bayme/vbm

Fachkräftemangel: Jetzt ist Handeln angesagt

Augsburg | 14.04.2010

Pressegespräch zum Fachkräftemangel bei BayME und vbm
Pressegespräch zum Fachkräftemangel bei BayME und vbm

Der bayerischen Wirtschaft droht aufgrund des demographischen Wandels in den nächsten Jahren ein Fachkräftemangel. Die Unternehmen müssen jetzt handeln. Drei Betriebe stellten in einem von bayme und vbm veranstalteten Pressegespräch ihr jeweiliges Konzept vor.

„Bereits im Jahr 2015 werden in Bayern 520.000 Arbeitskräfte fehlen“, stellt Johannes Juppe, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Schwaben der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme und vbm, die Studie „Arbeitslandschaft 2030“ vor. Diese prognostiziert für 2030 sogar einen Mangel an 1,4 Millionen Arbeitskräften aller Qualifikationsniveaus in Bayern. Juppe ruft sowohl Arbeitnehmer als auch Unternehmen auf, frühzeitig zu handeln und den Missständen, die durch demographischen Wandel und Automatisierung bedingt sind, zu begegnen. Die die Studie zusammenfassenden Kernpunkte sind eine höhere Erwerbs- und Bildungsbeteiligung auf der einen Seite, andererseits können eine längere Lebens- und Wochenarbeitszeit sowie die Öffnung des Arbeitsmarkts für Fachkräfte aus dem Ausland dem Arbeitskräftemangel entgegenwirken, so Juppe.

„Personal macht den Umsatz“

Wie Betriebe in der Praxis dem bevorstehenden Arbeitsmarktverhältnissen begegnen, wurde von Vertretern aus drei verschiedenen Unternehmen präsentiert. Fachkräfte im Betrieb langfristig zu halten, spielt dabei eine bedeutende Rolle. „Das Personal macht den Umsatz“, hat Stefan Kügel, Vorstandsvorsitzender der Tanner AG, erkannt. Das Unternehmen, Dienstleister für Hersteller und Vertreiber technischer Produkte, setzt auf eine offene Unternehmenskultur und will seine Mitarbeiter durch attraktive Arbeitsplätze binden. So haben Eltern beispielsweise die Möglichkeit ihre Kinder im betriebseigenen Kinderhaus unterzubringen oder gar von zu Hause aus zu arbeiten. Zudem ist Weiterbildung, sei es Persönlichkeitsentwicklung oder die Vertiefung fachspezifischer Kenntnisse, ein wichtiges Thema bei der Tanner AG. So auch in der Eberle Federnfabrik GmbH, die gerade in Zeiten von Kurzarbeit die interne Qualifizierung nutzte. „Wir können es uns nicht leisten gut ausgebildete Leute zu verlieren“, meint Geschäftsführer Jürgen Brielmaier.

Enge Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen

Es gilt aber nicht nur Fachkräfte zu halten, sondern auch zu gewinnen. Über einen regen Kontakt zu Professoren und über das Angebot von bezahlten Praktika und Diplomarbeitssemestern konnte die Firma Eberle bereits acht bis zehn Ingenieure gewinnen. Gerade im Bereich des Berufes Werkzeugmacher sei es allerdings schwierig, Auszubildende zu finden, berichtet Brielmaier. Von diesem Problem bleibt das Unternehmen Grenzebach Maschinenbau GmbH verschont. „Auf 17 freie Stellen in unserer Niederlassung in Donauwörth kommen 350 Bewerbungen“, bilanziert Personalleiter Peter Marcinkowski. Derzeit bildet das Unternehmen über seinen eigenen Bedarf hinaus und so für den allgemeinen Fachkräftemarkt aus. Wie die beiden anderen Unternehmen hat auch Grenzebach eine enge Verbindung zu Schulen und Hochschulen, um den Nachwuchs für die technischen Berufe zu interessieren. Duale Ausbildungsangebote, Hochschulwettbewerbe und Informationsveranstaltungen – so werden die Fachkräfte von morgen angeworben. Zumindest bei Tanner, Eberle und Grenzebach.
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