Augsburg | 05.02.2010
German Expert Speakers
Der Bayerische Staatsminister der Finanzen, Georg Fahrenschon, sprach am gestrigen Abend an der Universität Augsburg zum Thema "Die Bankenlandschaft im Wandel". Das Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer hatte ihn im Rahmen der Rednerreihe "Finance Experts Speaker Series" eingeladen.
In seiner Rede zeigte sich die Freude des bayerischen Finanzministers, an seine alte Bildungsstätte zurückzukehren. Fahrenschon hatte an der LMU in München sein Studium begonnen und 1999 an der Universität Augsburg mit einem Diplom in Volkswirtschaftslehre abgeschlossen. In zehn akademisch zugespitzten Thesen legte der Staatsminister seine Ansichten zur Entwicklung der bayerischen, deutschen und internationalen Bankenlandschaft dar.
Ohne Banken geht es nicht
Seiner Meinung nach ginge es ohne Banken nicht nur deswegen nicht, weil so genannte große "global player" auch in Bayern vertreten seien, sondern vor allem auch, weil die kleineren Banken ein nötiger Begleiter für den Mittelstand in Deutschland seien. Fahrenschon kam zu dem Schluss, dass wir regionale Banken für das regionale Finanzgeschäft brauchten, aber auch "global player" für das Geschäft in Europa und der Welt. Bildhaft verglich er die Notwendigkeit zur finanziellen Liquidität, die Banken liefern, mit der eines Blutkreislaufs.
Noch immer in der Krise
Weiter stellte der bayerische Staatsminister der Finanzen fest, viele Auswirkungen der Finanzkrise würden sich erst noch zeigen, etwa nach dem Ende der Kurzarbeit. "Wir befinden uns nicht nach sondern noch immer in der Krise", so Fahrenschon. Es sei nun nötig, wirksame Mechanismen zu entwickeln, um künftige Krisen nicht wieder derart unvorbereitet über uns hereinbrechen zu lassen. Zudem sollten nun auch die Verursacher der Krise an den Lasten beteiligt werden, die diese mit sich brachte und noch immer bringt.
BayernLB
Nach der Zukunft der Bayerischen Landesbank gefragt, wollte Fahrenschon nicht orakeln. Jedoch sei klar, dass man sich bei den Landesbanken nach den Ergebnissen der europäischen Kommission richten werde. Die BayernLB werde sich redimensionieren und damit wieder auf Bayern beziehen. Folgerichtig werde man die Landesbank als Partner der Sparkassen und des bayerischen Mittelstands positionieren. Unter diesen Vorzeichen wurde bereits ein eigener Vorstand nur für den Mittelstand eingestellt.