
Kampagnenstand IHM 2010
Wie kann man dem Fachkräftemangel im Wirtschaftsraum Augsburg entgehen? Dazu will ein Gemeinschaftsprojekt regionaler Akteure Lösungen aufzeigen und Unternehmen unterstützen.
Werden den Unternehmen im Wirtschaftsraum Augsburg die Fachkräfte ausgehen? Damit es nie soweit kommt, haben regionale Akteure Strategien zur Fachkräftesicherung entwickelt. Stadt und Land Augsburg, der Landkreis Aichach-Friedberg, die Wirtschaftskammern IHK und HWK sowie die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH schlossen sich zur Lösungsfindung zusammen.
Diskussionen im Workshop
Zum Thema „regionaler Fachkräftemangel“ wurde ein Workshop veranstaltet. „Tendenzen, Herausforderungen und Maßnahmen, um dem absehbaren Fachkräftemangel bei Unternehmen in unserem Wirtschaftsraum zu begegnen sind Themen, die wir gemeinsam angehen müssen“, eröffnete Landrat Martin Sailer den Workshop. Er ist Repräsentant für die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH.
Die drei Phasen
Die Akteure wollen die Fachkräfte-Situation in Schwaben greifbar machen. Dafür wurde in Phase I durch die IHK und HWK zunächst der Fachkräfte-Bedarf von Unternehmen erhoben. In Phase II wurde die Angebotsstruktur im Aus- und Weiterbildungs-Bereich untersucht. Inhalt des Workshops war, wie die Herausforderungen im Wirtschaftsraum Augsburg angegangen werden sollen. Zu diesem Thema engagierten sich rund 50 Experten und Unternehmer. Damit leitet der Workshop Phase III ein. Die Handlungs-Strategien zur Fachkräftesicherung müssen umgesetzt werden.
Fachkräftemangel in allen Bereichen, oder?
Der Fachkräftemangel wird geprägt von einem immer größer werdenden Mangel im gewerblich-technischen Bereich. Dies betrifft die Berufsgruppen der Ingenieure in den Bereichen Bau, Maschinenbau, Mechatronik oder Elektronik. Das wird aus dem regionalen Angebot an Absolventen nicht gedeckt. Im Bereich der Kunststoff- und Chemiebranche bestehen in der Region noch überhaupt keine Ausbildungsangebote für Ingenieure. Und das, obwohl die Nachfrage bei Unternehmen durchaus hoch ist. Doch nicht nur bei Ingenieuren besteht Fachkräftemangel. Im technischen Bereich werden mindestens zwei- bis dreimal so viele Facharbeiter, Gesellen und Meister gesucht. Ein Überangebot an Absolventen besteht hingegen bei den kaufmännischen Berufen.
Die Hauptschulen stärken und die Technikbegeisterung fördern
Für das Handwerk sind gut ausgebildete Hauptschüler unverzichtbar. Denn von dort kommen rund 70% der Lehrlinge. Thomas Maier, Kreishandwerksmeister von Augsburg fordert: „Damit das Handwerk weiterhin tüchtigen und geeigneten Nachwuchs bekommt, muss alles unternommen werden, um die Hauptschulen zu stärken und das Bildungsniveau zu verbessern.“ Wichtig ist zum Beispiel die frühzeitige Förderung von Technikbegeisterung von Kindern bereits im Vor- und Grundschulalter. Auch ein praxisnaher Austausch zwischen Schule und Wirtschaft ist von Vorteil.
Alle Möglichkeiten müssen genutzt werden
Das Spektrum an betrieblichen Maßnahmen gegen den drohenden Fachkräftemangel wird von den Betrieben noch nicht ausgeschöpft. Oftmals gilt es, Vorbehalte gegenüber der Beschäftigung von älteren Mitarbeitern oder Migranten abzubauen. Personalengpässe lassen sich zudem durch die Integration nach der Familienpause oder durch die Qualifizierung von An- und Ungelernten und Quereinsteigern vermeiden. Dazu wollen die Arbeitsagentur, die Wirtschaftskammern und die regionalen Bildungsanbieter noch enger zusammenarbeiten.
Das Projekt wird fortgeführt
Das Thema Fachkräftesicherung wird die Region weiter beschäftigen. Als regional agierender Koordinator für die weitere Strategieentwicklung und die konkrete Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen wird die regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, die Arbeit am Thema Fachkräftesicherung gemeinsam mit den beiden Wirtschaftskammern und den Unternehmen der Region weiterführen und als „Kümmerer“ fungieren. Beim Forum Zukunft Schwaben am 17. September in Augsburg, werden dem Bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil einige der Strategien zur Fachkräfte-Sicherung vorgestellt und konkrete Unterstützungswünsche mit auf den Weg gegeben werden.
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