HWK Schwaben

Ausbildungsmarkt zieht wieder an

Augsburg | 30.08.2010

Ausbildung
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Positiv startet im schwäbischen Handwerk das Ausbildungsjahr 2010/2011. Bis zum Jahresende werden Ausbildungszahlen wie im Jahr 2008 erwartet. Handwerkskammer Schwaben: Junge Menschen haben in Handwerksberufen beste Aussichten.

Die Wirtschaftskrise, die den Lehrstellenmarkt im vergangenen Jahr deutlich beeinträchtigt hat, scheint überwunden. So sind Ende August 2010 bisher 2.554 neue Ausbildungsverträge bei der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) eingetragen. Das ist eine Steigerung von 7,54 Prozent zum gleichen Termin des Vorjahres (2.375 Verträge). Derzeit sind bei der Handwerkskammer (HWK) rund 60 Prozent der zu erwartenden Verträge im Haus.

Ausbildungszahlen: Niveau von 2008

Anette Göllner, die Leiterin der Hauptabteilung Berufsausbildung bei der HWK Schwaben, blickt daher positiv in die Zukunft: "Wir gehen davon aus, dass wir zum Jahresende das Niveau des Jahres 2008 (insgesamt 4.662 Ausbildungsverträge) knapp erreichen werden."

Gute Chancen für Jugendliche, die noch keinen Platz haben

Mut macht Göllner jungen Menschen, die bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben: "Es ist noch lange nicht alles gelaufen und wir erhalten immer noch Anfragen von Betrieben, die noch keine passenden Jugendlichen gefunden haben. Ich rate daher diesen jungen Leuten weiterhin aktiv zu sein, engagiert Kontakt zu den Betrieben aufzunehmen und sich nicht nur auf den Traumberuf zu versteifen. Es lohnt sich über Alternativen nachzudenken und Chancen zu ergreifen, die erst auf den 2. Blick interessant sind." Gute Aussichten auf einen Ausbildungsplatz gibt es noch in den Nahrungsmittelhandwerken, im Baubereich sowie in der Metall – und Elektrobranche.

Permanent stehen die Ausbildungsexperten der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) in Kontakt mit den Ausbildungsbetrieben. In einem ersten Schritt sorgt der Ausbildungsplatzakquisiteur dafür, dass die offenen Stellen der Betriebe bei der HWK erfasst werden und in die Internetlehrstellenbörse eingestellt werden. Im Auftrag der Betriebe kümmert sich der HWK-Matcher als Spezialist um eine passgenaue Vermittlung von Jugendlichen. Er gleicht die Profile der Jugendlichen mit den konkreten Vorstellungen der Handwerksunternehmen ab. Das entlastet die Unternehmer bei der Suche und hilft den jungen Menschen einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Angebot an freien Ausbildungsplätzen online

Ein Indiz, dass es sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt zunehmend entspannt hat, findet sich auch in der oben schon genannten Lehrstellenbörse der beiden Wirtschaftskammern. Unter www.lehrstellen-schwaben.de sind momentan über 600 freie Stellen in ganz Schwaben eingetragen. Das Handwerk hat dabei einen Anteil von rund 50 Prozent.

"Wer sich überhaupt noch nicht schlüssig ist, was er machen möchte findet unter www.handwerksberufe.de viel Wissenswertes und gute Tipps.", ermuntert Anette Göllner die Jugendlichen zu Aktivität.

Demografischer Wandel und Trend zu Fachkräftesicherung spürbar

Dass es noch offene Stellen gibt, ist auch ein Indiz dafür, dass der demografische Wandel voll im Gang ist. Die Zahl der Schulabgänger ist deutlich zurück gegangen. "Wir sind immer stärker gefordert, qualifizierte Auszubildende zu finden. Das heißt in der Konsequenz, dass unsere Unternehmen in der Zukunft noch mehr Augenmerk auf die frühzeitige Präsentation der Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten in den Handwerksbetrieben richten müssen. Werbung für Handwerksberufe und Bewerberauswahl brauchen die besondere Aufmerksamkeit der Unternehmen. Wer mit der Zeit geht, muss auch hier Flexibilität und Innovation beweisen. Bald werden im Handwerk wieder händeringend gute Auszubildende gesucht - und die Jugendlichen können sich ihren Ausbildungsplatz aussuchen."

Positiv: Praxisnähe der Hauptschulen

Gerade das Handwerk als besonders personalintensiver Wirtschaftszweig ist auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Zwar kommen rund 67 Prozent der Auszubildenden im Handwerk aus der Hauptschule, aber von diesen Berufsanfängern verfügen viele über einen mittleren Bildungsabschluss, den sie in der Hauptschule erworben haben. Insgesamt haben zum Stichtag rund 28 Prozent der Auszubildenden einen mittleren Schulabschluss aufgrund M-Zug und Realschule, der gerade für die technischen Handwerksberufe als Voraussetzung immer wichtiger wird.

Positiv bewertet die Göllner die Zusammenarbeit mit den Hauptschulen: "Berufsorientierung wird dort groß geschrieben. Praktika gehören zum Standard und diese Maßnahmen bilden eine gute Grundlage für die Berufswahl. So finden die jungen Menschen frühzeitig heraus, wohin ihr beruflicher Weg führen soll."

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