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Hallo Herr Grimm, heute schon mit Ihrer Vespa durch Augsburg gefahren?
Alexander Grimm: Nein, heute noch nicht. Aber das ist schon eine Schau, in der Maximilianstraße oder der Altstadt rumzukurven oder an den Ammersee mit der Vespa zu fahren. Das macht richtig Laune.
Apropos Laune: Wenn jetzt alle grillen oder im Biergarten sitzen – müssen Sie als Hochleistungs- sportler da ständig „Nein“ sagen?
Alexander Grimm: Ach, das geht schon. Ich muss keine Diät halten oder so. Hauptsache, ich esse meine Kohlenhydrate und Vitamine. Ein paar Wochen vor dem Wettkampf muss man halt disziplinierter sein. Aber das empfinde ich nicht als Verzicht. Mir macht der Sport ja richtig Spaß. Das ist das, was ich gerne mache.
Den inneren Schweinehund, das man sich zum Sport nicht aufraffen kann, kennen Sie dann wohl nicht?
Alexander Grimm: Nach einem Wettkampf schon, da brauche ich einfach auch mal eine Woche Pause. Aber ansonsten nicht. Ich trainiere auch bei Schnee und Eisregen im Winter am Eiskanal. Ich kann zur Motivation nur das Setzen von Zielen empfehlen. Bei uns ist im Frühjahr immer die Qualifikation für die Nationalmannschaft.
Ist das am Anfang nicht furchtbar frustrierend mit dem Kajak, bestimmt fällt man dauernd um...
Alexander Grimm: Ich habe von 5 -8 Jahren Fußball gespielt und dann mit dem Kajak angefangen. Mich hat es vom ersten Moment an fasziniert. Man lernt ja nicht auf dem Wildwasser, sondern wir waren ewig auf dem Kuhsee. Wir haben geübt, so lang, dass es mir schon langweilig wurde.
Welcher Sport kann sie sonst noch faszinieren?
Alexander Grimm: Ich mag die Berge sehr gerne. Wenn die Zeit es zulässt, gehe ich Mountainbiken und im Winter Snowboarden. Ich habe schon zweimal mit dem Rad die Alpen überquert.Dabei bekomme ich den Kopf frei.
Bei Ihnen muss es wohl immer sehr anstrengend sein?
Alexander Grimm: Ich trainiere zwei bis dreimal täglich, jeweils etwa 1,5 Stunden und das sechsmal die Woche. Ich bin also schon sehr fit. Es macht Spaß, diese Fitness bei anderen Sportarten, die eine ganz andere Belastung fordern, auszutesten. Ich bin meistens mit meinen Freunden vom Kajakverein unterwegs. Ich komme nur leider gar nicht so häufig dazu. Und ich muss aufpassen, dass ich mich nicht verletze und gut über den Sommer komme.
... und dann studieren Sie ja auch noch Maschinenbau an der Hochschule Augsburg...
Alexander Grimm: Ja, im sechsten Semester Energie und Fahrzeugtechnik. Das ist schon oft schwierig mit dem Sport zu verbinden, aber bis jetzt hat es immer hingehauen. Und notenmäßig bin ich zufrieden. Ich möchte später bei einem Automobilhersteller arbeiten.
Auf Ihrer Webseite ist zu lesen, dass der Porsche GT3 Ihr Traumauto ist. Vielleicht heuern Sie bei Porsche an?
Alexander Grimm: Ja, wer weiß, vielleicht aber auch BMW oder Audi... Dass mit dem Porsche GT3 habe ich mit 18 geschrieben, da relativiert sich manches im Lauf der Jahre. Aber es ist schon ein tolles Auto. Mich fasziniert die Technik dahinter.
Sie sind Olympiasieger. Bereuen Sie es nicht manchmal, dass Sie nicht einer populäreren Sportart nachgehen? Dann wären Sie jetzt deutlich bekannter.
Alexander Grimm: Nein, überhaupt nicht. Ich wollte schon als Kind Olympiasieger werden. Mir ging es dabei nie um Bekanntheit, sondern um Leistung. Spielen Sie noch Fußball? Alexander Grimm: Nein, und ich verfolge auch kaum Fußballspiele im Fernsehen. Da fehlt mir einfach die Zeit. Aber es freut mich wirklich sehr für den FCA, dass er in die erste Fußball Bundesliga aufgestiegen ist. Ich interessier mich überhaupt sehr für den lokalen Sport, auch für den AEV.
Im Juni sind die Europameisterschaften, im Oktober Weltmeisterschaften. Wie schaffen Sie es, auf den Punkt fit zu sein?
Alexander Grimm: Neben den körperlichen Trainingseinheiten werde ich auch mental unterstützt. Konzentrationsfähigkeit und Nervenstärke sind ganz wichtig. Man muss im Boot vor dem Wettkampf ganz ruhig sein. Teilziel 1 ist die Qualifikation für die Endläufe und dann natürlich das große Ziel: ein Titel!
Wir wünschen Ihnen viel Glück!