ZWW der Universität Augsburg

Finanz-, Euro-, Banken-Krise – und jetzt?

Augsburg | 19.11.2012

Prof. Dr. Max Otte sprach am ZWW über die wirtschaftliche Lage Europas. Foto: B4B SCHWABEN
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Mit Bildergalerie. Tagtäglich verfolgen wir die Berichte über Griechenland, den Euro, die Bankenrettung und die Krise . Immer mehr Geld fließt in Rettungspakete, von denen wir das Gefühl haben, dass sie gar nichts retten. Das Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer (ZWW) der Universität Augsburg veranstaltete deshalb einen Vortrag zum Thema „Von der Finanz- zur Eurokrise – Wie in Zeiten der Krise Vermögen gesichert und Unternehmensfinanzierung gewährleistet werden können.

Viele Wirtschaftsexperten und Ökonomen ermahnen die Euroländer, endlich die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. So auch der Finanzexperte und Universitäts-Professor Prof. Dr. Max Otte. Er war der Einladung des ZWW an die Universität Augsburg gefolgt und erläuterte in seinem Vortrag wichtige Fragen zur Euro-Schuldenlast. Die Veranstaltung war Teil der Finance Experts Speaker Series, einer Weiterbildungsveranstaltung des ZWW.

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Ist Vermögen heute überhaupt noch sicher?

Otte führte zunächst anschaulich in das Thema Euro und Schuldenkrise ein. Er erläuterte, dass ein großer Teil des Problems von den Investmentbanken ausgehe. Diese seien keine Banken im klassischen Sinne, da sie keine langfristigen Kredite vergeben und selten Vermögen über einen längeren Zeitraum anlegen. Ihre Arbeit sei höchst spekulativ und deshalb riskant. Da in der Vergangenheit oft viel Kapital an eine bestimmte Stelle geströmt sei, seien Spekulationsblasen entstanden.

Otte warnte bereits 2006 vor der Finanzkrise                     

„Und Blasen platzen nun einmal irgendwann“; sagte Otte im ZWW. „Die Krise war kein Unfall. Das alles haben Menschen mit ihren Handlungen verursacht“, erklärte Otte weiter. Aufgrund der Kredite, die in die heutigen Krisenstaaten geflossen sind, fehle den Kapitalexportländern das Geld für Investitionen. Dies spüre vor allem auch der Mittelstand, da Unternehmen weniger leicht an Kredite kommen. Die Banken seien aufgrund der Krise gezwungen, vorsichtig mit Krediten umzugehen. "Die Geldvergabe-Politik hat sich in den letzten Jahren verändert", erklärte Otte die Schwierigkeiten für den Mittelstand an frisches Kapital zu kommen.

Klare Finanzregeln und notfalls geordnete Insolvenzen sind nötig

Prof. Dr. Max Otte zeichnete aber kein durchweg negatives Bild des Euro. Es habe in der Geschichte schon einige Finanz- und Staatskrisen gegeben. Man müsse aber die richtigen Maßnahmen ergreifen, um den Wirtschaftsraum Europa wieder konkurrenzfähig zu machen. Die Schuldenlast in anderen Ländern, wie beispielsweise den USA sei deutlich höher als in der Eurozone. Otte forderte die Zuhörer im ZWW auf, ihr Geld lieber in genossenschaftlichen Banken anzulegen und Aktien deutscher und europäischer Unternehmen zu kaufen. Das klare Statement Ottes lautete: „Der Euro ist sicher. Europa wird nicht an der Schuldenlast zerbrechen“.

ZWW als Schnittpunkt zwischen Forschung und Wirtschaft

Beim anschließenden Get-together des ZWW konnten die Zuhörer in gemütlicher Atmosphäre noch weiter über die Sicherheit ihrer Vermögen diskutieren. Das ZWW wurde seinem Ruf als beste universitäre Weiterbildungseinrichtung Deutschlands wieder einmal gerecht. Der Erfolg des ZWW beruht auf der Verknüpfung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und beruflicher Praxis. Mit Prof. Dr. Max Otte ist dem ZWW diese Verknüpfung gelungen.

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