Das „Projekt Augsburg City“ hat begonnen. B4B SCHWABEN informiert aktuell über Hintergründe und Termine der Umbaumaßnahmen am Königsplatz, Hauptbahnhof und in der Innenstadt.
Augsburg | 24.05.2011
Die Straßenbahnen sollen am Hauptbahnhof zukünftig unterirdisch wenden. Die acht Millionen teure Wende-Schleife unter dem HBF werden von den Stadtwerken geplant.
Neben dem Straßenbahntunnel planen die Stadtwerke eine unterirdische Wende-Schleife. „Das ist bislang die einzige mir bekannte Wendestelle, die machbar ist“, sagt Stadtwerkechef Norbert Walter. Ersten Schätzungen zufolge soll der Tunnel nicht mehr als acht Millionen Euro kosten. Laut Augsburger Allgemeine kostet der gesamte Bahnhofsumbau 100 Millionen Euro.
Unterirdische Wendeschleife ist umsetzbar
Kommt es zu einem Defekt im Tunnel, soll die Wendeschleife dafür sorgen, dass die Straßenbahnen weiterfahren können. Es ist bereits beschlossen, dass die Straßenbahnlinien 3,4 und 5 in einem Tunnel unter dem Hauptbahnhof halten werden. Seit dieser Entscheidung läuft die Suche nach einer Wendemöglichkeit. Die oberirdische Lösung im Westen des Bahnhofs ist gescheitert. Deshalb sucht die Stadtwerke nach einer unterirdischen Lösung. Eine Machbarkeitsstudie beweist, dass die unterirdische Wendeschleife möglich ist.
Umbau des Hauptbahnhofs
Beim HBF-Umbau wird für die Straßenbahnen ein Tunnel gebaut. Dieser soll unter den Gleisen in den Westen der Stadt verlaufen. Laut Augsburger Allgemeine soll nördlich der Trasse die unterirdische Wendeschleife entstehen. Diese Schleife könne laut Walter nur zeitgleich eingerichtet werden.
Hauptaufgaben der Wendeschleife
Die Wendeschleife soll bei Störungen im Tunnel, dafür sorgen, dass es nicht zum Verkehrsstillstand kommt. Bleibt in dem Tunnel eine Tram liegen, brauchen die Linien 3 und 5 eine Wendemöglichkeit im Westen. Andernfalls käme der Tramverkehr dort laut Walter zum Erliegen. Laut Augsburger Allgemeine bleibt die Schleife am Salewa-Haus erhalten. Auch für den Normalbetrieb ist die Wendeschleife vorteilhaft. Denn die Linie 4 kann somit, die unterirdische Bahnhofshaltestelle nutzten und wenden. Dasselbe gilt für die Linie 6, wenn ihre Fortsetzung in den Westen (Linie 5) nicht rechtzeitig fertig wird.
Alternative Lösung
Die Alternative wäre eine Schleife über die Rosenaustraße, Pferseer Unterführung und Viktoriastraße. Laut Walter würde diese Lösung zu einer hohen Zahl an Leerkilometern führen. Er hält die langfristige Entfernung der Gleise in der Pferseer Unterführung für sinnvoll.
Pläne werden vorgestellt
Der Stadtwerkechef hat seine Pläne vor Kurzem im Aufsichtsrat und in der Projektgesellschaft vorgestellt. Auch der Bürgermeister ist informiert. Der Baureferent Gert Merkle stellte schon einmal die Pläne vor. Laut Walter soll nun der Bauausschuss informiert werden. Das Projekt ist machbar. Jetzt müssen jetzt noch Kosten, Zuschüsse sowie Vor- und Nachteile geprüft werden.
Positive Überraschung vonseiten der Politik
Die Pläne lösten in der Politik positive Überraschung aus. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Stefan Kiefer zeigte sich überrascht. Er war erstaunt darüber, dass die unterirdische Schleife zu diesen Kosten möglich sein soll. Kiefer stimme der unterirdischen Wendeschleife zu, wenn der Bau zu vertretbaren Kosten möglich wäre. Laut Augsburger Allgemeine bemängelte die Linke, dass der Bauausschuss bislang nicht informiert war. Weitere Kritik kam vom Steuerzahlerbund. Präsident Rolf von Hohenhau fühlt sich in seiner Vorhersage von Kostensteigerung bestätigt: „Es ist blanker Wahnsinn, was die machen.“
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