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Füssen im Allgäu

Füssen im Allgäu

WOW!-Chefredakteur Ulrich Pfaffenberger kennt die alte Grenzstadt von Kindesbeinen an. Aber nicht nur die Faszination einer echten Endstation für die Eisenbahn hat ihn seit jeher begeistert. Aus seinen Reisetagebüchern zitiert er sechs gute Gründe für einen Besuch.

1. Die Basilika St. Mang

Die Spannung, die aus dem mittelalterlichen Fundament und dem darüber gebauten barocken Kirchenbau entsteht, ist an sich schon gewaltig. Beim Besuch in der Krypta indes offenbart sich ein Ort von so eindringlicher Spiritualität, dass man Bauherrn und Architekten den absoluten Sinn für den genius loci unterstellen mag.

2. Das Hohe Schloss

Neben der Harburg hat mich kein anderer Bau seiner Art in Schwaben so beeindruckt. Wie eine Krone schwebt es über dem Ort. Gerade nachts, illuminiert, von zauberhafter Schönheit. Wie mächtig, wie kraftvoll und zugleich wie leicht muss es im Blick jener gewirkt haben, die sich Füssen näherten, bevor Ludwig II. dort andere Schlösser baute. Der Rittersaal – eine Fundgrube für die Fantasie. Die Galerien – eine Augenweide für Genießer. Der Uhrturm – ein Kleinod mit spektakulärem Ausblick. Dies ist kein Ort für einen kurzen Besuch. Hierher kehrt man wieder und wieder zurück.

3. Die Altstadt

Füssen wird gern zur Sommerszeit als die italienischste Stadt nördlich der Alpen gewürdigt. Beim abendlichen Gang durch die Füssener Altstadt, enge Gassen im goldenen Licht, versteht man, warum eine „romantische Straße“ nur hier enden kann. Und es hat hier ein paar kleine Lädle, an denen ich bei keinem Besuch vorbeikomme, gerade in der Schrannengasse.

4. Der Lechfall

Weil Wasserfälle besondere Anzieh­ungs­kraft haben, für Kinder wie für Große. Und weil dieser hier sich so unvergleichlich und beeindruckend aus Fels und Wald heraussprudelt. Der Mangtritt am Ufer ist sichtbares Zeugnis einer machtvollen Legende. Und der Maxsteg hoch über dem Fall ein Ort zum Vergessen der Zeit.

5. Das Kloster St. Mang

Wer Bibliotheken, insbesondere klösterliche, nur aus „Der Name der Rose“ kennt, mag sich hier des Besseren belehren lassen. Dass es nämlich durchaus strahlende Büchertempel gegeben hat und gibt, in denen gedruckte Werke als jene Schätze gewürdigt sind, wie es ihrem Wert gebührt.

6. Der See

Auch wenn man nicht wüsste, dass der Forggensee menschen- und nicht naturgemacht ist: Er ist genau an der
richtigen Stelle. Am Übergang von der Bergwelt hinaus ins flache Land schaffte seine Licht und Himmel spiegelnde Oberfläche einen unglaublich weiten Horizont. Zur Sommerszeit ein steter Quell der Frische und Freude, wandelt sich der weitgehend wasserlose See zur Winterszeit in einen Hort stiller Melancholie, in der Abenddämmerung überzogen mit vielfachen Schattierungen von Blau, Rot und Lila. Es ist ein Vergnügen für sich, die eigenen Fußspuren durch den Schnee am Seeboden zu betrachten und da­ran zu denken, wie die Frühlingssonne dies schmelzen lässt und wie in wenigen Monaten die Stille wieder dem fröh­lichen Lachen der Badenden weicht. Die Magie des Ortes offenbart sich dem Besucher aber auch auf der Ilasberginsel mit ihren jahrtausendealten steinernen Kultstätten. Wenn die erzählen könnten …