Aichach-Friedberg | 13.10.2010
Die B300 ist nach wie vor ein Streitthema in Friedberg. Die Argumente für und gegen den Bau einer Nordumfahrung wollen nicht enden. Auch die Politik ist gespalten.
Die alte B300 führt mitten durch Friedberg und teilt den Ort. Dies sehr zur Belastung der Anwohner und Schulen, da bis zu 18.000 Fahrzeuge jeden Tag Friedberg durchfahren. Schon seit längerem ist eine Nordumfahrung im Gespräch. Am Donnerstagabend wird sich der Friedberger Stadtrat laut Augsburger Allgemeine wieder mit dem Thema befassen.
Politik und Bürger sind sich nicht einig
Für den Bau der Straße haben sich bis jetzt die SPD/Parteifreie und die Freien Wähler ausgesprochen. Die CSU und die Grünen stehen auf der Seite der Gegner. Auch die Bürger können sich nicht einigen. Pläne für eine Umgehungsstraße, die zwischen Friedberg und Wulfertshausen hindurch nach Westen führt, gibt es bereits seit dreißig Jahren.
Problem Höhenunterschied
Ein bekanntes Problem ist die Überwindung des Höhenunterschiedes zwischen Lechleite und Ebene. Nach Untersuchung verschiedener Varianten wurde das Projekt bereits auf die Ebene des Bundesverkehrswegeplans mit höchster Dringlichkeit gehoben. Im Jahr 2008 stoppte das Projekt jedoch, da die rot-grüne Bundesregierung die Finanzierung still legen ließ. Der Ausbau und die Verlegung von Bundesstraßen, die parallel zur Autobahn verlaufen wurden nicht mehr weiter verfolgt. Dieser Entscheidung fiel auch die Nordumfahrung bei Friedberg zum Opfer.
Die A8 als blockierender Faktor
Die CSU spricht sich gegen die Nordumfahrung bei Friedberg aus. Die Fertigstellung der sechsspurigen Autobahn A8 könne als Entlastungsstraße dienen. Die Grünen teilen diese Meinung. Als Lösung wird von beiden Parteien die Umlenkung des Durchgangsverkehrs auf die A8 vorgeschlagen. Lkw`s sollen ein Nachtfahrverbot für die B300 erhalten. Ziel ist es dann die Ortsdurchfahrt Friedberg wieder zurück zu bauen.
Bauamt und Anlieger sind empört
Das staatliche Bauamt beurteilt dies skeptisch, so die Augsburger Allgemeine. Die Behörden sehen in dem Vorschlag keine nennenswerte Entlastung. In einem Brief des Staatssekretärs Andreas Scheurer (CSU) wird „eine Verlegung der B300 über die A8 nicht als brauchbare Alternative“ angesehen.
Die Befürworter agieren weiter
Die Grünen hoffen einen starken Zusammenhalt der Befürworter. „Die Bundesregierung kann ihre Meinung jederzeit ändern, wenn alle an einem Strang ziehen“, so die Grünen. Landrat Christian Knauer und Eduard Oswald zählen weiterhin zu den Befürwortern. Kurzfristig möchte Knauer die Anwohner jedoch mit einem Lkw-Fahrverbot entlasten. Es steht zu befürchten, dass das Projekt frühestens 2015 als vordinglicher Bedarf in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Aus Lärmschutz-Gründen sind bereist weitere Neubauten entlang der B300 untersagt worden.
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