
Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.
Ein voller Erfolg war die Branchentagung des bayerischen Bäckerhandwerks und der Brot- und Backwarenindustrie in Augsburg. Ein großes Thema war voll allem die Hygiene. Der Hauptredner auf der Tagung Dr. Robert Kochmann vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit – Spezialeinheit für Lebensmittelsicherheit redete hier nicht lang um den heißen Brei, sondern brachte die Tatsache auf den Punkt: „Selbstverständlich gibt es für viele Hygieneprobleme in den Nahrungsmittelbetrieben technische und architektonische Lösungen. Aber die sind teuer.“ Auf der Branchentagung diskutierten Betriebsräte aus ganz Bayern den Zusammenhang von Hygieneproblemen und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten nicht nur vor dem Hintergrund der Müller-Brot Katastrophe.
Nicht an der Hygiene sparen
„Bei Hygienestandards, aber auch bei Arbeitsbedingungen und Löhnen in der Backbranche ist die Kostenfrage das beliebte Arbeitgeberargument schlechthin,“ so Tim Lubecki, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG in Augsburg. Über die Konsequenzen sollten die Arbeitgeber jedoch ernsthaft nachdenken, wenn in der Branche die Reinigungstätigkeiten mehr und mehr an Fremdfirmen vergeben sind. Dr. Kochmann deutete in Hinblick auf die Aufgaben seiner Behörde an, dass in Betrieben, „in denen sieben Tage in der Woche und 24 Stunden rund um die Uhr mit überwiegend angelerntem Personal gearbeitet wird, ein höheres Risiko besteht, dass auch Probleme in unserem Bereich auftreten."
Die Beschäftigten lassen sich nicht mehr alles gefallen
Bei Müller-Brot haben viele Beschäftigte mit dem Verlust des Arbeitsplatzes einen hohen Preis bezahlt. Das zeigt den dringenden Handlungsbedarf für die Gewerkschaft NGG und die Betriebsräte. Dieser Auftrag wird erfolgreich umgesetzt. Das zeigt sich zum Beispiel am enormen Zuwachs von Mitgliedern der Gewerkschaft NGG in der Backbranche. Außerdem steigt die Zahl der Betriebsratsgremien. „Löhne unter Tarifniveau, unbezahlte Vor- und Nacharbeit, zuschlagsfreie Sonn- und Feiertagsarbeit waren früher in der Branche die Regel. Heute lassen sich die Beschäftigten das nicht mehr gefallen. Sie wählen sich einen Betriebsrat und das ist gut so,“ resümiert Lubecki.