Augsburg | 12.10.2009
Der konjunkturelle Abwärtstrend ist in Schwaben gestoppt. Eine schnelle Erholung ist aber nicht wahrscheinlich, sondern die Zahlen deuten auf eine momentane Konsolidierung der Lage auf noch niedrigem Niveau hin.
Positive Anzeichen sind in der deutlich verbesserten Auftragserwartung der Industrie zu finden. Doch dürfte diese Trendwende noch nicht ausreichend sein für ein hohes Wachstumstempo.Dies schätzen wohl auch die Unternehmen selbst so ein, denn bei Investitionen sind sie nach wie vor abwartend. Zudem gehen Sie davon aus, dass vorerst noch Personal abgebaut werden muss. Die Arbeitslosenquote wird demnach sicherlich bis ins erste Quartal 2010 hinein ansteigen, wenn auch in geringerem Ausmaß als befürchtet. Abgefedert werden die Beschäftigungsprobleme nach wie vor durch die intensive Inanspruchnahme der Möglichkeiten zur Kurzarbeit. Dies kommt insbesondere auch den Unternehmen im Bereich des schwäbischen Metall- und Maschinenbaus zu Gute, die im besonderen Maße durch den Rückgang der Nachfrage im ersten Halbjahr 2009 betroffen waren. Ziel ist es auch hier nach Möglichkeit, gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, die Stammbelegschaft zu halten. Allerdings sehen sich in den kommenden Monaten dennoch knapp 40 Prozent der schwäbischen Industrieunternehmen gezwungen durch die Freisetzung von Personal die Kapazitäten an die veränderten Nachfragebedingungen anzupassen.
Trotz aller Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten sind die Unternehmen im Durchschnitt äußerst optimistisch in ihren Erwartungen. Fast alle Branchen sehen sehr positiv in die Zukunft mit Ausnahme des Baugewerbes. Erstaunlich ist auch der Einzelhandel, der bislang schon der Krise trotzte und nun angesichts steigender Arbeitslosenzahlen dennoch auf Geschäftsverbesserungen setzt.
Industrie: Wieder mehr AufträgeNach starken Einbrüchen erholt sich die Industrie langsam. Erste Auftragssteigerungen konnten bereits verzeichnet werden und in den nächsten Monaten erwarten sich ein Drittel der Industrieunternehmen ein zunehmendes Auftragsvolumen. Der Anteil der Unternehmen, welche eine weitere Abnahme der Aufträge befürchtet, hat sich im Vergleich zum Frühjahr von 41 auf 22 Prozent reduziert. Neue Aufträge sind auch dringend nötig, denn inzwischen vermelden rund 61 Prozent der Investitions- und Vorleistungsgüterhersteller in der Umfrage eine nicht ausreichende Kapazitätsauslastung. Die Erwartungen der Industriebetriebe sind zumindest sehr positiv. Rückschläge sind jedoch nicht auszuschließen.
Unternehmensbezogene Dienstleistungen:
Einen Rückschlag musste der unternehmensbezogene Dienstleistungssektor in den vergangenen Monaten hinnehmen. Nachdem sich die allgemeine Krise zuerst nur moderat auf diesen Bereich der Wirtschaft ausgewirkt hatte, sind dort Umsatzeinbußen mit zeitlicher Verzögerung eingetreten. Da jedoch eine allgemeine wirtschaftliche Erholung prognostiziert wird, sind auch die Dienstleister recht zuversichtlich. 30 Prozent erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage, nur noch 15 Prozent eine Verschlechterung.
Bauwirtschaft: Keine Wende erkennbarDie Geschäftslage wird wie seit Jahresbeginn von rund drei Viertel der Bauunternehmen als befriedigend bezeichnet. Es gab eine leicht positive Entwicklung der Bauaufträge, für die kommenden Monate sind die Unternehmen aber äußerst pessimistisch eingestimmt. Höhere Auftragseingänge erwartet sich kein einziges Unternehmen in der Umfrage, dafür befürchten viele einen weiteren drastischen Rückgang.
Großhandel: Nochmals gesunkene UmsätzeDie vergangenen Monate waren vorwiegend von sinkenden Umsätzen gekennzeichnet, so dass die momentane Geschäftslage nochmals schlechter bewertet wird als im Frühjahr. Bei der Frage nach der allgemeinen Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten zeigen sich die befragten Großhändler deutlich optimistischer als in der Vergangenheit, jedoch sind die konkreten Umsatzerwartungen noch äußerst dürftig.
Einzelhandel: Noch recht stabilZur Zeit noch erstaunlich stabil zeigt sich die Entwicklung im Einzelhandel. Die Einzelhändler bezeichnen ihre Geschäftslage sogar etwas besser als im Frühjahr aufgrund einer leicht besseren Umsatzentwicklung. Der noch drohende Anstieg der Arbeitslosenzahlen macht sich jedoch durchaus in den Umsatzerwartungen bemerkbar, allerdings nicht in einem sehr dramatischen Ausmaß.
Transportgewerbe: Prinzip HoffnungVon gesunkenen Umsätzen in den vergangenen Monaten müssen nach wie vor die meisten Transportunternehmen berichten. Die Hoffnung auf baldige Besserung ist jedoch nicht erloschen, denn mehr als jedes fünfte Unternehmen hat optimistische Geschäftserwartungen. Die erhoffte bessere Auftragslage wird aber in den nächsten Monaten noch nicht ausreichen, um bestehende Kapazitäten auszulasten. Dafür ist die derzeitige Lage und Kapazitätsauslastung auf zu niedrigem Niveau.
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