Augsburg | 18.11.2009

Seinsch zu Gast bei Andreas Schmid
Einen ganz besonderen Abend erlebten die Auszubildenden der Andreas Schmid Logistik AG. Der Präsident des FC Augsburg Walther Seinsch war Gast einer speziell für die Auszubildenden des Gersthofener Logistikdienstleisters etablierten Gesprächsrunde „Dialog mit Persönlichkeiten“.
Seinsch war in der Tat ein Volltreffer. Gespannt lauschten die 100 anwesenden Auszubildenden gemeinsam mit ihrer Ausbildungsleiterin Eva Baur und Vorstand Gianluca Crestani den Ausführungen des Mannes, der das Ansehen des FC Augsburg wieder auf Hochglanz gebracht hat.
„Walther Seinsch hat eine spannende Lebensgeschichte zu erzählen und kann herrlich unkompliziert mit jungen Menschen über interessante Themen sprechen. Damit ist er geradezu prädestiniert, als Dialogpartner für unsere Auszubildenden zu fungieren,“ erläutert Gianluca Crestani die Begegnung.
Gleich zu Beginn forderte Walther Seinsch die Schüler auf, sich einzumischen in die Politik, denn nur Engagement hilft gegen Frust. Mitmachen anstatt nörgeln ist Seinschs Devise. Der Zuhörerschaft präsentierte sich ein Mann, der zutiefst politisch denkt und handelt, dabei aber niemanden bekehren will.
Auf Wunsch erzählte er über seine schulische Laufbahn. Den Eltern zuliebe habe er gerade noch das Nötigste getan, er habe die Schule und die Lehrer nicht gerade geliebt. Sein Weg war steinig, nach Ende der Schulzeit habe er hunderte von verschiedenen Tätigkeiten ausgeübt, ehe er sich dann im Handel festsetzte und mit den Takko und KIK-Ketten überaus erfolgreich war. Der Weg war sein Ziel, das hat Seinsch geprägt und stark und erfolgreich gemacht. Dabei hat er die Bodenhaftung nie verloren. Als er dann vom FC Augsburg gebeten wurde, ein verantwortliches Amt zu übernehmen, scheiterte das zunächst einmal daran, dass „die nicht meine Arbeit, sondern meine Kohle wollten“. Erst ein Jahr später finden sich dann Partner fürs Leben, der FC Augsburg und ihr jetziger Präsident Walther Seinsch.
Aber Fußball spielt dennoch nur eine Nebenrolle an diesem Abend. Mit zum Teil lustigen Anekdoten zeigt Seinsch den Jugendlichen, wie sie auch kritische Situationen im Berufsleben meistern können. „Eine gesunde Portion Selbstvertrauen und die Bereitschaft, jeden Tag Neues zu lernen sind eine wichtige Basis um erfolgreich zu sein“ sagt Seinsch.
Der Abend ist voller Facetten. So erwähnt Seinsch sein Engagement zugunsten seiner Stiftung „Erinnerung“. Sie unterstützt Forschungsarbeiten finanziell, die sich der Relativierung von NS-Verbrechen widersetzen. Besonders herausragende Leistungen zeichnet die Stiftung von Walther und Ingrid Seinsch mit dem alljährlich verliehenen Marion-Samuel-Preis aus. Typisch Seinsch: alle Auszubildenden erhielten spontan für die diesjährige Preisverleihung im Goldenen Saal der Stadt Augsburg eine Einladung.
Das Gespräch wird nie zum Monolog, immer wieder lässt sich Seinsch unterbrechen, antwortet auf Fragen, so vergeht die Zeit wie im Flug. „Der Abend war eine interessante Bereicherung unseres Ausbildungsalltags, wir haben einen sehr klugen, ausgeglichenen Mann mit viel Lebenserfahrung gesprochen, dem man gerne noch länger zuhören möchte“, fasst Sofia Maiolo, Auszubildende im 2. Lehrjahr, den spannenden Abend aus Sicht der Jugendlichen zusammen.
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