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Glücksgefühle mit Schattenseite
Ein Großteil dieser guten Laune verdanken wir unserem Zentralgestirn, das wir in einer durchschnittlichen Entfernung von 150 Millionen Kilometern umkreisen. Das Licht der Sonne aktiviert die Produktion unserer körpereigenen Glückshormone, der Endorphine. Zudem stärkt es das Immunsystem, regt den Stoffwechsel an, mithilfe der UV-B-Strahlung bildet sich das für Knochen, Muskeln und Nerven so wichtige Vitamin D. Doch die Sonne hat auch ihre Schattenseiten. UV-A- und UV-B-Strahlen können zu vorzeitiger Hautalterung, Allergien und Hautkrebs führen. „UV-Strahlung ist der größte Risikofaktor für dieses Tumorleiden“, erläutert Professor Dr. Eckhard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention. Trotzdem schützen viele von uns ihre Haut noch immer unzureichend.
Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse verzichtet jeder Dritte ab und an gänzlich auf das Eincremen, ein Viertel der Befragten fängt sich so öfters einen gefährlichen Sonnenbrand ein. Bevor sich die Haut rötet, greifen zunächst die Eigenschutzmechanismen der Haut. Die oberste Hautschicht verdickt sich unter Sonnenstrahlung – die sogenannte Lichtschwiele entsteht – die Pigmentzellen darunter bilden den Hautfarbstoff Melanin, die Haut färbt sich.
Hilferuf der Haut
Die begehrte Bräune ist deshalb nichts anderes als ein SOS-Signal der Haut „Mir reicht es jetzt!“. Der Eigenschutz der Haut ist je nach Pigmentierung verschieden stark ausgeprägt. Beim dunklen, mediterranen Typ sind es etwa 30 Minuten, beim blond- oder rothaarigen Keltentyp mit Sommersprossen ist er so gut wie gar nicht vorhanden. Diese Menschen werden deshalb nie braun, sondern schlimmstenfalls knallrot. Aber so weit muss es nicht kommen.
Die richtigen Maßnahmen ergreifen
Mit den richtigen Maßnahmen kann man die positive Kraft der Sonne genießen und die Gefahren minimieren. Insbesondere in der Mittagszeit – zwischen 11 und 14 Uhr gelangen etwa 70 Prozent der täglichen UV-Einstrahlung auf die Erde – sollte man die pralle Sonn meiden. Eine Kopfbedeckung und Kleidung – auch bei längeren Aufenthalten im Wasser! – schützen den Körper. Allerdings kann man sich auch trotz Tragen eines T-Shirts, im Schatten oder „hinter Glas“ durchaus einen Sonnenbrand holen.
Großzügig auftragen, und immer wieder nachschmieren
Sonnenhungrige sollten daher unbedingt immer wasserfeste Sonnenschutzmittel nutzen, deren Inhaltsstoffe und Lichtschutzfaktor auf die individuellen Hautbedürfnisse abgestimmt sind sowie einen UV-A- und einen UV-B-Filter haben. Mindestens genauso wichtig wie die Qualität des Sonnenschutzmittels ist seine richtige Anwendung. Es sollte schon 30 Minuten vor Verlassen des Hauses großzügig – rund 40 Milliliter – auf dem ganzen Körper aufgetragen werden. Auch bei wasserfesten Produkten muss das Eincremen regelmäßig wiederholt werden, denn durch Schwimmen, Duschen, Schwitzen und Abtrocknen wird der Schutzfilm zerstört.
Und eine der wichtigsten Regeln lautet: maßhalten!
Hellhäuter mit zehn Minuten Eigenschutz können mit Lichtschutzfaktor 20 theoretisch 200 Minuten in der Sonne bleiben. Experten empfehlen aber, diese Zeit maximal zu zwei Dritteln auszureizen.
...mit Angelika Pudellek, Pressesprecherin der DR. GRANDEL GmbH in Augsburg.
Kann man die Haut schonend auf die Sonne vorbereiten, etwa bevor man in Urlaub fährt?
Angelika Pudellek: Gerade für Menschen mit empfindlicher Haut kann es hilfreich sein, die Haut „von innen“ auf die Sonne einzustimmen. Wirksame Aktivstoffe wie pflanzliche Carotinoide können die schädlichen „freien Radikale“ neutralisieren. Etwa vier Wochen vor dem ersten Sonnenbad regelmäßig eingenommen, ist die Haut durch den Wirkstoff in den Kapseln gut auf das Rendezvous mit der Sonne vorbereitet.
Auf was sollte man beim Sonnenschutz besonders achten?
Angelika Pudellek: Auf „intelligente“ Outdoor- und Sonnenpflege mit innovativen Inhaltsstoffen: Produkte mit dem Wirkstoff ProSoleil steigern zum Beispiel die Produktion des hauteigenen Melanins und senken damit die Lichtempfindlichkeit. Durch die deutlich schnellere Bräunung der Haut steigt auch der hauteigene Sonnenschutz. Sehr wichtig ist daneben ein effizienter DNA-Schutz, wie er zum Beispiel im Wassermelonenextrakt vorkommt. Er schützt die Hautzellen vor den negativen Einflüssen der Sonnenstrahlen.
Es gibt physikalische und chemische UV-Filter. Was ist der Unterschied?
Angelika Pudellek: Chemische UV-Filter sind löslich und wirken in der Haut: Sie absorbieren dort die UV-Strahlen und wandeln sie in Wärme um. Physikalische UV-Filter, auch mineralische Filter genannt, sind nicht löslich und wirken auf der Haut: Sie reflektieren und/oder streuen die UV-Strahlen durch kleinste Partikel, wie zum Beispiel Titandioxid oder Zinkoxid. Die Vorteile beider Varianten wirken in Sonnenschutzmitteln, die beide Filter kombinieren. Für empfindliche Kinderhaut oder Allergiker sind physikalische Filter besonders geeignet.
Was tun man, wenn man sich trotzdem einen Sonnenbrand „eingefangen“ hat?
Angelika Pudellek: Dann heißt es erst mal: raus aus der Sonne – und kühlen, kühlen, kühlen. Ab jetzt unbedingt im Schatten bleiben und die Haut mit entzündungshemmenden, Feuchtigkeit spendenden Formulierungen pflegen. Hautberuhigende Wirkstoffe wie Panthenol und Bisabolol wirken hier wahre Wunder und sollten mehrfach großzügig zum Einsatz kommen.