Folge 23: Adolf und Manfred Kögl, Kögl GmbH

Wie Werkbänke zu gelungenen Werken werden

101 Köpfe | 10.02.2011

Alternativ
Adolf und Manfred Kögl

Das Vater-Sohn-Gespann der Firma Kögl GmbH über unternehmerische Herausforderungen, ihr gemeinsames Hobby und warum Ordnung beruflich und privat eine wichtige Rolle spielt.

Name: Adolf Kögl
Alter: 74 Jahre
Position: Inhaber, Geschäftsführer Unternehmen: Kögl GmbH, Bubesheim Hobbies: Arbeiten, Schützenverein

Name: Manfred Kögl
Alter: 49 Jahre
Position: Inhaber, Geschäftsführer
Unternehmen: Kögl GmbH, Bubesheim
Hobbies: Sportschütze, Wassersport, Skifahren

Was war der Auslöser für die Entwicklung der 1. Werkbank in Stahlausführung Ende der 60er Jahre?

Adolf Kögl: Zu der Zeit wurden die meisten Werkbänke aus Holz gefertigt. Deshalb gab es insbesondere infolge von Luftfeuchtigkeit bei den Schubladen immer wieder das Problem, dass sich diese nicht mehr öffnen ließen. So wurde kurzerhand Ende der 60er Jahre eine Werkbank aus Stahl entwickelt. Dabei entstanden in kürzester Zeit immer mehr verschiedene Typen, die sich sehr gut am Markt etablieren konnten. Der Markt begann immer stärken zu wachsen und bereits in den Anfangszeiten wurden von uns erste Gebrauchsmuster angemeldet.

Welche Hintergründe spielen für den Umzug nach Bubesheim 1982 eine entscheidende Rolle? Was macht den Standort so besonders?

Adolf Kögl: Die zunehmend beengten Verhältnisse am ursprünglichen Standort Günzburg haben uns veranlasst, nach neuen Betriebsflächen Ausschau zu halten. Zunächst wollten wir nach Württemberg ausweichen, aber letztlich hat uns die Initiative des damaligen Landrates Dr. Georg Simnacher nach Bubesheim gebracht. Gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Geiger konnte kurzfristig eine geeignete Grundstücksfläche zur Verfügung gestellt werden - und dies sogar auch noch mit sehr gutem Werbeeffekt direkt an der Autobahn A8.

Auf der IAA Nutzfahrzeuge 2010 in Hannover haben Sie eine Weltpremiere mit „FLEXMO™-Professional Service-Car-Systems“ gefeiert. Welche Ziele verfolgen Sie mit der neuen Marke?

Manfred Kögl: Als Marktführer in Deutschland was die Herstellung von Werkbänken betrifft, haben wir uns für die nächsten Jahre zum Ziel gesetzt, mit dem Unternehmensbereich Fahrzeugeinrichtungen ein zweites starkes Standbein zu entwickeln. Mittelfristig wollen wir die Marke „FLEXMO“ unter den Top 5 Anbietern im deutschsprachigen Raum etablieren.

Bestimmt kennen Sie das Sprichwort: „Ordnung ist das halbe Leben“. Mit FLEXMOTM Fahrzeug-Einrichtungen ist das zumindest beruflich kein Thema mehr. Sind Sie denn auch privat ordnungsliebend oder leben Sie doch eher nach dem Motto „Das Genie beherrscht das Chaos“?

Adolf Kögl: Privat hält alles die Ehefrau in Ordnung, und somit muss sich alles ihr fügen. Diese Ordnung bildet sozusagen das Rückgrat für unsere Ordnungssysteme bei den Servicefahrzeugen und Betriebseinrichtungen.

Manfred Kögl: Ich bin auch privat sehr ordentlich. Als Vater von 3 Söhnen gibt es hier auch kaum eine andere Alternative.

Herr Kögl, welches ist die wichtigste Geschäftstugend, die Sie von Ihrem Vater gelernt haben?

Manfred Kögl: Ganz klar, Eigenfinanzierung. Und diese Tugend ist in unserer heutigen Zeit aktueller denn je. Nur eine gewisse Unabhängigkeit von Banken garantiert meiner Meinung nach auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Sicherung von Arbeitsplätzen sowie den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.

Was war in Ihrer bisherigen Laufbahn die größte unternehmerische Herausforderung, die Sie meistern mussten?

Adolf Kögl: Der Umzug nach Bubesheim sowie die ständige Erweiterung des Betriebes. Auch die laufende Einführung neuer, innovativer Produkte gehört dazu.

 Sie beide interessieren sich stark für den Schießsport und sind in einem Verein aktiv. Was fasziniert Sie an dieser Sportart?

Adolf Kögl: Ich interessiere mich sehr für die lebendige Gestaltung des gesamten Vereinslebens. Neben Tätigkeiten im Sportbeirat des Landkreises Günzburg und als 1. Vorstand im Bezirk Schwaben konnte ich als 1. Gauschützenmeister im Gau Günzburg den Bau von insgesamt 25 Schützenheimen unterstützen. Ebenso wie der Schießsport liegen mir auch viele andere Vereine wie z.B. Musik oder Obst- und Gartenbau sehr am Herzen.

Manfred Kögl: Die Ruhe und Konzentration am Schießstand hilft mir dabei, völlig abzuschalten und meinen Kopf wieder frei zu bekommen. Somit ist der Schießsport für mich der ideale Ausgleich zum manchmal hektischen und stressigen Tagesgeschäft.

Bitte beenden Sie beide folgenden Satz: Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, vermisse ich am meisten…

 

Adolf Kögl: … die schöne Schulzeit und vor allen Dingen die Zeit, als mein Vater aus Russland heimgekehrt ist. Er hat meinen Werdegang sehr stark geprägt und von ihm habe ich gelernt, dass an erster Stelle die Arbeit steht und erst danach das Vergnügen.

Manfred Kögl: … die jugendliche Unbeschwertheit und vor allen Dingen die Zeit, sich intensiv um Freunde und Hobbies kümmern zu können.

 Was verbinden Sie jeweils persönlich mit der Region Bayerisch-Schwaben?

Adolf Kögl: Diese Region ist für die Familie Kögl seit Generationen Heimat. Ich bin hier in der Kriegszeit aufgewachsen, zur Schule gegangen und habe meine berufliche Laufbahn begonnen. Besonders die bodenständige bayerisch-schwäbische Bevölkerung schätze ich sehr.

Manfred Kögl: Zum Leidwesen meiner Frau zunächst einmal die leckere bayerisch-schwäbische Küche. Dann natürlich auch Fleiß, Sparsamkeit und die für mich optimale geographische Lage - egal ob geschäftlich oder privat.

Ganz spontan in 15 Sekunden: 3 tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben / der Region?

Adolf Kögl: Dr. Georg Simnacher, Dr. Theo Waigel und aus Bayern vor allem Franz Josef Strauß.

Manfred Kögl: Sebastian Kneipp, Rudolf Diesel und ganz besonders meine Großmutter.

 

Welche Eigenschaften schätzen Sie jeweils an dem anderen?

Adolf Kögl: Dass sich Manfred für den Fortbestand des Unternehmens so unermüdlich engagiert. Außerdem freut mich sehr, wie sich bereits die Enkel für den Betrieb interessieren und in Schule bzw. Ausbildung einsetzen.

Manfred Kögl: Ich bewundere an meinem Vater insbesondere seine Energie. Auch heute ist er noch den ganzen Tag im Betrieb und steht mir bei verschiedensten Dingen mit Rat und Tat zur Seite.

Ein Blick in die Glaskugel: Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in 5 Jahren? Wo sehen Sie sich selbst in 5 Jahren?

 

Adolf Kögl: Die KÖGL GmbH wird sich durch kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender und die Einführung neuer Produkte weiterhin als führender Hersteller in den Bereichen Betriebs-, Lager- und Fahrzeugeinrichtungen am Markt behaupten können. Mein persönlicher Wunsch ist, dass ich gesund bleibe, bis der erste Enkel in die Firma eintritt.

Manfred Kögl: In 5 Jahren sind wir hoffentlich mit der Marke „FLEXMOTM“ auf dem Sprung unter die Top 3 Anbieter im Bereich der Fahrzeugeinrichtungen und ich persönlich darf bereits mit dem ersten meiner drei Söhne gemeinsam in der Firma tätig sein. Auf jenen Tag freue ich mich schon jetzt, wenn alle 3 Generationen unter einem Dach die KÖGL GmbH führen werden.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Adolf Kögl: Wer schafft und werket Tag für Tag, dem wird das Werk gelingen und geraten. Der Neider sieht nur das Blumenbeet, und nicht den schweren Spaten.

Wer ist Ihr wichtigster Rückhalt?

Manfred Kögl: Bei dieser Frage darf ich endlich meiner Frau Danke sagen, dass sie mir sowohl beruflich wie auch privat den Rücken freihält und somit auch einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg unseres Unternehmens leistet.

 

 

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