Aichach-Friedberg | 23.07.2009
„Die Region kommt vielleicht mit einem blauen Auge davon.“ So beschreibt Herbert Scheel, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung für den Landkreis Aichach-Friedberg, die momentane wirtschaftliche Situation für den Landkreis Aichach-Friedberg.
Im Vergleich zum restlichen Schwaben und im Vergleich zum Jahresbeginn bewerten die Unternehmen im Landkreis ihre derzeitige Lage deutlich besser. Auch die Erwartungen liegen etwas über dem Durchschnitt. Dies ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Schwaben.
Dennoch sollte man laut Scheel die Ergebnisse für den Landkreis nicht zu euphorisch sehen. Die Krise hinterlässt auch in der hiesigen Wirtschaft ihre Spuren. Der Anteil der Unternehmen, welche ihre Geschäftslage als schlecht einstufen, ist im Vergleich zum Jahresbeginn um über zehn Prozent gestiegen. Das Bild der zweigeteilten Wirtschaft setzt sich auch in der Zukunft fort. Einerseits stieg zum Vorjahr der Anteil der Unternehmen, die eine Verbesserung ihrer Lage vorhersehen, auf 25 Prozent. Andererseits nahm auch der Anteil derer zu, die negativ in die Zukunft blicken. Laut Scheel deuten diese Zahlen darauf hin, dass die Entwicklungen in den verschiedenen Branchen große Unterschiede aufweisen.
Betroffen ist auch im Landkreis Aichach-Friedberg die Industrie, die Auftragsrückgänge verkraften muss. Ein gewisses Polster scheint aber aufgrund der guten konjunkturellen Entwicklung in den Vorjahren vorhanden zu sein, da die meisten Unternehmen in der Umfrage ihre derzeitige Geschäftslage noch als gut bis befriedigend beurteilen, gleiches gilt für die Kapazitätsauslastung. „Dieses Ergebnis zeigt, dass wir in der vergangenen Zeit in vielen Unternehmen an der Kapazitätsgrenze gearbeitet haben, ein Rückgang der Auftragseingänge bedeutet somit für viele Betriebe nicht gleich das Aus“, so Scheel, „es bleibt allerdings zu wünschen, dass ab Herbst 2009 die Automotive-Sparte für die Zulieferer wieder „anspringt“.“
„Diese allgemeine negative Stimmung wirke sich natürlich auch auf die Beschäftigungsabsichten und auf das Investitionsverhalten der Unternehmen aus“, so Scheel. Zwar versuchen zwei Drittel aller Unternehmen ihre Beschäftigungszahlen stabil zu halten, knapp jedes zehnte denkt sogar an Neueinstellungen; dennoch stieg im Vergleich zum Jahresbeginn der Anteil derer, die planen ihre Belegschaft zu verkleinern, auf fast 23 Prozent an. „Das ist zwar sehr bedauerlich, aber bei weitem nicht so dramatisch wie die Aussagen aus anderen Regionen. Schwabenweit gehen immerhin 39 Prozent der Unternehmen von abnehmenden Beschäftigtenzahlen aus“, erläutert Scheel.
Ähnlich verhält es sich mit den Aussagen zu den Investitionsabsichten. Die Unternehmen aus der Region sind vorsichtiger geworden, aber von einem Investitionsstopp kann nicht die Rede sein. Nach wie vor geben Unternehmen an, vermehrt investieren zu wollen.
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