Hochschultag der LEW

Experten diskutieren Energie- und Umweltschutz- Themen

Augsburg | 08.10.2009

Anpassung oder Vermeidung? Politische Vorgaben oder Marktlogik?: Experten diskutieren auf 2. Hochschultag ENERGIE über Herausforderung des Zukunftsthemas Nummer 1.

Beim zweiten Hochschultag ENERGIE standen vor allem die Instrumente im Fokus, mit denen den großen Herausforderungen bei den Themen Energie und Klimaschutz begegnet werden soll. Mehr als 120 Teilnehmer, vor allem Dozenten von Hochschulen, aber auch Schulleiter sowie Vertreter der zuständigen Behörden waren der Einladung von forum schule, der Bildungsinitiative der Lechwerke AG (LEW), nach Augsburg gefolgt. Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr im Wendelsteinhaus in den bayerischen Alpen fand der Hochschultag ENERGIE auch heuer an einem besonderen Ort statt – der impuls arena, dem neuen Fußballstadion des FC Augsburg.

 

Ziel des Hochschultags ist die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen um die Themen Energien und Klimaschutz. Zielgruppe sind insbesondere in der Lehrerausbildung tätige Dozenten an Hochschulen. „Wir sehen die Veranstaltung als Teil unserer Bringschuld in Richtung Information“, sagte LEW-Vorstandsmitglied Paul Waning zur Eröffnung der Tagung, deren Programm und Referenten ein wissenschaftlicher Beirat zusammengestellt hatte.

Sein Vorstandskollege Dr. Markus Litpher beschrieb in seinem Einstiegsreferat die politischen, ökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen und Herausforderungen für die Energiewirtschaft – und deren Antworten. Beispiel Erneuerbare Energien: „Wir haben enorme Zuwachsraten bei den EEG-Anlagen, die Zahl der Anträge lag im ersten Halbjahr 50 Prozent über dem Vorjahr“, berichtete Dr. Litpher. „Diese Entwicklung stellt alle Netzbetreiber vor große Herausforderungen. In den nächsten Jahren werden wir deshalb weiter in unsere Netze investieren, um weiterhin höchste Versorgungsqualität für unsere Kunden zu gewährleisten.“

Das Thema erneuerbare Energien stand aber auch unter einem anderen Aspekt im Fokus der Diskussion. Prof. Dr. Joachim Weimann, Wirtschaftswissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, sprach sich in seinem Beitrag gegen die Subventionierung erneuerbarer Energien im Rahmen des EEG-Gesetzes aus. „Diese Form der Klimapolitik führt langfristig zu keiner Reduzierung des CO2-Ausstoßes, sondern nur zu einer Verlagerung auf andere Emittenten – bei extrem hohen Kosten.“ Weimann sprach sich für einen Strategiewechsel aus: „Nur ein globales Modell des CO2-Emissionshandels führt durch die Marktlogik zu einer wirksamen Reduzierung des globalen CO2-Ausstoßes – bei optimaler Kosteneffizienz.“ Eine These, die von den Teilnehmern des Hochschultags lebhaft diskutiert wurden.

Ein anderes Thema, das den Kongressteilnehmern in Theorie und Praxis näher gebracht wurde, war Elektromobilität. Vor dem Stadion konnten sie ein Elektroauto, ein Elektromotorrad sowie ein e-Bike testen. Prof. Dr.-Ing. Ulrich Wagner von der TU München erläuterte in seinem Vortrag, warum es seiner Meinung nach langfristig gesehen keine Alternativen zu Elektrofahrzeugen geben kann. Nur "e-Mobility" könne den innerstädtischen Individualverkehr emissionsfrei und leise gestalten, nur so könnten sich Millionen von Verkehrsteilnehmern CO2-neutral fortbewegen.

Ein weiterer Vortrag, den Prof. Dr.-Ing. Martin Bauer von der Hochschule Augsburg hielt, befasste sich mit Perspektiven der energetischen Gebäudesanierung. Auch Prof. Dr. Peter Michaelis von der Universität Augsburg referierte am Hochschultag. Sein Thema war der Handel mit CO2-Zertifikaten und die Perspektiven für eine mögliche Weiterentwicklung auf europäischer Ebene.

Den Abschluss des Hochschultags bildete ein Rundgang durch die impuls arena – mit einem Blick hinter die Kulissen. Nicht nur unter sportlichen Aspekten eine interessante Besichtigung, sondern auch aufgrund des innovativen Konzepts zur Versorgung mit Wärme und Kälte, das von der Lechwerke AG mitentwickelt und umgesetzt wurde. Durch den Einsatz von leistungsfähigen Wärmepumpen und von Bioerdgas ist die impuls arena bezüglich der Versorgung mit Wärme und Kälte eines der ersten CO2-neutrale Stadien der Welt.

Die Lechwerke AG (LEW) gehört zur RWE-Gruppe. LEW ist als regionaler Energieversorger für rund 500.000 Kunden in Bayern und Teilen Baden-Württembergs tätig. Die LEW-Gruppe beschäftigt mehr als 1.600 Mitarbeiter, ist mit 35 Wasserkraftwerken einer der führenden Erzeuger von umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft in Bayern und bietet Dienstleistungen im Bereich der Telekommunikation an.

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