Insolvenzantrag

Böwe Systec AG reicht Insolvenzantrag ein

Augsburg | 21.05.2010

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Am heutigen Freitag wurde der Insolvenzantrag beim Amtsgericht eingereicht. Rund 600 Mitarbeiter des Augsburger Unternehmens bangen nun um ihre Jobs.

Laut Zeitungsberichten sollen die Mitarbeiter des Kuvertiermaschinenherstellers nur noch drei Monate lang ihr Gehalt bekommen. Dennoch solle der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen weiterlaufen. Das Unternehmen hatte bereits Anfang 2009 ein umfassendes Restrukturierungsprogramm begonnen. Mit dem Insolvenzantrag werde nun versucht, das Unternehmen in möglichst kurzer Zeit wieder solide aufzustellen.

Erholung ist in Sicht

„Wir sind überzeugt, dass BÖWE SYSTEC AG auf gutem Wege der operativen Sanierung ist. Wir sind in Europa die Nummer eins unseres Marktes und wollen dies auch bleiben. Unsere Produkte sind führend, die positive Entwicklung der Auftragseingänge bestätigt die Erholung. Wir wollen den Turnaround fortsetzen und streben an, auf Basis des deutschen Insolvenzrechts, das auch eine Eigenverwaltung erlaubt, diesen erfolgreich abzuschließen. Ziel ist, BÖWE SYSTEC AG als Ganzes zu erhalten und wieder nachhaltig profitabel aufzustellen“, sagte Oliver Bialowons, der Vorstandsvorsitzende der BÖWE SYSTEC AG.

Das Amtsgericht Augsburg wird nun einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen. Der Vorstand der BÖWE SYSTEC AG wird den Verwalter bei der Analyse der wirtschaftlichen Situation mit allen Kräften unterstützen. Das Unternehmen strebt an, alle Aufträge weiterhin plangemäß abzuarbeiten, alle bestellten Maschinen auszuliefern, alle Wartungs- und Serviceleistungen zu erfüllen, und neue Aufträge entgegen zu nehmen.

Auftragseingang seit Anfang 2010 wesentlich belebt

Trotz des anhaltend schwierigen Marktumfelds hat das Unternehmen seit Anfang des Jahres eine wesentliche Belebung im Ordereingang registriert. Von Januar bis April 2010 stieg der Auftragseingang um 40% auf 18,7 Mill. Euro, verglichen mit den ersten vier Monaten 2009. Der Umsatz bis Ende April lag mit 14,2 Mill Euro um 11,3% über dem Plan.

Der bereits laufende Restrukturierungsprozess umfasst eine weitere Personalreduzierung um 120 Mitarbeiter und ist aufgrund des konjunkturell niedrigen Umsatzniveaus erforderlich. Insgesamt beschäftigt die Böwe-Gruppe rund 3600 Mitarbeiter.

Vor dem Hintergrund dieser Weichenstellungen verschiebt das Unternehmen die Vorlage seines Finanzberichts zum ersten Quartal 2010.