Augsburg | 30.08.2010
Die gebürtige Aichacherin Stephanie Reinhardt gehört zu den besten Nachwuchs-Ingenieurinnen in Bayern. Die Absolventin des Studiengangs Bauingenieurwesen an der Hochschule Augsburg wird für ihre Diplomarbeit durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ausgezeichnet.
Die Preisverleihung findet am 23. September in München statt.
Anreiz für die Diplomarbeit war die Anfrage eines Schalungsherstellers. Es sollte ein Bemessungsprogramm für die Verankerung des PERI-Stützbocks ausgearbeitet werden. Stephanie Reinhardt erklärt: „Der Stützbock ist eine Stahlkonstruktion, die in der Praxis zur Abstützung der Schalung bei einhäuptigem Betonieren verwendet wird. Dabei werden die aus dem Frischbetondruck resultierenden Horizontalkräfte von der Stahlkonstruktion aufgenommen und über Zug- und Druckkräfte in den betonierten Untergrund abgetragen.“ Die Zugverankerung wird durch das in der Diplomarbeit untersuchte Ankersystem gebildet. Die Aufgabe bestand darin, in Abhängigkeit von der Geometrie des verwendeten Ankersystems, der Betonfestigkeit und der auftretenden Zugkraft die erforderliche Einbindetiefe des Stützbockankers für die Anwendung in der Praxis zu bestimmen.
Die Diplomarbeit
Die Berechnung erfolgte durch Integration über eine idealisierte Zugspannungsverteilung und die Oberfläche des entstehenden Ausbruchkörpers. Zur Bestätigung der Ergebnisse und Verfeinerung des Rechenmodells konnte Stephanie Reinhardt Versuche im Baustofflabor der Hochschule Augsburg durchführen. Die Preisträgerin erzählt: „Unter höchsten Anstrengungen hat Tobias Keller mit mir die Versuche gefahren. Jeder der sechs Versuchskörper wog immerhin zwei Tonnen.“
Insgesamt fünf Studentinnen ausgezeichnet
Für ihre hervorragenden Diplom-, Bachelor- und Doktorarbeiten zeichnet Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch in diesem Jahr insgesamt fünf Studentinnen der Ingenieurwissenschaften an bayerischen Hochschulen aus. Ziel des Preises ist es, Studienanfängerinnen weibliche Vorbilder zu vermitteln und die Attraktivität der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge für Frauen zu steigern. Heubisch betont: „Der Preis würdigt hervorragende Leistungen von Studentinnen auf dem Gebiet der Ingenieurwissenschaften. Gleichzeitig soll er junge Frauen dazu ermutigen, sich für ein ingenieurwissenschaftliches Studium zu entscheiden.“ Die Auszeichnung wird aufgrund von Vorschlägen der Hochschulen verliehen und ist mit einem Preisgeld von 2.000 Euro dotiert.
Stephanie Reinhardt arbeitet aktuell im Ingenieurbüro von Professor Dr.-Ing. Karl-Heinz Ehret in München, unter dessen Betreuung auch die Diplomarbeit entstanden ist. Sie ist dort in den Bereichen Tragwerksplanung und Prüfstatik tätig.
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