
MdB Heinz Paula (Zweiter von rechts) informierte sich vor Ort im Industriepark Gersthofen, begleitet von der IGS-Geschäftsführun
MdB Heinz Paula (SPD) war zu Besuch im Industriepark Gersthofen. Heinz Paula will sich für die Belange der Industrie in der Region Augsburg einsetzen.
Die Sitzungspause im August nutzte der Bundestagsabgeordnete Heinz Paula (SPD) für einen Besuch im Industriepark Gersthofen. Dort informierte er sich bei der Standortbetreibergesellschaft IGS über die Entwicklung des ehemaligen Chemiewerks zu einem modernen Industriestandort.
Lage der Firmen im IGS besser
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Themen Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz. Holger Amberg, kaufmännischer Geschäftsführer der IGS, stellte die wirtschaftliche Situation im Industriepark vor. Er machte deutlich, dass der konjunkturelle Einbruch der vergangenen Monate die Firmen vor große Herausforderungen gestellt hatte. Auch im Industriepark Gersthofen wurde bei einem Großteil der Unternehmen vom Instrument der Kurzarbeit Gebrauch gemacht. Inzwischen hat sich die Lage wieder auf einem für alle Firmen akzeptablen Niveau eingependelt.
Fachkräftemangel wird durch qualifizierte Ausbildung begegnet
Die Unternehmen im Industriepark setzen nach wie vor auf die Ausbildung qualifizierter Nachwuchskräfte im eigenen Haus. Genauer gesagt bei der IGS, einem der größten Ausbildungsbetriebe in der Region. Diese Vorgehensweise hat sich seit vielen Jahren bewährt. Holger Amberg erklärt, warum: So bestehe die Möglichkeit, besonders in den chemiespezifischen Berufen den Nachwuchs vor Ort und individuell in den Produktionsbetrieben auszubilden. In diesem September werden etwas weniger Lehrlinge ihre Ausbildung bei der IGS beginnen. Dennoch zeichne sich für die Folgejahre durch den beginnenden Fachkräftemangel bereits wieder eine Trendwende ab, bekräftigt der IGS-Geschäftsführer.
Energieeffizienz schafft Vorteile
Heinz Paula interessierte sich im Besonderen dafür, wie die IGS als Standortbetreiber und Energieversorger die Wettbewerbsfähigkeit der Standortkunden verbessern kann. Durch die Inbetriebnahme des EBS (Ersatzbrennstoff)-Kraftwerkes im Sommer des vergangenen Jahres konnten beispielsweise die Energiepreise für die produzierenden Unternehmen deutlich gesenkt werden. "Unsere Muttergesellschaft MVV Energiedienstleistungen hat eine große Summe dafür investiert, dass der Industriepark Gersthofen für die hier angesiedelten Unternehmen an Attraktivität gewonnen hat. Und im Vergleich mit anderen Standorten durch niedrige Dampfpreise punkten kann. Dies erhöht nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden, sondern sichert den ganzen Standort." Das betonte Geschäftsführer Dr. Hermann Teufel beim Rundgang durch den Industriepark.
Unterstützung durch Politik gefordert
Die möglichen negativen Auswirkungen auf die Betreiber von Werksnetzen in der Energieversorgung darzustellen: Diese Gelegenheit nutzten die Gastgeber im Zusammenhang mit der anstehenden Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes. Auch die Auswirkungen der geplanten Kürzung von Entlastungen bei der Energiesteuer auf die chemische Industrie wurden intensiv mit dem Bundestagsabgeordneten diskutiert. "Übergeordnetes Ziel der Politik sollte die Standortsicherung für die Chemie in Deutschland sein. Um eine Abwanderung dieser Branche ins Ausland zu verhindern" findet Heinz Mergel. Mergel ist technischer Geschäftsführer der IGS. Die vorgesehenen Gesetzesänderungen würden nach Angaben der Verbände die chemische Industrie in Deutschland stark belasten: Mergel zufolge würden sie zu einer steuerlichen Mehrbelastung dieser Branche von bis zu 200 Millionen Euro pro Jahr führen.
Paula will sich für Industrie-Belange im Raum Augsburg einsetzen
Heinz Paula regte an, die weitere Entwicklung im Bereich der Energiegesetzgebung im Auge zu behalten. Er bat darum, ihn auf direktem Weg mit Informationen aus der betrieblichen Praxis zu versorgen. Grundsätzlich betonte der Bundestagsabgeordnete, dass für ihn die Belange der Unternehmen in der Region im Mittelpunkt des Interesses stünden. Er wolle sich mit aller Kraft für eine positive Entwicklung einsetzen.
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