm nütze. Die Vorschläge betreffen das Außenwirtschafts-, das Steuer-, Gewerbe, Umwelt-, Planungs- und Vergabe- sowie das Zivilrecht.
Bürokratie blockiert Familienunternehmen
Der Beirat Familienunternehmen der IHK Schwaben sieht den wirksamen Bürokratieabbau ebenfalls als dringlich an. "Der Gesetzgeber hat beim Erlass von Vorschriften oft nicht im Auge, dass bei kleinen und mittleren Unternehmen in erster Linie der Unternehmer selbst von den staatlichen Vorschriften betroffen ist. Auf seinem Schreibtisch landen die Anfragen und er muss selbst das Problem lösen. Das blockiert ungemein", meint Horst-Theodor Erbel. Erbel ist Mitinhaber der Pero AG, Königsbrunn und Mitglied im Beirat Familienunternehmen. Das Unternehmen beschäftigt rund 180 Mitarbeiter und ist ein typisches Familienunternehmen mittlerer Größe.
"Nach einem sehr schweren Jahr 2009 erfreuen wir uns derzeit einer starken Nachfrage. Wir haben wirklich keine Zeit irgendwelche Fragebögen auszufüllen. Insofern ist es nicht übertrieben, dass die Bundesregierung das Wachstum bei uns fördern könnte, wenn wir von unnützen Formalien befreit werden würden", erklärt der Unternehmer.
Oftmals unterscheidet die Politik nicht zwischen Mittelstand und Konzern
Bei vielen Gesetzen wird im Hinblick mit dem dadurch ausgelösten bürokratischen Aufwand zwischen den Strukturen eines Konzerns und denen des Mittelstandes nicht unterschieden. Der Beirat Familienunternehmen der IHK Schwaben möchte auf die für Familienunternehmer unnötigen Hürden aufmerksam machen.
Ihr Ansprechpartner in der IHK Schwaben für dieses Thema ist Oliver Heckeman, Geschäftsfeld Recht / FairPlay. Telefon 0821 3162-203, E-Mail:
oliver.heckemann(at)schwaben.ihk.de.
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