Böwe B4B SCHWABEN
Der Verkauf der insolventen Böwe Systec soll weiter Form annehmen: Insolvenzverwalter Werner Schneider und Böwe Geschäftsführer Oliver Bialowons können sich nun wohl mit den Angeboten von fünf interessierten Investoren befassen.
Gestern haben die Verantwortlichen bei Böwe Systec fünf Übernahmeangebote erwartet: Die Angebote von fünf Investoren, die daran interessiert sind, den insolventen Kuvertiermaschinen-Hersteller Böwe Systec zu übernehmen. Danach müsste eigentlich alles zügig vonstatten gehen: Der vorläufige Insolvenzverwaltet Werner rechnete zuletzt damit, dass bis Ende Juli ein unterschriftsreifer Vertrag vorliegen werde. Der Betriebsrat setzt darauf, dass alles nach Plan verläuft: Es muss sich ein Weg finden, den Standort Augsburg zu erhalten. Betriebsratsvorsitzender Claus Bunk und seine Kollegen wollen nun abwarten, wie es nach Sichtung der Angebote weitergeht. Die Verkaufsverhandlungen werden von Insolvenzverwalter Werner Schneider zusammen mit Oliver Bialowons, Geschäftsführer von Böwe Systec, geführt.
Chaos im Böwe Systec Vorstand
Im Vorstand der Böwe Systec ging es zuletzt turbulent zu: Finanzvorstand Klaus Wendland und Technik-Vorstand Heiner Kudrus wurden überraschend beurlaubt. Daraufhin teilte Heiner Kudrus seinen Mitarbeitern in einem Schreiben mit, dass er sein Amt niederlegen werde. Kudrus verantwortete den Bereich Technik bei Böwe Systec und übte die Funktion des CTO (Chief Technical Officer) aus.
Technik-Vorstand: Heuschrecke unerwünscht
Die Reaktion von Heiner Kudrus hängt möglicherweise mit internen Planungen bezüglich der Übernahme zusammen: In seinem Schreiben hatte Heiner Kudrus vermeldet, er biete sich nur in einem Fall als Vorstand der neuen Böwe Group an: wenn der Käufer ein strategischer Investor ist. Falls es sich um einen Finanzinvestor, also eine sogenannte Heuschrecke handelt, gilt das Angebot nicht.
Oliver Bialowons unbeliebt bei Böwe Mitarbeitern
Mitte Mai hatte Böwe Systec Insolvenz angemeldet. Damals wurden Entlassungen getätigt, doch die Produktion läuft weiter und das Unternehmen soll gerettet werden. Die Stimmung bei der Mitarbeiterschaft von Böwe Systec ist schlecht. Hinzu kommt, dass der Unmut gegen Geschäftsführer Oliver Bialowons zu wachsen scheint. Bis kurz vor dem Insolvenzantrag habe er den Mitarbeitern Sicherheit vermittelt und sie im Glauben gelassen, das Unternehmen könne sich halten.