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Bayerns Vorsprung sichern

Augsburg | 29.06.2010

Kongress Vorsprung Bayern - Industrie ist Zukunft
Bertram Brossardt, Franz Josef Pschierer, Hans Oberberger, Dr. Karl Lichtblau, Dr. Christian Krys

Der vbw richtete gestern im Hotel Steigenberger den Kongress "Vorsprung Bayern – Industrie ist Zukunft" aus. Es waren wichtige Gäste aus Politik und Wirtschaft anwesend. Vorträge und eine Podiumsdiskussion standen auf dem Programm.

Die exportorientierte bayerische Industrie hat in den Jahren vor der Krise überdurchschnittlich stark vom weltwirtschaftlichen Boom profitiert. Dies kann auch jetzt wieder gelingen. Wie können Industrie und Politik die globalen Herausforderungen der nächsten Jahre bestehen? Damit beschäftige sich die vbw Veranstaltung "Vorsprung Bayern – Industrie ist Zukunft". Auch Franz Josef Pschierer und vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt waren dabei.

Bayern in vielen Bereichen Spitze

Hans Oberberger, Korrespondent für Landespolitik und Wirtschaft bei Antenne Bayern, führte durch den Abend. Dr. Hermann Teufel, Vorsitzender der Bezirksgruppe Schwaben des vbw, betonte: "Bayern ist nach wie vor in vielen Bereichen Spitze." Der vbw habe zwei Studien in Auftrag gegeben. Die erste trägt den Titel "Perspektiven auf Auslandsmärkten". Die zweite analysiert die globalen Megatrends der kommenden Jahre. Daraus leitet sie die Chancen für die bayerischen Industrieunternehmen ab. Die Zwischenergebnisse dieser Studie präsentierte an diesem Abend Dr. Karl Lichtblau, Geschäftsführer der IW Consult GmbH. Christian Krys, Senior Expert bei Roland Berger und Projektleiter der Studie "Perspektive auf Auslandsmärkten" stellte diese vor.

Kritik an der deutschen Exportstärke

Christian Krys erläuterte Beobachtungen zu den Auslandsmärkten. Er analysierte Optionen im Ausland, die wichtigsten Exportpartner und insbesondere den Exportpartner China. Krys erklärte:"Deutschlands und Bayerns Exportstärke beruht auf seiner industriellen Stärke." Besonderes Aufsehen bei vielen Anwesenden erregte hier ein Zitat der französischen Finanzministerin: "Der deutsche Exportüberschuss ist für die Nachbarstaaten in der Euro-Zone nicht tragbar."

Wichtig: hybride Wertschöpfung

Karl Lichtblau vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH stellte die Zwischenergebnisse der Studie zu den globalen Megatrends vor. Er analysierte deutsche Unternehmen und fand heraus, dass nur 18 Prozent sowohl international forschend als auch innovativ sind. Auch Zukunftsmärkte waren analysiert worden. "Diese Zukunftsmärkte sind ein Chancenpotential, aber diese Chancen müssen genutzt werden und das ist nicht ganz einfach." Eine klare Tendenz zeigt, dass die der Produktion vorgelagerten Prozesse und Sales wichtiger wird. Karl Lichtblaus Schlussthese war daher: "Nur die Unternehmen bleiben wettbewerbsfähig, die dies, also hybride Wertschöpfung, beherrschen."

Podiumsdiskussion mit Franz Josef Pschierer und Bertram Brossardt

Nach diesem Vortrag war die Podiumsdiskussion. An dieser nahmen Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer von bayme, vbm und vbw, der Bayerische Staatssekkretär im Finanzministerium Franz Josef Pschierer, Dr. Karl Lichtblau und Dr. Christian Krys teil.

Bertram Brossardt gab ein Kompliment an Gerhard Schröder für die Einführung der Agenda 2010. "Dadurch ist es gelungen, industrielle Arbeitsplätzen ein Stück wieder wettbewerbsfähig zu machen." Gleichzeitig kritisierte er die französische Finanzministerin für ihren Ausspruch. "Was mich ganz besonders freut, dass der Wirtschaftsverband dieses Thema fokussiert.", sagte Franz Josef Pschierer. "Man braucht die Industrie." Für Pschierer ist es wichtig, Zukunftsmärkte zu identifizieren beispielsweise durch Auslandsdelegationen. Er kritisierte jedoch, dass man sehr stark auf Asien und Osteuropa fixiert ist und dabei Lateinamerika etwas vernachlässigt.

Karl Lichtblau brachte seine Verwunderung darüber zum Ausdruck, warum Unternehmen ab einer Größe von 50 Mitarbeitern nicht ins Auslandsgeschäft einsteigen. "Das ist für mich ein Rätsel. Vielleicht, weil der deutsche Markt reicht… noch reicht." Und Christian Krys unterstrich, wie wichtig es sei, eine Basis an Fachkräften zu schaffen. "Das ist eine der Rahmenbedingungen, die die Politik beeinflussen kann. Eine der allerwichtigsten Rahmenbedingungen."

Deutschland wieder zur Nummer eins machen

Bertram Brossardt erklärte die Schritte, die nötig seien, damit Deutschland international wieder Nummer eins würde: Man brauche qualifizierte Facharbeiter und eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung. Zudem müssen die Deutschen im Alter länger arbeiten. Auch pro Woche müsse mehr gearbeitet werden und es müsse wegen Fachkräften eine neue Zuwanderungspolitik geschaffen werden.

Franz Josef Pschierer erklärte, dass die Politik das Bildungssystem verbessern müsse. "Viel Geld gibt viel ist ein Irrglaube. Man muss über Methoden reden, nicht über Geld." Auch die Infrastruktur müsse verbessert werden. Außerdem müssen die steuerlichen Rahmenbedingungen verändert werden.

In unserer Bildergalerie können Sie Fotos von der Veranstaltung betrachten, die in der feierlichen Kulisse des Hotel Steigenberger Drei Mohren stattfand.

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