Augsburg | 20.08.2010

BVMW fordert weniger Urlaub für die Deutschen
Jetzt da sich die Wirtschaft erholt wird jedermann gebraucht, deshalb soll den Deutschen der Urlaub gekürzt werden. Das fordern zumindest die Wirtschaftsverbände.
Laut Aussage der Verantwortlichen des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) machen die Deutschen zu viel Urlaub. Besonders jetzt, da sich ein Ende der Wirtschaftskrise abzeichnet sei dies fatal. "Der Mittelstand hat jetzt wieder volle Auftragsbücher, da wird jeder gebraucht“, so Mario Ohoven. Der BVMW-Präsident bemerkte weiterhin, dass „deshalb zur Sicherung des Aufschwungs der bezahlte Urlaub momentan auf fünf Wochen beschränkt bleiben" sollte.
Bessere Zeiten, weniger (Frei-)Zeit
Obwohl sich gerade jetzt, zum absehbaren Ende der Krise, die Urlaubsmöglichkeiten für viele erhöhen, fordert der BVMW eine straffere Regulierung der Urlaubszeiten im Mittelstand. So sprach sich der Bundesverband mittelständische Wirtschaft für eine zeitlich befristete Absenkung des Urlaubsanspruchs aus. Demnach stünden deutschen Arbeitnehmern vorerst lediglich fünf Wochen Urlaub zu. Urlaubsansprüche, die über diese fünf Wochen hinaus geltend gemacht werden, müssten erst einmal verschoben werden. Ein Arbeitszeitkonto soll hierbei den Überblick bewahren. Im Falle einer Verschlechterung der Auftragslage, könnten die angesammelten restlichen Urlaubstage problemlos genommen werden. Also dann, wenn keine Not am Mann mehr herrscht auf Grund von hohen Auftragszahlen.
Weniger Urlaub während und nach der Krise
Laut eigenen Angaben spricht der Bundesverband mittelständische Wirtschaft "für mehr als 150.000 Unternehmen mit rund 4,3 Millionen Beschäftigten". Die Forderung nach Urlaubskürzungen jetzt zum Ende der Krise sind aber nicht die ersten. Bereits in den Sommermonaten des letzten Jahres hatte Mario Ohoven in der "Bild"-Zeitung an die Arbeitnehmer appelliert. Damals forderte er die Deutschen auf, einen Urlaubstag weniger zu nehmen. Grund: Die Krise. Seine Begründung beruhte 2009 darauf, dass rund 45.000 mittelständische Unternehmen mit rund 450.000 Beschäftigten ums Überleben kämpfen. Deshalb sei es wichtig, dass alle an einem Strang zögen und sich gemeinsam für einen Weg aus der Krise einsetzten.
Vier statt sechs Wochen Urlaub?
Der BVMW ist jedoch nicht der einzige, der eine Urlaubskürzung als notwendig erachtet. Der Unternehmerverband mittelständische Wirtschaft (UMW) forderte, dass Arbeitnehmer künftig pro Jahr zwei Wochen weniger Urlaub machen sollen. Ursula Frerichs, Vorstandsvorsitzende des UMW, sagte der "Bild"-Zeitung: "Sechs Wochen sind zu viel, vier Wochen reichen völlig aus." Laut Frerichs Aussage liege Deutschland bei den Urlaubstagen weltweit an der Spitze. Kürzungen seien also durchaus im Bereich des Möglichen. Die aktuelle positive wirtschaftliche Entwicklung könne nach Aussage der UMW-Vorsitzenden auch nur davon profitieren: "Wir müssen unsere Besitzstände zurückschrauben, könnten die Vier-Wochen-Regelung 2011 auf Probe einführen, um den Aufschwung zu unterstützen." Reaktionen von Seiten der Politik blieben bezüglich der Verbandsforderungen bisher aus.
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