LBS & "Das Haus"

“Das Goldene Haus“: Augsburger prämiert

Aichach-Friedberg | 24.09.2010

LBS & "Das Haus" - Auszeichnung in der Firnhaberau
LBS & "Das Haus" - Auszeichnung in der Firnhaberau

Sanierung muss nicht gleich Zerstörung bedeuten. Modernes Wohnen mit Tradition ist vielen Bauherren mit Altbauten bereits gelungen. Unter anderem einer Familie in der Firnhaberau.

Die Zeitschrift „Das Haus“ und die Landesbausparkassen machten sich bei Bauherren und Architekten auf die Suche nach guten Modernisierungskonzepten. Gefragt wurde nach Architektur, die zeigt, wie man Wohnqualität zu günstigen Umbaukosten schafft. Wie für mustergültigen Energiebedarf gesorgt wird und man dabei den städtebaulichen Kontext berücksichtigt. Außerdem wie Architektur Besonderheiten der städtischen Topographie aufgreifen kann. Zehn Preise im Gesamtwert von 32.000 Euro waren zu vergeben. Ein Sonderpreis ging an ein Doppelhaus aus dem Jahr 1935 in der Firnhaberau. Der Preis ging an die Bauherren Natalie und Daniel Eberhard. Ihr Architekt ist Sergej Felber von Schafitel-Felber Architekten in Augsburg.

Weniger ist meistens mehr

Sechs Baumaterialien reichten früher für ein Haus: Sand, Kalk, Ziegel, Holz, Eisen und Glas. Heute haben Renovierer und Bauherren die Wahl unter 160 Materialien – für manches Haus eine Qual. Zu viele verschiedene Materialien, die oft auch noch falsch kombiniert werden setzen einem Altbau zu. Rabiate Energiespar-Maßnahmen setzen einem Altbau weiterhin optisch und bauphysikalisch zu. Darum sind gute Vorbilder wichtiger denn je. Denn die meisten heute vermittelten Immobilien in Bayern kommen aus dem Bestand. Sie werden von den neuen Eigentümern modernisiert und renoviert und den eigenen Bedürfnissen angepasst. Nach diesen Vorbildern wurde gesucht. 160 Bauherren und Architekten in ganz Deutschland folgten dem Aufruf und schickten ihre Unterlagen ein. Eine Jury von Fachleuten bewertete die Einsendungen. Zehn davon wurden prämiert. Die Jury vergab drei Haupt- und vier Sonderpreise sowie drei Anerkennungen. Eines dieser gelungenen Beispiele steht in der Firnhaberau in Augsburg. Das Doppelhaus aus den 1930er Jahren der Familie Eberhard. Der Sonderpreis, ein Scheck über 2.000 Euro, wurde ihnen heute übergeben. Überreicht bekam die Familie den Preis von Wolfgang Rauskolb, Direktionsbeauftragter der LBS und Gerhard Böglmüller von der Stadtsparkasse Augsburg.

Ein kleines Doppelhaus mit Bauschäden aber viel Potenzial

Die Bausubstanz des 1935 erbauten Doppelhauses erwies sich als sehr schlicht. Der Keller war feucht, die Dämmung völlig unzureichend, die Haustechnik überaltert. Außerdem boten die 80 Quadratmeter Wohnfläche wenig Platz. Doch der Altbau steht in einer gut geplanten Siedlung, die auch heute noch alles bietet, was ein Stadtteil braucht. Zudem befindet sich das Haus direkt am Lech. Natalie und Daniel Eberhard wussten, was auf sie zukommen würde. Dennoch entschieden sie sich 2008, das Haus zu kaufen. Die Bauschäden waren zu sanieren und sie mussten für besseren Wärmeschutz sorgen. Ziel war es die Wohnfläche auf die gewünschten 160 Quadratmeter zu vergrößern. Außerdem sollte moderner Wohnkomfort geschaffen werden. Dazu waren ein Um- und Anbau war nötig. Wichtig war es den Bauherren aber trotzdem auf alle Fälle den Charakter von Haus und Quartier beizubehalten. Keinesfalls sollte der eigentliche Charme des Hauses zerstört werden.

Ein Stall wird zum transparenten Wohnraum

In Architekt Sergej Felber fanden die Eberhards einen Partner, der mit ihnen die Symbiose von Alt und Neu schaffte. Mit wenigen Eingriffen weiteten sie den engen, dunklen Bestandsbau aus. Der alte Stall wurde durch einen modernen Glasanbau ersetzt. Dieser öffnet sich in den Garten und holt dadurch optisch die Natur ins Haus. Der Anbau wirkt größer als er ist und lässt die Bewohner zu jeder Jahreszeit mit dem großen Garten leben. Im Garten lassen sich zudem nach seiner Umgestaltung viele unterschiedliche Bereiche finden. „Niedrigenergie“ war eines der Schlagwörter beim Umbau. Vom Keller bis zum Dach sollen Ressourcen geschont und die Natur ins Haus geholt werden. Das gelang den Bauherren und ihrem Planer auch mit einer Wärmepumpe, die die konstante Temperatur des Grundwassers nutzt. Weiterhin wurden Solarkollektoren auf dem Dach installiert. Das gesamte Haus wurde außerdem hochwertig gedämmt, was den Energieverbrauch senkt und den Altbau auf Neubau-Niveau hebt.
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