Augsburg | 19.05.2010

Bayerischer Gründerpreis, Augsburger Triple
Dreifacher Erfolg für Augsburger Unternehmen beim "Bayerischen Gründerpreis"! Erfahren Sie brandaktuell bei uns, wer die Gewinner sind...
Mit der Brauerei Riegele in Sachen Nachfolgeregelung, der "Augsburger Gesellschaft für Lehmbau, Bildung und Arbeit" beim Sonderpreis und Verlegerin Ellinor Holland für ihr Lebenswerk gehen der Löwenanteil der diesjährigen Auszeichnungen nach Bayerisch-Schwaben. Große Freude darüber auch bei der Stadtsparkasse Augsburg, die alle drei Gewinner vorgeschlagen hatte.
Für Prof. Rudolf Faltermeier, Vizepräsident des Sparkassenverbands Bayern, ist es keine Frage: "Auch in Krisenzeiten darf gefeiert werden." Vor allem, wenn es dabei um Unternehmen geht, die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erfolgreich sind. "Inmitten der Schwierigkeiten liegt auch die Möglichkeit", sagte Faltermeier heute vormittag in Nürnberg bei der Bekanntgabe der Gewinner des "Bayerischen Gründerpreises", den die Sparkassen im Freistaat jedes Jahr vergeben. Die Preisträger wirkten als Beispiel: "Auch und gerade in wirtschaftlich weniger günstigen Zeiten", so Faltermeier, "ist unternehmerisches Risiko notwendig, um die Volkswirtschaften aus der Talsohle zu führen."
Soziales Engagement gewürdigt
Dass gleich zwei der diesjährigen Preisträger vor diesem Hintergrund auch ausdrücklich wegen ihres sozialen Engagements gewürdigt wurden, überrascht daher nicht. Beide kommen aus Schwaben. Den Sonderpreis für "besondere Leistungen" nahm Günter Brandmiller für die "Augsburger Gesellschaft für Lehmbau, Bildung und Arbeit" entgegen. Vor 24 Jahren als gemeinnütziger Verein gegen die Not der Jugendarbeitslosigkeit gegründet bietet dieses Unternehmen heute als "Sozialkonzern" (Brandmiller) mehr als 800 Arbeitsplätze und hat zahllosen jungen Menschen eine Motivation gegeben, doch noch ihre Chance am ersten Arbeitsmarkt zu suchen und zu sehen.
Die Unternehmensgruppe ist auf vielen Feldern aktiv. Zum Leistungsspektrum gehören neben der beruflichen Integration und Qualifizierungsangeboten im Bereich Aus- und Weiterbildung unter anderem auch Jugend- und Sozialarbeit, Drogenberatung und -therapie, Erlebnispädagogik, sowie Wohn- und Gastronomieprojekte. "Wir wollen, dass Sozialarbeit sich aus sich selbst heraus finanzieren kann und von staatlichem Geld unabhängig ist", sagte Brandmiller.
"Größe, Regionalität und soziale Verantwortung"
Die Auszeichnung für das „Lebenswerk“ erhält die Augsburger Sozialförderin sowie Druck- und Medien Unternehmerin Ellinor Holland. Faltermeier machte deutlich, dass ihr Erfolg als Unternehmerin mit dem Aufbau einer der größten deutschen Regionalzeitungen und eines bedeutenden Familienunternehmens untrennbar verbunden ist mit ihrem Engagement für das 1965 gegründete Leserhilfswerk "Kartei der Not". "Größe, Regionalität und soziale Verantwortung - das gefällt uns als Sparkassen natürlich ganz besonders", sagte Faltermeier.
Ellinor Holland zeigte sich erfreut über diese Ehrung: "Ich sehe den Bayerischen Gründerpreis als Auszeichnung für unsere gesamte Mediengruppe und als Aufforderung an mich und meine Familie, gemeinsam mit unseren Mitarbeitern den Weg beim Ausbau der der Augsburger Allgemeinen sowie der Mediengruppe Pressedruck und ihrem Hilfswerk, der Kartei der Not, energisch weiterzugehen."
Ein "Prost" auf die Nachfolge
Dritte im Bunde der Ausgezeichneten sind Vater und Sohn Priller von der Brauerei Riegele aus augsburg. "Sie steht für eine erfolgreiche Fortentwicklung eines mittelständischen Bier- und Getränkespezialisten und eine zeilstrebig umgesetzte Nachfolgeregelung", lobte Faltermeier. Nachfolgen oder Unternehmensübergaben gelten deswegen als "Gründung", weil sie trotz aller Kontinuität stets auch mit einem Neuanfang verbunden sind.
Den Sprung ins heimische Unternehmen im Jahr 2005 beschreibt Sebastian B. Priller-Riegele (35) eher ungewöhnlich. „Halbes Gehalt, aber doppelter Spaß!“ Wer das verstehen will muss wissen, dass Priller von der internationalen Unternehmensberatung Boston Consulting von Berlin in das traditionelle Familienbrauhaus Riegele nach Augsburg gewechselt hat, um hier die Nachfolge seines Vaters anzutreten. Nicht nur das. Priller ist angetreten, um das Brauhaus nach außen zu öffnen, Bierkultur zu zelebrieren und damit wieder neue Kundengruppen zu erschließen. Als Vizeweltmeister der Biersommeliers hat er sein Hobby zum Beruf gemacht.
Möglich ist diese strategische Neuausrichtung der Brauerei durch die langjährige erfolgreiche Arbeit des Vaters Dr. Sebastian Priller (60), der neben einem hochmodernen Logistikzentrum und einem kontinuierlichem Markenaufbau, insbesondere durch die Entwicklung hauseigener Immobilien, die Basis für das zukünftige Geschäftsmodell gelegt hat.
Der "Gründerpreis" hat auch noch einen anderen Hintergrund: 2009 haben die bayerischen Sparkassen für ca. 1.800 Existenzgründungen insgesamt 170 Mio. Euro an Gründungsdarlehen ausgereicht, so Vizepräsident Prof. Rudolf Faltermeier. Da mit einer Errichtung eines Unternehmens jeweils mehrere Arbeitsplätze geschaffen werden, ermöglichten die Initiativen der Gründer sowie die Kredite der Sparkassen etwa rund 5.000 neue Jobs. Die aktuellen Zahlen zur Vergabe von Neukrediten zeigten außerdem, so Faltermeier, dass es für Projekte mit einem durchgerechneten Geschäftsmodell keine Kreditklemme gebe.
Die Ehrungen des Bayerischen Gründerpreises waren eingebettet in die eintägige Unternehmerkonferenz der bayerischen Sparkassen. Im Vordergrund standen Kommunikation und Information sowie fundierte und individuelle Beratung.
Foto: Nach der Bekanntgabe der Sieger freute sich die Augsburger Delegation über den großen Erfolg beim diesjährigen Gründerpreis (v.l.): Günter Brandmiller, Sparkassen-Vizepräsident Faltermeier, Dr. Walter Eschle, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Augsburg, Dr. Sebastian Priller, Sebastian B. Priller.
Die Helden des regionalen Mittelstandes – wir haben sie aufgespürt und lüften ihre Erfolgs-geheimnisse.
Aktuell: B4B SCHWABEN hat den Geschmacks-Test bei der Eduard Edel Bonbonfabrik gemacht.
Der betriebliche Alltag steckt voller Fragen und Herausforderungen in Sachen IT. Die Antworten finden Sie in unserem neuen B4B SCHWABEN CROSSMEDIA GUIDE.
Lernen Sie Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben kennen!
Aktuell: Dr. Michael Proeller ist nicht nur CEO bei Erhard + Leimer, sondern auch gebürtiger und leidenschaftlicher Augsburger. Im 101-Köpfe Interview spricht er über Beruf und Privates.

Firmenporträts erfolgreicher Unternehmen in Bayerisch-Schwaben, Reporte zu Zukunftsbranchen und Analysen zu Perspektiven der Region.
Mittelstand und Börsengang
Gerade erfolgreiche mittelständische Unternehmen, die expandieren wollen oder ihre Forschung und Entwicklung intensivieren möchten, benötigen ausreichend Kapital. Der Königsweg ist die Finanzierung über ausreichend Eigenkapital.

Die aktuelle Ausgabe
„Bayerisch-Schwäbische Wirtschaft“
jetzt online zum Blättern!