Rettung Böwe
Es ist vollbracht: Die Schweizer Beteiligungs-Gesellschaft Axentum übernimmt Teile von Böwe Systec. Infolgedessen stieg der Wert der Böwe-Aktie heute Morgen rapide an. In Augsburg gehen offenbar rund 150 Arbeitsplätze verloren.
Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Axentum Capital AG war schon seit geraumer Zeit als Böwe-Investor bekannt. Gestern einigte sich Axentum mit Wirtschaftsprüfer Werner Schneider als Insolvenzverwalter auf die Übernahme der BÖWE SYSTEC GmbH.
Welche Teile Axentum übernimmt
Von nun an werden die europäischen und japanischen Geschäfte von Böwe Systec unter dem neuen Eigentümer fortgeführt. Über den Verkaufspreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.
Eine weitere wichtige Voraussetzung für den Vertragsabschluss lag in der Bereitschaft von IG-Metall und Betriebsrat, einen Sanierungstarifvertrag abzuschließen. Dieser trägt den notwendigen arbeitskostenmäßigen Belangen der "Neuen BÖWE" Rechnung.
Rund 150 Stellen in Augsburg fallen weg
"Durch die schnelle Einigung mit einem verlässlichen Investor ist es uns gelungen, dass der Betrieb des Unternehmens fortgeführt werden kann", sagte Insolvenzverwalter Werner Schneider. Auf diese Weise konnte ein Maximum an Arbeitsplätzen gesichert werden: Das Führungskonzept der Axentum plant offenbar den Erhalt des Standortes Augsburg mit 474 von 600 Stellen.
Seit Anmeldung der Insolvenz im Mai dieses Jahres hatte Schneider bei BÖWE SYSTEC AG den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten.
US-Geschäft wird nicht übernommen
Das Geschäft im US-Amerikanischen Raum, das für die Insolvenz von Böwe Systec verantwortlich sein soll, ist von der Vereinbarung ausgeschlossen. Für dieses soll eine gesonderte Lösung gefunden werden. Axentum hat sich jedoch eine Option auf den Erwerb der Anteile von BÖWE BELL HOWELL (BBH), der nordamerikanischen Tochter von BÖWE SYSTEC AG einräumen lassen.
Böwe-Aktie stieg um 50 Prozent an
Nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Böwe-Aktionäre können aufatmen: Mit Bekanntwerden der Übernahme am heutigen Morgen schoss die Böwe-Aktie in die Höhe. Ihr Wert stieg um 50 Prozent und übersteigt nun sogar die Marke von einem Euro. Jedoch ist es ein schwacher Trost: Im Mai, noch vor der Pleite, lag der Wert jedoch noch bei acht Euro.