
Ulrich Wagner Handwerkskammer HWK Schwaben
Gut gefüllte Auftragsbücher, stabile Kundenstämme und Umsatzzuwächse verbreiten Optimismus: Das schwäbische Handwerk blickt zufrieden auf das zweite Quartal des Jahres 2010.
Zufrieden blickt das schwäbische Handwerk auf das zweite Quartal 2010. Vor allem in den Bau- und Ausbauhandwerken lassen gut gefüllte Auftragsbücher und Umsatzzuwächse optimistisch in die Zukunft blicken. Auch im Kfz-Gewerbe und bei Metall- und Zulieferfirmen hat sich die Lage verbessert oder wenigsten stabilisiert.
Gut Bewertungen der aktuellen Lage
Bei aktuellen Umfragen bezüglich der Geschäftslage waren steigende Ergebnisse zu vermerken. 83 Prozent der befragten Betriebe bewerteten die eigene Geschäfts-Lage derzeit als gut oder befriedigend. Vor drei Monaten waren es nur 71 Prozent. Der Wert des Vorquartals wird damit um 12 Prozentpunkte übertroffen. Im Vergleich zum Jahr 2009 beträgt die Zunahme immerhin noch 6 Prozent.
Alle Branchen sind zufrieden
Überdurchschnittlich gute Werte zeigt das Bau- und Ausbaugewerbe. Mit einem Anteil von 92 Prozent an positiven Wertungen sind die Ausbauhandwerke Spitzenreiter. Danach folgt das Bauhauptgewerbe mit 90 Prozent an zufriedenen Betrieben. Auch die Situation im Kfz-Gewerbe ist erfreulich. Dort wurde laut der aktuellen Auswertung die eigene Wirtschafts-Lage bei 73 Prozent als zufriedenstellend beurteilt. Hier lag der Wert im Vorquartal lediglich bei 62 Prozent. Ebenso bei den Metall- und Zulieferunternehmen hat sich die Lage stabilisiert.
Sinnvolle Maßnahmen müssen weitergeführt werden
Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben meint dazu: „Die Wirtschaft hat sich besser als erwartet von der Krise erholt. Diesen Erfolg dürfen wir nicht gefährden“. Sein Appell an die Politik: „Bewährte und sinnvolle Instrumente wie die degressive Abschreibung müssen über das Jahr 2010 hinaus fortgeführt werden." Wagner weiter: „Das Handwerk bleibt dabei: Steuerentlastungen und die Beseitigung der sog. kalten Progression müssen auf der politischen Agenda bleiben.“ Die Entlastung sei nötig, um die Kaufkraft zu stärken und die Binnenkonjunktur zu stabilisieren. Nur so könne die dringend erforderliche Konsolidierung der öffentlichen Haushalte gelingen.
Die gute Geschäftslage bewirkt neue Arbeitsplätze
Knapp jeder dritte Betrieb berichtet im zweiten Quartal von gestiegenen Umsätzen. Parallel dazu hat sich der Anteil der Unternehmen mit rückläufigen Umsätzen auf 23 Prozent halbiert. Das hat eine positive Wirkung auf die Einstellungspraxis der Firmen. Die Betriebe stellen wieder vermehrt neues Personal ein. Um rund 1 Prozent ist die Zahl der Beschäftigten im schwäbischen Handwerk gestiegen. Hochgerechnet sind das rund 1.000 Stellen. In 13 Prozent der Firmen wurden zusätzliche Stellen geschaffen.
Aufträge im Plus
Auch der Auftragseingang zeigt quer durch alle Branchen einen Trend nach oben. 28 Prozent der Betriebe konnten ein Plus verbuchen. Nur 22 Prozent meldeten Minus, 15 Prozent weniger als im Vorquartal. Im Bau- und Ausbaugewerbe sowie bei den Handwerken für gewerblichen Bedarf liegt der Auftragsbestand bei 5,9 Wochen. Damit hält er hohes Niveau, auch wenn er den Wert von 6,2 Wochen (Vorquartal) nicht mehr erreichen wird.
Die Zukunft sieht rosig aus
Vier von fünf Unternehmen erwarten in den kommenden Monaten eine gute Geschäfts-Entwicklung. Das hat wiederum eine positive Wirkung auf den Arbeitsmarkt. Jeder zehnte Betrieb plant Neueinstellungen. Weitere 80 Prozent wollen einen stabilen Mitarbeiterstamm erhalten. Zudem erwarten 13 Prozent der schwäbischen Handwerksfirmen mehr Neuaufträge.
Den Klimaschutz vernachlässigen wäre kontraproduktiv
Ein zusätzlich wichtiger Umsatzträger ist die energetische Gebäudesanierung. Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben warnt: „Die Politik darf Investitionen in den Klimaschutz keinesfalls zurückfahren. Die geplanten Kürzungen bei den bewährten und erfolgreichen KfW-Programmen für energetische Gebäudesanierung sind aus volkswirtschaftlicher Sicht kontraproduktiv.“ Jeder Euro staatlicher Förderung stoße weitere private Investitionen bis zu 8,50 Euro an. Verbraucher und Handwerksbetriebe seien über die Kürzungspläne der Bundesregierung gleichermaßen verunsichert wie verärgert. Diese Kürzungen verhindern Investitionsvorhaben und gefährden betriebliche Existenzen im Handwerk. Letztlich werde so der wirtschaftliche Aufschwung ausgebremst, so Wagner.
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