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Licht zaubert. Keine Filmszene, für die nicht stundenlang an der Beleuchtung herumjustiert wurde. Kaum ein Wellnessparadies ohne beruhigende und vitalisierende Lichtduschen. Weil Licht Stimmungen beeinflusst und Menschen, Landschaften und Gegenstände schöner und begehrenswerter zeichnet, ist auch in Büros, Verkaufsräumen und Eigenheimen mehr und mehr professionelle Lichtplanung angesagt.
Aus dem Minus ein Plus machen
Glühbirne einschrauben und gut ist? Diese Zeiten sind vorbei, seitdem von der EU die strengen Vorgaben kamen, die das Aus herkömmlicher Glühlampen (und auch der weniger energieeffizienten der Halogenlampen) bedeuteten. „Bei den Verbrauchern ist eine große Verunsicherung zu spüren“, berichtet etwa Peter Suntinger aus dem Traditionshaus Suntinger Leuchten Augsburg. „Man müsste extra jemanden einstellen, der die Fragen der Kunden beantwortet“, berichtet er – bei Suntinger gibt es neben modernen Leuchten nämlich auch Antikes, und um Kronleuchter, Jugenstil-Leuchte und 70-er-Jahre-Chic stilvoll erstrahlen zu lassen, braucht es individuelle Lösungen. „Menschen, die früher einfach in den Baumarkt fuhren, sind dort inzwischen überfordert“, berichtet Alexander Ludwig, Geschäftsführer von Ludwig Leuchten in Mering. Nicht nur aufgrund der Vielzahl der Leuchtmittel. Halogen oder Energiesparlampe, LED oder doch eine günstige, übriggebliebene Glühbirne (Erklärungen siehe Tabelle)? Fragen bleiben zuhauf: Welche Wattzahl, welcher Lumen-Wert, welche Lichttemperatur, welcher Ra-Wert passt zum eigenen Anspruch? Wie sieht das Leuchtmittel nach Wahl dann im Betrieb tatsächlich aus?
Starke Lampen, schwache Lampen
„Grundsätzlich gibt es jede Menge Unterschiede auch in der Qualität“, betont Ludwig. Im Fachhandel gibt es darum die Möglichkeit, zu testen, zu vergleichen, auszuprobieren. Unternehmen wie Ludwig Leuchten, die Industriegebäude, Verkaufsräume, Sportzentren und vieles mehr ins jeweils beste Licht setzen, machen aus dem Leben nach der EU-Verordnung bezüglich des Glühlampenverbots das Beste. Sie passen die Planung jeder Beleuchtungssituation und das Design jeder Leuchte den neuen Zeiten an. Auch wenn sie – so wie Alexander Ludwig – die EU-Verordnung und ihren wirklichen Nutzen für die Umwelt durchaus kritisch sehen. Ludwig hat nach eigenen Angaben jede Menge Glühlampen gehamstert und meint: „Ihr Licht beeinflusst das menschliche Wohlbefinden positiv, genau wie Sonnen- oder Kerzenlicht. An diesen Aspekt wurde bislang zu wenig gedacht.“
„Wir Lichtplaner finden es bedauerlich, dass eins unserer Mittel, mehr aus Räumen herauszuholen, nun wegfällt“, betont auch Peter Baur von der Firma Candela Lichtplanung, die in Stuttgart startete und seit Frühjahr 2009 auch in Ulm zu finden ist. „Das Technische ist durchaus komplexer geworden, zumal die Energiesparlampen oft nicht überzeugen und viele der LED noch nicht so leistungsfähig sind, wie sie sein sollten.“ Baurs Rezept gegen Licht-Verdruss: Nur auf hochwertige Lampen setzen. Beleuchtung ganzheitlich betrachten. Und mit Architekten und Bauherren bzw. Betriebsleitern so früh wie möglich gemeinsam nach der besten Lösung zu streben. „Erst das Licht bringt die Magie einer jeden Materie zum Scheinen“, betont Peter Baur. „Wenn man dieses Bewusstsein in sich verankert hat, dann versteht man, dass Architektur nur im Zusammenhang mit Licht funktionieren kann.“
Kleine Lichtlein, große Wissenschaft
Lichtplaner arbeiten gern mit Produkten der Marktführer in Sachen Leuchtmittelherstellung – zum Beispiel der Osram AG, die ihren Hauptsitz in München hat, in ihrer Augsburger Niederlassung u. a. Energiesparlampen produziert und dort auch einen Teil des Nachwuchses ausbildet. Für die Osram-Entwickler bedeutet die EU-Energiesparverordnung im positiven Sinne: Viel, viel Arbeit. Zunächst gaben die Entwickler sich alle Mühe, die Verbraucher doch noch für die neue Generation der Lampen zu begeistern – und schufen unter anderem optische „Zwillinge“ der altvertrauten Glühbirne. Auf den Osram-Internetseiten können Interessierte jede Menge über Licht lernen und diverse Alternativen zur Glühlampe entdecken.
Inzwischen lassen sich mehr und mehr Kunden für die modernen Lampen begeistern, wagen das Spiel mit unterschiedlichen Formen und Farben und begeistern sich z. B. für Halogenlampen, die dasselbe Licht spenden wie Glühbirnen, für Energiesparlampen mit warmem Licht, für dimmbare LED oder LED-Leuchten zum Eigeneinbau. „LED sind allgemein im Trend“, sind Alexander Ludwig, Peter Baur und das Team von Osram sich einig. Sie können winzig sein und riesige Flächen illuminieren, bringen Wohnzimmer-Sternenhimmel zum Funkeln und lassen Vitrineninhalte wie Kunstwerke erstrahlen. Die Firma Osram hat zudem gerade eine neue Generation von Leuchtmitteln entwickelt, die mit organischen LED, kurz OLED, arbeiten. OLED sind Bauelemente aus ultradünnen halbleitenden organischen Schichten und eigenen sich daher perfekt für Flächenbeleuchtungen. „Lichtdesigner sind begeistert von den Möglichkeiten und der warmen, diffusen Lichtfarbe von OLED“, berichtet Nadine Kleinert aus dem OSRAM-Presseteam. Die ersten Büros mit OLED-Beleuchtung von Osram gehören dem TÜV Süd in München, auch die Erlebniswelt des FC Bayern, die 2012 zum Champions Finale eröffnet, setzt auf LED und OLED.
Mal klare Köpfe schaffen, mal entspannend wirken: Licht kann viel
Osram und Ludwig Leuchten gestalten auch eigene High-End-Leuchten, die nicht nur energiesparend Licht schenken, sondern auch Designpreise gewinnen. Bei Ludwig Leuchten haben zuletzt die Leuchten Y-Psilon und Brett-LED besonders überzeugt. Brett-LED wurde soeben der Materialica DESIGN & TECHNOLOGY AWARD in Silber verliehen, die Pendelleuchte Y-Psilon bekam den Interior Innovation Award 2011 und wurde für den Designpreis Deutschland 2012 nominiert. Für letzteren ebenfalls nominiert ist Osrams OLED-LED-Hängeleuchte Airabesc, die den Red Dot Award 2011 bereits sicher hat.
Bei Lampen Suntinger mögen die Kunden „wie bisher ganz Unterschiedliches: Modernes, Antikes und beides nebeneinander“, berichtet Peter Suntinger. Gute Lichtplanung rückt sowieso nicht die einzelne Brennstelle in den Mittelpunkt, sondern will Büros, Wohnräume, Gastronomie und Gewerbebauten zu Orten der Zufriedenheit bzw. des Erfolgs machen. „Wir bei Osram halten es so wie viele moderne Betriebe“, verrät Nadine Kleinert, „wir setzen auf intelligentes Lichtmanagement. Hier wird die Beleuchtungsanlage so gesteuert, dass Lichtintensität, Farbtemperatur und Dynamik der Innenraumbeleuchtung das Tageslicht von draußen zu jedem Zeitpunkt optimal ergänzt. So kann die künstliche Beleuchtung das Tageslicht simulieren und für mehr Konzentration und Wohlbefinden sorgen.“ Auch die Candela Lichtplaner setzen darauf, jeden zu beleuchtenden Raum auf die Bedürfnisse seiner Nutzer hin zu gestalten. „Ob Kinderzahnarztpraxis oder Hotellobby, ob Privathaus oder jetzt gerade das Capitol in Augsburg, es geht nicht nur ums Ausleuchten, sondern vor allem auch ums Wohlfühlen“, betont Peter Baur. Candela-Gründer Michele Rami ergänzt: „Jedes Zimmer braucht grundsätzlich drei unterschiedliche Arten von Licht: Raumlicht zum Sehen, Akzentlicht zum Hinsehen und Stimmungslicht zum Ansehen.“
Der eine, große Megatrend am Leuchten- oder Leuchtmittel-Horizont ist also zurzeit nicht auszumachen. Stattdessen scheint etwas Neues in Mode zu kommen: Unternehmer und Bauherren lassen das Jammern über das Glühbirnenverbot bleiben und räumen dem Licht die Bedeutung ein, die ihm nach der Entdeckung des Feuers und der Erfindung der ersten Kerzen ursprünglich zukam. Es auch nachts hell zu haben, ist für uns selbstverständlich – viele hatten nur vergessen, dass künstliches Licht darüber hinaus zaubern kann. Um aus den neuen Möglichkeiten das Beste zu machen und auch noch die Umwelt zu schonen, braucht es viele Zaubermeister. Die Entwickler guter, langlebiger Lampen, der Fachhhandel und kompetente, ganzheitlich denkende Lichtplaner gehören schon dazu und schenken ihren Kunden magische Momente.