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Mit Kaminöfen behagliche Wärme und Atmosphäre schaffen

Wohnen & Leben | 10.11.2011

Mit Kaminöfen behagliche Wärme und Atmosphäre schaffen
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Raumteiler mit Kamineinsatz der dänischen Firma Scan

Zurück zur Feuerkultur – so kann man den aktuellen Trend bei Kaminöfen bezeichnen. Große Glasscheiben, bei der die Flammen gut zur Geltung kommen, oder kombinierte Heiz- und Kochherde sind gefragt.

Kaminöfen sind vor allem ein sinnliches Erlebnis“, schwärmt die Augsburger Innenarchitektin Daniela Dörfler: „Einfach gemütlich und angenehm warm fühlt sich das Heizen mit einem Kaminofen an. Die Wärmeausstrahlung ist eben anders als bei einer Wand- oder Fußbodenheizung.“ Und so sorgen das Knistern des Holzes und der Geruch nach Harz für ein wunderbares Hochgefühl, und der Blick in die lodernden Flammen beruhigt Geist und Seele. „Die Menschen wollen das Feuer sehen“, berichtet der Bezirkskaminkehrer Raimund Knab aus seiner Erfahrung: „Derzeit sind Kaminöfen mit großen Glasscheiben gefragt. Es gibt sogar schon Öfen, die als Raumteiler von beiden Seiten betrachtet werden können.“ Neben der Gemütlichkeit ist in den vergangenen Jahren der Energiesparaspekt beim Kauf eines Kaminofens immer wichtiger geworden. „Da Öl und Gas sehr teuer geworden sind, ist das Heizen mit Holz eine günstige Alternative“, so der Energieberater Marcel von Damnitz. Zusätzlich sind Kaminöfen umweltfreundlich, denn das Feuerholz gibt nur so viel CO2 ab, wie der Baum vorher aufgenommen hat. Neue Modelle benötigen nur noch wenig Holz und sind so gebaut, dass sie die Kohlenmonoxid- und Feinstaubwerte der neuesten Bundesimmissionsschutzverordnung einhalten. Kaminkehrer Knab rät daher davon ab, ältere Modelle zu kaufen. „Wenn die Öfen nicht den aktuellen DIN-Normen entsprechen, dürfen wir Kaminkehrer sie nicht abnehmen“, erklärt er.

Auch bei Kaminöfen ist weniger mehr!

Beim Kauf eines neuen Kaminofens sollte nicht nur auf die Immissionsrichtlinien geachtet werden, sondern auch auf die Größe. „Leider werden die meisten Kaminöfen immer noch überdimensioniert gekauft. Viele Leute denken, dass eine hohe Leistung gut ist. Allerdings verbraucht man dann unnötig viel Holz und muss lüften, weil es schnell zu heiß wird“, warnt von Damnitz: „Als Faustregel bei ungedämmten Gebäuden gilt: pro zehn Quadratmeter Wohnfläche ein Kilowatt Leistung, bei neuen gedämmten Bauten reicht ein Kilowatt sogar für 20 Quadratmeter Wohnfläche.“ Auch Innenarchitektin Dörfler rät davon ab, einen zu großen Kaminofen aufzustellen: „Der Kaminofen sollte in guter Relation zu den Möbeln stehen und nicht zu dominant werden.

Zusätzlich sollte man darauf achten, dass der Stil und die Farbe des Kaminofens zur restlichen Einrichtung passen. Hat man eine minimalistische Einrichtung, sollte auch der Kaminofen gradlinig sein.“ Dabei ist die Auswahl an Kaminöfen groß: Alle Formen und Farben sind möglich – runde, eckige, kugelförmige oder auch von der Decke hängend. Geschlossene Kamine sind jedoch am effektivsten, denn sie haben einen hohen Wirkungsgrad. Offene Kamine werfen die Wärme im wahrsten Sinne des Wortes zum Kamin raus. Wer es abends schnell warm haben möchte, ist mit Kaminöfen aus Gusseisen, Edelstahl oder Aluminium gut beraten. Diese geben schnell Wärme ab und kühlen auch schnell wieder ab. Modelle mit einer farbigen Keramik- oder Specksteinplatte speichern dagegen die Wärme und eignen sich für konstantes Heizen. „Gegen einen Aufpreis gibt es Öfen mit automatischer Steuerung der Luftzufuhr, sodass eine konstante Wärme über den ganzen Tag gewährleistet ist“, berichtet Kaminkehrer und Energieberater Knab.

Häuslebauer mögen Kachelöfen

Innenarchitektin Dörfer hat festgestellt, dass modernere Öfen im Trend liegen. Während Wohnungsbesitzer gerne auf Modelle aus dem Baumarkt zurückgreifen, neigen Häuslebauer dazu, sich einen Ofen bauen zu lassen – gern auch einen Kachelofen. Immer häufiger nimmt Kaminkehrer Knab neuerdings auch kombinierte Heiz- und Kochherde ab. Damit wird es nicht nur wohlig warm, sondern man kann gleichzeitig auch noch kochen und vielleicht ein leckeres Holzofenbrot backen. Günstige Ofenmodelle gibt es in den Baumärkten. Allerdings haben teurere Modelle ab etwa 1.500 Euro einen höheren Wirkungsgrad.

Außenkamine lassen sich nachrüsten

Wer einen Kaminofen aufstellen möchte, sollte zunächst seinen Schornsteinfeger fragen, ob der Kamin dafür geeignet ist. Ein Kaminofen darf nämlich nicht am selben Kamin wie die Heizung angeschlossen sein. Wer keinen hauseigenen Kaminabzug hat, kann nachrüsten und einen Edelstahlkamin am Haus anbauen lassen. Das schränkt natürlich die Stellfläche ein, da der Ofen direkt an dieser Außenwand stehen muss. „Der Abstand zum Schornstein darf nicht zu groß sein, sonst ist der Abzug nicht gewährleistet“, erklärt Innenarchitektin Dörfler.

Eines legt der Bezirkskaminkehrer Knab Ofenbesitzern besonders ans Herz: „Lesen Sie unbedingt die Bedienungsanleitung Ihres Kaminofens. Nur so ermöglichen Sie einen reibungslosen Betrieb und erreichen die wohlige Wärme, die Sie sich wünschen.“ Wird beispielsweise zu wenig Luft zugeführt, verbrennt das Holz nicht vollständig und es bilden sich Ablagerungen im Kamin, die zu Bränden führen können. Und das wünscht sich doch eigentlich niemand!

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