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Microsoft hatte vor Kurzem den Dienst „Bing Maps Street Side“, der in die Suchmaschine Bing integriert worden war, veröffentlicht. Die Funktionsweise sollte analog zum Konkurrenz-Produkt „Street View“ von Google funktionieren. Kamerawägen fahren durch die Städte und fotografieren diese ab. Der Nutzer kann schließlich vom PC aus die Stadt dreidimensional aus der Fußgänger-Perspektive betrachten.
Proteste von Datenschützern gegen „Bing Maps Street Side“
In Augsburg starteten entsprechende Kamerawägen von Microsoft bereits Ende Mai (B4BSCHWABEN berichtete). Wie auch Google sah sich Microsoft starken Protesten von Datenschützern ausgesetzt. Ursprünglich wollte Microsoft bei „Bing Maps Street Side“ kein Vorab-Widerspruchsrecht einräumen. Das bedeutet, Hausbesitzer hätten zwar der Veröffentlichung der Bilder ihres Hauses widersprechen können – allerdings erst, nachdem das Bild bereits im Internet einzusehen war.
Kompromiss zwischen Microsoft und Datenschutz-Amt
Wie das Landesamt für Datenschutz-Aufsicht nun vermeldet, gelang diesbezüglich eine Einigung mit Microsoft. Schon vor der Veröffentlichung können Eigentümer oder auch Mieter Gebäude-Aufnahmen in „Bing Maps Streetside“ unkenntlich machen. Gesichter oder Auto-Kennzeichen werden, so Microsoft, ohnehin automatisch verpixelt und nicht identifizierbar gemacht.
Herrmann lobt Microsoft
Innenminister Joachim Herrmann lobt die Kompromiss-Bereitschaft Microsofts im Fall „Bing Maps Streetside“. Microsoft zeige „Verantwortungs-Bewusstsein gegenüber den Datenschutz-Anliegen der Bevölkerung“. Darüber hinaus erklärte sich Microsoft bereit, gemeinsam mit dem Landesamt für Datenschutz den Kodex zu überarbeiten. Dieser Kodex gilt für Geo-Datendienste wie „Bing Maps Street Side“ oder auch „Google StreetView“ und wurde vom Branchenverband BITKOM erarbeitet.
„Bing Maps Street Side“ & Co. haben “unstreitige Potentiale”
Geo-Datendienste, so Herrmann, böten „unstreitige Potentiale“ – dabei dürfe der Datenschutz aber auf keinen Fall aus den Augen verloren werden. Für Anbieter von Internet-Diensten wie „Bing Maps Street Side“ werde Vertrauen immer mehr zum Grundkapital. Dieses Vertrauen der Verbraucher ließe sich nur durch sorgsamen Umgang mit dem Datenschutz erreichen.
Einigung zeigt Stellenwert des Datenschutz
Stolz äußert sich Herrmann über die zuständige Aufsichtsbehörde. Das Landesamt für Datenschutz-Aufsicht hat im Fall „Bing Maps Street Side“ mit Microsoft verhandelt und einen verbraucher-freundlichen Kompromiss erzielt. Somit sei die Einigung bezüglich der Widerspruchs-Rechte bei „Bing Maps Street Side“ nicht nur ein Erfolg für den Datenschutz. Sie stelle auch einen „weiteren Beleg für die Durchsetzungskraft unserer unabhängigen bayerischen Datenschutz-Aufsichtsbehörde“ dar.
Einfache und praktikable Lösungen
Wichtig sei nun, in den kommenden Tagen und Wochen „gleichermaßen bürgerfreundliche und praktikable Lösungen“ zu finden. Die Beschlüsse zwischen Microsoft und dem Landesamt sollen einfach umgesetzt werden. Dabei geht es zum Beispiel um ein einfach aufgebautes Formular, mit dem datenschutz-besorgte Nutzer ihre Bilder aus „Bing Maps Street Side“ entfernen können.