Straßenbahnlinie 6

Viel Kritik um Straßenbahnlinie 6

Aichach-Friedberg | 16.12.2010

Foto Siegfried Kerpf Stadt Augsburg_Straßenbahn Linie 6_1
Foto Siegfried Kerpf Stadt Augsburg_Straßenbahn Linie 6_1

Laut Augsburger Allgemeine sucht die Linie 6 noch ihren Takt. Am Königsplatz herrsch Hochbetrieb, denn durch die Linie 6 herrscht dort noch mehr Verkehr.

Auf der Linie 6 hakt es immer noch. Die neue Straßenbahn von Friedberg zum Hauptbahnhof sucht immer noch ihren Takt: Mal fahren Trams dicht auf dicht, mal gibt es große Lücken. Doch die Linie 6 ist nicht an allem Schuld. Laut Augsburger Allgemeine erschweren winterbedingte Unfälle den Takt. Bis zu zehn Bahnen waren nach Unfällen in Reparatur. Ein weiteres Problem stellt sich durch die mangelnde Anbindung an die Buslinie 200 dar.

Chaos am Königsplatz

Ursprünglich hätte der „Kö“ bis zum Start der Linie 6 umgebaut werden sollen. Jetzt beginnen die Arbeiten erst 2011. Daher herrscht nun seit Einführung der Linie 6 „ziemliches Chaos am Königsplatz, da sich der fehlende Bahnsteig am südlichen Gleisdreieck massiv bemerkbar macht“.

Klagen von Seiten der SPD

Laut Augsburger Allgemeine beklagt die SPD, dass Oberbürgermeister Gribl im Jahr 2007 einen frühzeitigen Umbau des Kö's gebremst habe. Damit macht die SPD Gribl indirekt für die Probleme der Einführung der Linie 6 verantwortlich. „Es rächt sich, dass der Kö erst nach der Fertigstellung der Linie 6 umgebaut wird“, so Fraktionschef Stefan Kiefer. Der Bürgerentscheid, den die CSU unterstützte, habe drei Jahre gekostet statt eines, wie im Wahlkampf versprochen.

Zusammenspiel zwischen Tram, Bussen und Ampeln funktioniert nicht

„Da hakt es noch. Das lässt sich vor Inbetriebnahme aber nicht richtig testen“, sagt Stadtwerke-Sprecher Jürgen Dillmann. Die Schwierigkeiten seien nur „Schritt für Schritt“ im Betrieb in den Griff zu bekommen. Die Probleme auf der neuen Trasse im Osten der Stadt bringen nicht nur die Linie 6 aus dem Fünf-Minuten-Takt. Der „Domino-Effekt“, sagt Dillmann, sorgt dafür, dass sich die Verzögerungen auf andere Linien ausdehnen.

Das Warten in der "Prärie" ist unzumutbar

Zugige Haltestelle: Laut Augsburger Allgemeine stößt das Umsteigen in Friedberg-West auf Kritik der Fahrgäste. Am Park-and-ride-Platz in Friedberg-West herrschen eisige Temperaturen. Aus der Linie 6 steigen Pendler aus und warten auf den Stadtbus, der sich nach Friedberg befördern soll. Doch das kann dauern. Denn ein direkter Anschluss mit der Linie 200 klappt nur vereinzelt.

Auch Informationen sind Mangelware

Auf der Digitalanzeige leuchten nur die Abfahrtszeiten der Linie 6 auf. Wann die Buslinie 200 eintrifft oder geschweige denn abfährt bleibt ein Rätsel. Bei diesem Chaos ist es reine Glückssache, ob es mit dem Umsteigen klappt. Zwar kommt der Bus in der Hauptverkehrszeit alle 15 Minuten. Tagsüber zwischen 8 und 15 Uhr jedoch nur jede halbe Stunde. „Ich dachte, wir hätten direkten Anschluss, doch der Bus ist uns gerade vor der Nase weggefahren“, kritisiert eine Carola Lorenz. Jetzt muss sie warten, bis der nächste kommt. Es sei ärgerlich, wenn der Stadtbus nicht auf die Pendler aus der Anschlussbahn warte, findet Lorenz: „Mit dem 36er Bus war's besser.“

Fahrgäste bemängeln unzureichenden Schutz vor Kälte an der Haltestelle

Laut Augsburger Allgemeine dient nur ein Glasdach ohne durchgehende Seitenwände als Unterstand. Die Fahrgäste, die auf den 200er Bus zur Innenstadt warten müssten, sind den winterlichen Temperaturen auf dem offenen P-&-R-Platz schutzlos ausgesetzt.

Schlechte Anschlüsse, fehlende Information und keinerlei Komfort - das sind die Kritikpunkte am neuen Nahverkehrskonzept, das seit Sonntag gilt.

 

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