KfW

Der Bundesbauminister plant eine Kürzung der KfW-Fördermittel

Augsburg | 20.07.2010

KfW Fördermittel
Kürzung der KfW Fördermittel?

Es ist geplant, KfW-Fördermittel zu kürzen - Die Betriebe fordern einen Stopp: Massive Einbußen für Staat und Unternehmen – zudem wird der Klimaschutz verlieren…

Massiver Widerstand regt sich im Handwerk wegen der geplanten Kürzung der KfW-Fördermittel zur Gebäudesanierung. Bundesbauminister Ramsauer plant im Zuge des Sparpakets der Bundesregierung die KfW-Fördergelder drastisch zu reduzieren. Von bislang 1,5 Mrd Euro pro Jahr, sollen 2010 noch 1,4 Mrd und zu Verfügung stehen. Im Jahr 2011 wird die Förderung auf nur noch 435 Millionen Euro gesenkt.

1 Euro kann Wunder bewirken

Das Handwerk läuft Sturm gegen diese Entwicklung. „Es ist nachweisbar, dass 1 Euro Fördergeld Investitionen in Höhe von 8,50 Euro bewirkt. Hier den Sparhebel anzusetzen ist Unsinn, denn allein die Umsatzsteuer bringt dem Staat mehr Geld ein, als es ihn kostet, von den positiven Wirkungen auf die Sozialkassen, den Arbeitsmarkt und nicht zuletzt den Klimaschutz, ganz zu schweigen,“ rechnet HWK-Präsident Jürgen Schmid vor. Die Handwerkskammer hat nun in einem Brief an die Bundesminister Ramsauer und Schäuble, sowie Ministerpräsident Seehofer, den bayerischen Wirtschaftsminister Zeil und alle schwäbischen Bundestagsabgeordneten einen Stopp dieser Planungen gefordert.

Gut für beide Seiten

Bislang war es eine typische „win-win-Situation“. Die Fördermittel zur energetischen Gebäudesanierung wurden von Häuslebauern und Immobilienbesitzern umfangreich in Anspruch genommen. Denn die Zinssätze von 1 – 2% boten einen großen Anreiz für energetische Gebäudesanierungen. Dächer wurden gedämmt und neu eingedeckt. Hausfassaden erhielten einen Wärmeschutz, neue Fenster und neue Heizungen wurden eingebaut. Das brachte den Immobilienbesitzern hervorragende Einsparungen im Energiebereich. Die einschlägigen Handwerksbetriebe hatten dicke Auftragspolster und Arbeit für ihre Beschäftigten. Außerdem freute sich der Finanzminister über Einnahmen durch Steuern und Sozialabgaben. Der rückläufige Verbrauch von fossilen Brennstoffen wirkte sich positiv auf die CO2-Bilanz aus Er hatte nachweisbare, deutliche Wirkungen auf die vereinbarten Klimaschutzziele der Bundesregierung.

Kurzfristiger Sparaktionismus der Bundesregierung

Als „kurzfristigen Sparaktionismus“ bezeichnete die Kammerspitze in ihren Schreiben an die Politiker die Pläne des Bundesbauministers. „Das Argument, dass günstige Kredite für Sanierungsmaßnahmen auch am regulären Markt zu bekommen sind, zieht einfach nicht,“ so Jürgen Schmid. „Solche Kredite sind bei Zinssätzen ab 4% doppelt so teuer wie KfW-Darlehen, die bereits zu 2 % zu bekommen sind“. Betrachtet man die Entwicklung der Zinskonditionen in den letzten fünf Jahren, dann ist diese Argumentation nicht zu halten. Unverständlich ist für Schmid auch, dass einfach außer Acht gelassen wird, dass zwar im Etat des Bauministeriums gespart wird, aber gleichzeitig auf der Einnahmenseite dramatische Einbußen zu verzeichnen sind. „Das ist einfach zu kurz gesprungen“, findet Schmid. „Dieses Stop-and-Go in der Förderpolitik ist einfach kontraproduktiv. Ohne Not werden hier Verbraucher verunsichert und letztlich von Investitionen abgehalten. Das bremst den wirtschaftlichen Aufschwung aus.“

Handwerksbetriebe rechnen mit Auftragsausfällen

Für die Handwerksbetriebe in Schwaben würde eine Kürzung von KfW-Förderungen nicht abzusehende Folgen haben. Speziell für die Bau- und Ausbaugewerke wäre dies der Fall. Von den rund 26 000 schwäbischen Handwerksbetrieben ist etwa die Hälfte in diesem Handwerkssegment tätig. „Viele Unternehmen, die sich auf energetische Sanierungsarbeiten spezialisiert haben, befürchten nun massive Umsatzeinbrüche und sehen ihre Existenz bedroht“, schildert Schmid die Situation in den Betrieben. „Gerade die günstigen Zinssätze sind für die Kunden ein Anreiz ihre Objekte zu sanieren und Aufträge an das Handwerk zu vergeben. Fallen solche Gelder aus, dann ist es fraglich, ob die Investitionsfreude anhält.“ Weiterhin ist zu befürchten, dass die Reduzierung der Fördermittel mit dem Auslaufen der Aufträge aus dem Konjunkturpaket II zusammenfällt. Ebenso ist geplant die Städtebauförderung um 50% zu reduzieren, so dass die Handwerksbetriebe Probleme von mehreren Seiten erwarten. Die bislang stabile Lage könnte sich dann schlagartig verschlechtern.
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