
Augsburg Haupbahnhof. Quelle: www.augsburgwiki.de
In der Diskussion um die Fernverkehranbindung Augsburgs begrüßt die IHK Verbesserungen für Augsburg. Für den Erfolg müssen aber noch Voraussetzungen erfüllt werden, vor allem Richtung Allgäu.
Die Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK) begrüßt die erheblich verbesserte ICE-Anbindung Augsburgs und Schwabens von Dezember an. Es handelt sich dabei um ein zunächst auf drei Jahre befristetes Angebot. Das ist begründet durch Bauarbeiten an der Strecke Ingolstadt–München. Eine längerfristige Verbesserung hänge von einer Steigerung der Nachfrage in Augsburg ab. Dies hob der bayerische Bahn-Konzern-Bevollmächtigte Klaus-Dieter Josel anlässlich der ersten Vorstellung des Konzepts am 28. April 2010 bei der IHK Schwaben hervor.
Für den Erfolg des Angebots sind eine Reihe von Faktoren entscheidend. Bei diesen sind zudem noch Verbesserungen erforderlich:
Verknüpfung von Augsburg ins Allgäu sicherstellen
Die Verknüpfung der ICEs in Augsburg mit Regionalexpress-Zügen vom und ins Allgäu muss sichergestellt werden. Hierbei tun sich nach vorliegenden Informationen noch erhebliche Schwierigkeiten auf. Diese gibt es insbesondere vom Allgäu aus Richtung Norden. "Es darf nicht sein, dass die neuen ICE-Halte in Augsburg am Ende als unwirtschaftlich bewertet werden, weil diese Züge für Reisende aus dem Allgäu kaum erreichbar sind. Und sie damit einen Teil des Kundenpotenzials links liegen lassen", erklärte Alfred Kolb, Vorsitzender des IHK-Verkehrsausschusses. Deshalb seien noch Korrekturen am Fahrplan erforderlich. Nur mit guten Anschluss-Verbindungen werde die Verbesserung für Augsburg zu einem Vorteil für ganz Schwaben. Das gelte insbesondere den Tourismus-Verkehr ins Allgäu.
Keine Lücken im Fahrplan zwischen Augsburg und Nürnberg
Ein weiterer Punkt ist der weitgehende Wegfall der "Allgäu-Franken-Express"-Züge an Wochentagen zwischen Augsburg und Nürnberg zugunsten von ICEs. Dieser darf weder zu neuen Lücken im Fahrplan führen. Noch zu einer insgesamten Verschlechterung auf der Relation Nürnberg–Oberstdorf bzw. –Lindau. Zu den Zeiten, zu denen kein ICE fährt, müssten schnelle Regionalverbindungen bestehen bleiben. Auch dürfe die Anbindung Donauwörths nicht verschlechtert werden; dort müssten zusätzliche ICEs anhalten. An der Grundidee des "Allgäu-Franken-Express" solle festgehalten werden. Das Angebot müsse wieder "hochgefahren" werden, wenn ICE-Züge auf die Strecke über Ingolstadt zurückverlegt werden.
Spätabendverbindung Nürnberg-Augsburg muss erhalten bleiben
Mit besonderem Nachdruck setzt sich die IHK für den Erhalt einer Spätabend-Verbindung von Nürnberg nach Augsburg ein. Bisher war das der "Allgäu-Franken-Express" ab Nürnberg um 22.33 Uhr. Ein solcher Zug müsse die wichtigen Anschlüsse für den Geschäfts- und Tagesreiseverkehr aus Richtung Hamburg/Hannover und Leipzig/Berlin herstellen.
Halt in München-Pasing ist wichtig
Die IHK legt außerdem Wert auf einen weiteren Faktor: Möglichst viele der ICEs, die über Augsburg fahren, sollten auch in München-Pasing halten. Dies sei wichtig, um das Potenzial der Bahn Richtung Garmisch-Partenkirchen zu erschließen.
Strecke über Augsburg: kurzmöglichste Fahrzeit
Desweiteren betont die IHK: Mit Abschluss des Ausbaus Augsburg–München Ende 2011 müssten die ICEs dort wieder die kurzmöglichste Fahrzeit bekommen. Damit auch Langstrecken-Reisende von und nach München den "Umweg" über Augsburg (statt Ingolstadt) akzeptieren und die Züge ausgelastet werden.
Eine spürbare Verbesserung muss entstehen
Die IHK betont: Bahn und Freistaat seien gefordert, das Konzept über Augsburg hinaus zu einer spürbaren Verbesserung werden zu lassen. Der Freistaat hat in diesem Fall die Rolle als Auftraggeber für den Regionalverkehr inne. Es sei wichtig, damit das Konzept länger Bestand habe als nur drei Jahre: "Das neue ICE-Angebot muss die Chance bekommen, tatsächlich zu einem Erfolg zu werden", so der IHK-Verkehrsausschussvorsitzende Kolb.
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