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b4bschwaben.de: Regionale Wirtschaftsnachrichten

Die Top-Nachrichten aus Augsburg

B4B Schwaben
A³ Wirtschaftsraum Augsburg

Treibende Kraft in High-Tech Innovationen

In der Stadt Augsburg und den umliegenden Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg haben wesentliche Entwicklungen unserer Gesellschaft ihren Anfang genommen. Der Dieselmotor, der erste einsatzfähige Düsenjet Me-262 der Messerschmitt AG, der erste Stratosphärenflug, das U-Boot und das erste Luftschiff sind nur Auszüge daraus.

Historisch gewachsen, verleiht die vielfältige Unternehmens- und Forschungsstruktur der Region bis heute eine hohe Innovationskraft.Für die Kompetenzfelder Faserverbundtechnologie, Luft- und Raumfahrttechnologie, Mechatronik & Automation, IuK und Umwelttechnologie sind neben dem Zukunftsprojekt Innovationspark, Branchen-Netzwerke und Cluster (Mechatronik, Umwelt, CFK, IT) best practice-Beispiele für die Vernetzung von Innovationen. Der Wirtschaftsraum Augsburg bietet Raum und Potentiale für Wachstum.

Von den Flugpionieren zur Weltraumrakete

Mit rund 33.000 Ingenieuren, Technikern und gewerblichen Fachkräften der Luft- und Raumfahrt ist Bayern sowohl in den Bereichen Industrie als auch Forschung einer der führenden Standorte der Branche in Europa. Zu dieser herausragenden Stellung trägt die Aerospace Area Augsburg wesentlich bei. Materialhersteller, Automatisierer für die Produktion, große Systemintegratoren und Global Player der Luft- und Raumfahrt-Zulieferindustrie konzentrieren sich hier. Auch als Top Mechatronik-Standort bietet A³ spezielle Lösungen für die Aerospace-Industrie, bspw. für die automatisierte CFK-Bearbeitung (KUKA Systems, Aerospace Solutions).

Zahlreiche Institutionen und Forschungseinrichtungen liefern einen wichtigen Beitrag, um die Branche weiter voran zu treiben, wie das „AMU – Anwenderzentrum für Material- und Umweltforschung“ der Universität Augsburg, der Carbon Composites e.V. (CCeV) oder die in A³ angesiedelten Forschungseinrichtungen der Fraunhofergesellschaft und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Unmittelbar neben den einstigen Rumpler- und Messerschmitt-Werken entsteht heute an der Universität Augsburg der AUGSBURG Innovationspark. In der Zukunft will der CCeV dort ein Anwendungszentrum mit Technikum, Laboren und Büros betreiben, das sogenannte Technologiezentrum Augsburg, in dem sich Projektteams, Arbeitsgemeinschaften sowie große und kleine Firmen einmieten können, um in unmittelbarer Nähe der derzeit entstehenden Forschungsinstitute von DLR und Fraunhofer Gesellschaft neue Dienstleistungen, Produkte und Produktionstechniken etwa für den Faserverbund-Leichtbau zu entwickeln. Die Tradition der Erstflüge auf Augsburger Boden setzt sich zudem weiter fort: Das von dem Ostallgäuer Unternehmen PC-Aero entwickelte Elektroflugzeug ELEKTRA ONE absolvierte Ende März 2011 seinen ersten offiziellen Flug in Augsburg. Mit dem Ultraleicht-Elektroflugzeug in Composite-Bauweise ist die Vision vom CO2-freien Fliegen einen Schritt voran gekommen.

„Passion for Carbon“

Moderne Werkstoffe sind nicht nur in der Luft- und Raumfahrtindustrie ein Brennpunktthema. Die SGL Group, europaweit einziger Hersteller von Carbonfasern, hat ihre weltweiten F&E Aktivitäten am Standort Meitingen gebündelt. The Carbon Company wird ab der kommenden Saison 2011/12 zudem Namensgeber des Stadions und Exklusivpartner beim Bundesliga-Aufsteiger FC Augsburg (FCA). Herzstück des Sponsorings ist das Namensrecht für das Stadion, das künftig „SGL Arena“ heißen wird. Die Zusammenarbeit ist zunächst für sieben Jahre vereinbart. Die einzigartigen Eigenschaften von Carbon und die Vielfalt der Carbon- und Graphitprodukte können über das Stadion einem größeren Publikum anschaulich vermittelt werden, die Passion für Carbon wird damit bundesweit erlebbar. Die SGL Group verfügt über ein umfassendes Produkt- und Technologieportfolio, das auf vier Carbon-Werk-
stoffbereiche – Grobkorngraphit, Feinkorngraphit, expandierter Naturgraphit sowie Carbonfasern und Carbonfaser-Composites – ausgerichtet ist.

Bayerns Zentrum Nr. 1 für Mechatronik

Neben Weltmarkt- und Technologieführern wie MAN Turbo & Diesel, Renk, manroland, Premium AEROTEC, KUKA oder EADS gibt es im Wirtschaftsraum Augsburg zahlreiche Netzwerke und Forschungseinrichtungen, die sich mit dem Thema Mechatronik befassen, wie das Bayerische Cluster Mechatronik & Automation, das produktionstechnische Anwenderzentrum iwb oder die Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebebau (FZG). Mit den neu gegründeten Fraunhofer-Projektgruppen „Ressourceneffiziente mechatronische Verarbeitungsmaschinen“ und „funktionsintegrierter Leichtbau“ mit Fokus auf Automobil- und Maschinenbau sowie einer Forschungsgruppe des DLR (Zentrum für Leichtbau-Produktionstechnologie) wird A³ weitere Kompetenzen der Schlüsseltechnologie Mechatronik konzentrieren. Damit laufen nun mehrere Fäden der Technologieentwicklung in Augsburg zusammen. Zahlreiche Anknüpfungspunkte in der engen Zusammenarbeit zwischen Mechatronik und Leichtbau versprechend spannend zu werden. Von den Potentialen profitieren nicht nur große Unternehmen – auch für kleine und mittlere Produktionsunternehmen bietet die mechatronische Denkweise Innovationschancen. Automatisierung wird für Unternehmen grundsätzlich immer wichtiger. Die Solarbranche zum Beispiel will in den nächsten Jahren die Produktionskosten stark senken – ein ideales Anwendungsfeld für die Mechatronik. Auch durch den demographischen Wandel entstehen neue Märkte. Roboter, die in Produktionsprozessen älteren Menschen bei körperlich anstrengender Arbeit unterstützen, Haushalts- und Dienstleistungsroboter, sind schon in greifbare Nähe gerückt. Minutiöses Zusammenspiel von Software, Steuerung und Mechanik realisiert erfolgreich die KUKA Roboter GmbH in Augsburg.

Von der Energiesparlampe bis zum Windgetriebe

Der Wirtschaftsraum Augsburg ist das offizielle Umweltkompetenzzentrum für Bayern. Kleine und mittlere Unternehmen mit innovativen Konzepten und individuellen Lösungen im Bereich der Umwelttechnologie finden sich hier zuhauf. Katalysatoren von Faurecia, Kraft-Wärme-Kopplung von MTU Onsite Energy, Green IT von Fujitsu oder Papierrecycling von UPM Kymmene – führende Unternehmen der Branche mit globalem Aktionsradius befinden sich direkt am Standort A³. Mit dem Leuchtmittelhersteller Osram, der in Augsburg ein Werk mit 1.700 Beschäftigten betreibt, hat A³ einen Grundstein in Sachen Umweltschutz gelegt. Bei einem Austausch von nur sechs Glühlampen (mit durchschnittlich 60W) gegen Energiesparlampen und Halogen-Sparlampen kann ein deutscher Haushalt bei einem Strompreis von 0,21 € / kWh (Stand: 2009) jährlich bis zu 48 €, 230 kWh Strom und 115 kg CO2 einsparen. Das entspricht ungefähr der Menge an CO2, die 6 Bäume in einem Jahr binden können. Im Bereich Windkraftgetriebe liegt die Renk AG vorne. Renk hat bspw. für Offshore-Großanlagen Getriebe hergestellt. Im Jahre 1873 wurde Renk in Augsburg als mechanische Werkstätte zur Herstellung von Zahnrädern aller Art gegründet. Seit 1923 ist die Renk Aktiengesellschaft Mitglied der MAN Gruppe, einem der führenden europäischen Anbieter von Investitionsgütern. Heute ist Renk ein weltweit anerkannter Produzent von hochwertigen Spezialgetrieben, Komponenten der Antriebstechnik und Prüfsystemen.

Neben den Unternehmen ist in A³ ein außergewöhnliches Netzwerk an wissenschaftlichen Einrichtungen, Anwenderzentren, öffentlichen Institutionen und Verbänden im Umweltbereich aktiv, wie bspw. das Kompetenzzentrum Umwelt KUMAS und das Umweltcluster Bayern. Wie eng Wirtschaft und Forschung hier verzahnt sind, sieht man am Umweltpark Augsburg. Im Mai wurde hier Hebauf gefeiert für das neue Technologiezentrum „Forum H4“, das auf einem 13.000 m² großen Grundstück bis Mitte 2011 entsteht. Mit einem Investitionsvolumen von 12 Millionen Euro allein für den 1. Bauabschnitt erfüllt das Forum H4 hohe architektonische und ökologische Ansprüche. So wird das gesamte Gebäude nach neuesten Green-Building-Standards ausgestattet.

Cloud Computing und vieles mehr

Die europäische Metropolregion München ist die führende IT-Region in Deutschland und Europa. Der Wirtschaftsraum Augsburg A³ ist zweites High-Tech Zentrum für IuK in Bayern neben München. Mit rund 5.000 Unternehmen und etwa 35.000 Beschäftigten in den Bereichen IuK und Medien bündelt die Region ein enormes Potential an Kunden, Zulieferern und Partnern. Der aiti-Park Augsburg unterstützt innovative start-ups und ist Treiber des guten Gründerklimas, das A³ unter die Top Ten der deutschen Gründerregionen bringt. Auch Global Player wählen A³ als beliebten Standort, von Fujitsu, über GE Intelligent Solutions bis zu NCR und Siemens. Fujitsu Technology Solutions betreibt in A³ die größte PC-Produktion und -Entwicklung Europas. Im Bereich der IT-affinen Medienbranche besitzt A³ mit der Verlagsgruppe Weltbild und der Mediengruppe Pressedruck starke Unternehmen vor Ort. Die Telekom bezog im Jahr 2010 mit ihrem Service Center neue Räume in der ehemaligen Firmenzentrale von Walter Bau in Augsburg und zog damit vor Ort viele ihrer Mitarbeiter von anderen Standorten dort zusammen. 200 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Laut Telekom hatte sich Augsburg als verkehrsgünstigster Standort mit der geringsten Fahrzeit für die Beschäftigten herausgestellt.

Die IT-Offensive Schwaben, das Branchennetzwerk kit e.V. oder auch das Medienforum Augsburg bieten den Rahmen für Vernetzung. Hohe Qualität in Wissenschaft und Forschung existieren bspw. mit dem Elitestudiengang „Software Engineering“ an der Universität Augsburg. Die Cloud-Konferenz Augsburg 2010 an der Universität Augsburg zog mehr als 100 Teilnehmer an, die sich mit den damit verbundenen Chancen und Risken für den Mittelstand auseinandersetzten.

Mitten in der Goldenen Banane

Ein hoher Anteil an produzierendem Gewerbe garantiert eine stetige Nachfrage nach Logistik-Dienstleistungen. Rund 10% der Beschäftigten in der Region Augsburg, 20.000 Personen (Stand: 2010), sind in der Logistik tätig. Logistik-Unternehmen befinden sich insbesondere in den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg. Die Region A³ punktet im internationalen Güterverkehr mit einer verkehrsgünstigen Lage an den Schnittpunkten wichtiger Schienen- und Straßenverbindungen. Im Städtedreieck Augsburg, Gersthofen und Neusäß entwickelt sich das Güterverkehrszentrum Region Augsburg. Nach dem Spatenstich im September 2007 hat sich eine Vielzahl namhafter Logistikbetriebe im GVZ angesiedelt: Kloiber GmbH, Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge, Honold, ProLogis und viele mehr. Geschätzt wird in erster Linie die gute Verkehrsanbindung an Autobahn und Schnellstraßen sowie die Netze der Deutschen Bahn und der Augsburger Localbahn. Letztere ist ein sog. „Hidden Champion“ der Umweltkompetenzregion Augsburg, sie erspart der Region rund 60.000 LKW-Ladungen pro Jahr. Im Mai erfolgte von der BRB und Augsburger Localbahn der gemeinsame Spatenstich für ein neues Bahnbetriebswerk mit einer Investition in Millionenhöhe.

Der Online-Versandhandel Amazon plant die Eröffnung eines 110.000 m² großen, neuen Logistikzentrums in Graben (Landkreis Augsburg). Dort sollen in den nächsten drei Jahren viele neue Arbeitsplätze entstehen, das Logistikzentrum wird voraussichtlich im vierten Quartal 2011 in Betrieb gehen. Die zentrale Lage in Europa, das gute regionale Mitarbeiterpotential und die hervorragende Anbindung an alle größeren Autobahnen sowie die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden waren die Hauptgründe für die Auswahl des Standorts. Die Ansiedlung von Amazon stärkt nachhaltig die Logistikkompetenz der Region und ganz Bayerns.