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Manchmal liegt man am Traumstrand auf der Trauminsel neben dem Traumpartner, das Wasser umspült sanft die Füße und alles könnte perfekt sein. Die Gedanken aber kommen nicht zur Ruhe. Sie fahren Achterbahn und wälzen dabei unermüdlich ein Problem nach dem anderen, der Erholungsmodus will sich einfach nicht einstellen. Das beste Mittel, um aus dieser Spirale auszubrechen, lautet: Bewegung! Nichts pustet den Kopf schneller frei, als den Körper zu spüren. Beim Radeln, Wandern, Schwimmen, Rei- ten, Klettern oder Walken gelingt es meist schnell, sich auf den Augenblick zu konzentrieren und so den zur Entspannung nötigen Abstand vom Alltag zu finden.
Ohne Jetlag losgehen
Dies ist deshalb ein Plädoyer für einen Urlaub in den Bergen. Denn wo sonst lassen sich die un- terschiedlichsten Aktivitäten so wunderbar verknüpfen? Und das Beste: Wir müssen nicht mal um die halbe Welt reisen und ein bis zwei kostbare Tage mit dem Jetlag vergeuden.
Paradiesische Gipfellandschaften liegen schließlich nur wenige Fahrstunden von uns entfernt, quasi direkt vor unserer Haustür. Ein hervorragend ausgebautes Netz an Wander- und Radwegen lädt dazu ein, den Rucksack oder die Satteltaschen zu packen, die Wanderschuhe zu schnüren, sich aufs Radel zu schwingen und einfach loszulegen. Gehen – mit oder ohne Stöcken – ist zweifellos die natürliche Form der menschlichen Fortbewe- gung. Und sie hat viele Vorteile. Ihre relative Langsamkeit erlaubt es dem Auge, Details wahrzunehmen, die sonst oft übersehen werden. Man ist so den Schätzen der Natur besonders nah.
Zudem hat Gehen bei vielen Menschen eine ausgleichende Wirkung auf den Geist. So schrieb etwa der dänische Philosoph und Schriftsteller Søren Kierkegaard einmal: „Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer, den man nicht weggehen kann.“
Möglicherweise philosophische Einsichten
In den Bergen bieten sich die unterschiedlichsten Möglichkeiten: Ganz ge- mütlich kann man sich durch lieblich verwunschene Täler bewegen, vorbei an rauschenden Bachläufen und urigen Dörfern. Auch mit Kindern sind sol- che leichten Wanderungen eine tolle Sache. Gerade für „Städter“ ist es sehr aufregend, über Stock und Stein zu laufen, dabei zu entdecken, was da alles kreucht und fleucht: der goldene Käfer, der es sich auf dem Blütenblatt einer besonders schönen Blume gemütlich gemacht hat, die mächtigen Wurzeln ei- ner sehr alten Eiche, der Steinadler, der am Himmel kreist.
Der Schwierigkeitsgrad lässt sich beliebig immer weiter steigern bis hin zu anstrengenden Gipfel- und Gratwanderungen. Der Lohn sind bombastische Panoramen, die man so schnell nicht vergisst und – möglicherweise – philo- sophische Einsichten. „Ich habe begri/en, dass das Bergsteigen die Kraft be- sitzt, das gesamte Spektrum des Lebens auf eine Spanne von wenigen Ta- gen oder gar Stunden zu verdichten ...“, beschreibt der amerikanische Alpinist Steve House seine Gipfelerlebnisse.
Auch Kletterfans finden in den Wänden der Berge zahllose Möglichkeiten, ihren Sport auszuüben. Für Einsteiger gibt es leichte Touren, in den meisten Regionen werden zudem Kurse angeboten. Immens schweißtreibend und ein Kraftakt für die Oberschenkel sind Berg- touren mit dem Mountainbike. Je anstrengender das Rauffahren, desto schö- ner und befreiender ist aber auch das Runterfahren.
Allerdings will natürlich nicht jeder für die nächste Alpenüberquerung trainieren. Im Tal oder auf nur leicht ansteigen- den Strecken kann man auch müheloser durch die Landschaft gleiten. Viele Hotels bieten einen Rad-Verleihservice an und holen ihre Gäste am Ziel einer Tagestour auf Wunsch wieder ab. Zur Abkühlung bei so viel Aktivität hält die Na- tur freundlicherweise immer wieder Seen mit Reinhüpf-Potenzial bereit. Auf das Strand-Feeling muss in den Bergen also auch keiner verzichten. Je hö her die Lage, desto erfrischender wird das Badevergnügen. Auch das ist ein großer Vorteil des Sommers in den Bergen: Wenn es im Tal brütendheiß ist, kann man sich nach oben, in die kühlere Luft zurückziehen. So bewegt man sich in einem Urlaub in mehreren Klimazonen.
Wenn die Hufe durchs Tal klappern...
Berge, Täler, Seen – wer sich auf die Suche nach diesem Dreiklang der Entspannung begibt, landet vielleicht in Tirol, erklimmt die Kitzbühler Alpen, durchstreift das Brixen- und Pustertal oder das Hochtal Wildschönau, in dem die Wildschönauer Pferde gezüchtet werden. Neben dem Rad und den Füßen gibt es vielerorts eine weitere wunderbare Möglichkeit, die Landschaft zu erkunden: auf dem Rücken eines Pferdes. Reiturlaube erfreuen sich in den letzten Jahren steigender Beliebtheit.
Im Galopp über Wiesen und Felder zu preschen – das ist für viele Reiter Glücksgefühl pur. Reiten steht für Kraft, Freiheit und Ursprünglichkeit. Gerade auch für Menschen, die Reitenlernen wollen, sind Reiterferien ideal geeig- net. Oft werden spezielle Ferienkurse für Erwach-sene angeboten. Man kann so schnell feststellen, ob einem der Sport und auch der Umgang mit den Pferden liegen. Nach der ungewohnten Bewegung sollte man allerdings den Hintern im Wellnessbereich des Hotels versöhnen...
Natürlich gibt es noch viele andere Aktivitäten, denen man in den Bergen nachgehen kann. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem Blick aus der Vogelperspektive bei einem begleiteten Drachen- oder Gleitschirmflug? Oder mit einer rasanten Abfahrt auf einer Sommer-Rodelbahn? Oder ...
Nach dem ganzen Tag draußen ist man abends dann meist angenehm müde. Noch ein feines Essen, dazu ein Radler oder ein Wein, danach ins Hotel, früh ins Bett und erschöpft, aber glücklich einschlafen. Das alles sind Dinge, die der Alltagsstress gar nicht mag, gegen Natur und frische Luft ist er sogar geradezu allergisch – deshalb verzieht er sich auch ganz schnell.