
Ausbildung im Handwerk bei Autolackierbetrieb Süssmann
Am Mittwoch war der "Bundesaktionstag Ausbildung" der HWK. Vertreter der HWK Schwaben besuchten den Autolackier-Fachbetrieb Süssmann, der für seine qualitativ hochwertige Ausbildung bekannt ist.
Mit zahlreichen Projekten, wie aktuell dem "Aktionstag Ausbildung", den die HWK am Mittwoch bundesweit ausrichtete, will die HWK handwerkliche Ausbildungsbetriebe honorieren und auf die Wichtigkeit von Ausbildungen hinzuweisen und für die Ausbildung in handwerklichen Berufen werben. Aus diesem Anlass besuchte der Präsident der HWK Schwaben Jürgen Schmid einen herausragenden schwäbischen Ausbildungsbetrieb: den Autolackierbetrieb Süssmann.
Autos lackieren ist anspruchsvolle Arbeit
Warum die Wahl gerade auf diesen Betrieb fiel, das erklärte Jürgen Schmid den Anwesenden: "Weil Süssmann sehr sehr qualitativ ausbildet." Der Betrieb habe schon etliche Landessieger in den Abschlussprüfungen hervorgebracht. Dabei habe die Arbeit des Autolackierers einen hohen Anspruch, denn: "Die Leute schätzen ihr heiligs Blechle."
"Philosophie der Einsicht"
Was aber zeichnet eine gute Ausbildung aus? Hört man Günter Süssmann, Leiter des Unternehmens, zu, bekommt man davon einen Eindruck: er wende bei seinen Auszubildenden Eugen Schneider, Eugen Schubert, Ramona Paula und Ramazan Berk keinen Zwang, sondern die "Philosophie der Einsicht" an: das erklärte er am Beispiel "Arbeitszeit". "Die bestimmt der Kunde, nicht ich". Und so können die Azubis an manchen Tagen später kommen, haben dafür aber auch erst spät Feierabend. "Die haben das kapiert", so Süssmann.
Auswahlkriterien für Bewerber
Die meisten der Lehrlinge haben einen Hauptschulabschluss. Der Chef sieht darin kein Problem. Er hat seine Auszubildenden nach einem anderen Prinzip ausgewählt: Bevor die jungen Leute begonnen haben, im Betrieb eine Ausbildung zu machen, machten sie zuerst einmal ein einwöchiges Schnupperpraktikum. "Wie intensiv der Wille ist, merkt man da ziemlich schnell".
Süssmann: Erziehungsauftrag
Zwei der Azubis werden ihre Ausbildung heuer abschließen. Sie bekommen danach einen Zeitvertrag und somit eine Perspektive. "Das ist ganz wichtig für junge Leute", weiß Süssmann. Für ihn ist die Ausbildung mehr als nur ein Arbeitsverhältnis, er sieht darin für sich auch einen Erziehungsauftrag. "Die Lehrlinge sind in einer schwierigen Phase. Mich sehen sie acht Stunden am Tag, ihre Eltern vielleicht eine."
In manchen Betrieben geht es schlimm zu
Günter Süssmann hat in Augsburg jahrelang die Gesellenprüfung abgenommen und weiß von schlimmen Fällen zu berichten: Betriebe, in denen die Lehrlinge nur ausgenutzt werden und nichts beigebracht bekommen. "Man darf die jungen Leute nicht als Produktionsfaktor Arbeit sehen, sondern es sind Menschen, die hier einen tollen Job machen.", lobt er seine Lehrlinge. Und weiter: "Mit der Truppe, die wir jetzt haben, sind wir schon zufrieden."
Eine abgeschlossene Ausbildung ist wertvoll
Auch Markus Bottlang von der HWK war zugegen. Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle suchen, sollen nicht einfach 50 Bewerbungen schreiben und verschicken, erklärt er. Das Erfolgsrezept, um eine Ausbildungsstelle zu bekommen sei, in einen Betrieb zu gehen und eine Schnupperlehre zu machen. Bottlang wies auf den Wert einer abgeschlossenen Handwerklichen Ausbildung hin: "Heute ist eine handwerkliche Ausbildung eine super Qualifikation. Ein Meisterbrief ist mit dem Abi gleichzusetzen." Danach ein Studium zu machen sei der absolut ideale Weg, auch für Betriebe. Er appelliert daher an Eltern, eine handwerkliche Ausbildung nicht abzutun.
Fotos vom "Bundesaktionstag Ausbildung" beim Autolackierbetrieb Süssmann finden Sie
hier in unserer Bildergalerie.
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