101 Köpfe | 24.02.2011

Richard Fank, Vorsitzender der Kreissparkasse Augsburg
Richard Fank ist Vorsitzender der Kreissparkasse Augsburg. Er verrät, wie die Kreissparkasse zur "Energiesparkasse" wurde und ob er tatsächlich seinen Traumjob gefunden hat.
Name: Richard Fank
Alter: 56
Position: Vorstandsvorsitzender
Unternehmen: Kreissparkasse Augsburg
Hobbies: Radeln, Segeln, Skifahren, Kulturreisen
Die Modernisierung der Hauptgeschäftsstelle in der Innenstadt Augsburg war ein Teil Ihrer Neupositionierung als „Energiesparkasse“. Wie wichtig ist es Ihnen auch das umzusetzen, was Sie Ihren Kunden empfehlen?
Als Energiesparkasse besetzen wir ein Thema, das Menschen und Unternehmen stark beschäftigt und unsere Zukunft maßgeblich bestimmen wird. Weltweit steigt der Energieverbrauch an, die Rohstoffe werden knapp und die Kosten für Energie steigen. Die Kreissparkasse will hier Vorbild sein. In Augsburg und Schwabmünchen speisen wir unseren Energiebedarf teilweise aus eigenen Solaranlagen. Wir sind stark in der Beratung zu staatlicher Förderung bei energetischer Modernisierung und haben in den vergangenen zwei Jahren unsere Zentrale energetisch auf einen modernen Stand gebracht.
War der Job als Vorstandsvorsitzender schon immer Ihr Berufsziel oder Ihr „Traumjob“?
Es ist ein Traumjob, insbesondere in der Kreissparkasse Augsburg mit ihrer starken Unternehmenskultur und dem starken Zusammenhalt unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Alle sind sehr am Kunden interessiert, nehmen Neues auf, setzen konsequent und mit hohem Engagement um.
Ihr laufender Vertrag bis Juni 2011 wurde vorzeitig verlängert. Damit wird weiter auf Kontinuität gebaut. Welche Ziele haben Sie sich für die Entwicklung der Kreissparkasse in den nächsten 5 Jahren gesetzt?
Wir wollen weiter an einer guten Beratung und einem guten Service für unsere Kunden arbeiten. Qualität und Vertrauen sind die Basis unseres Geschäfts, das wollen wir weiter stärken. Die Kreissparkasse steht vor Herausforderungen am Markt und vor weiteren aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Auf die bereiten wir uns vor, indem wir uns fit und schlank aufstellen und unsere Kunden in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen.
Auf welche Eigenschaften bzw. Werte legen Sie in Ihrem Job als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Augsburg besonders wert?
Vertrauen ist für mich ein zentraler Wert, den es zu pflegen und weiterzuentwickeln gilt. Außerdem ist es notwendig, Neues aufzunehmen, zu bewerten und zu entscheiden. Die Kreissparkasse Augsburg ist für unsere Region da, das bedeutet auch persönliches Engagement für die Gemeinschaft und für soziale Projekte und Institutionen wie den Bunten Kreis.
In den letzten Jahren war es das Wort „Krise“, dass oft mit dem Wort „Bank“ in einem Atemzug genannt wurde. Wohin geht die Entwicklung 2011? Gibt es einen „Finanztrend“, der momentan absehbar ist?
Ich beobachte eine Rückbesinnung zu den traditionellen Werten. Sowohl bei den Kreditnehmern, die erkannten, dass regional verankerte Sparkassen Stabilität bedeuten, als auch bei den Anlegern, die die Sicherheit einer Sparkasse schätzen. Zudem wird bei Wertpapieranlagen immer mehr auf Nachhaltigkeit und auf Sicherheit geachtet.
Was macht den Standort Augsburg so besonders?
Wir haben hier ein einzigartiges Potential: Produktion, Forschung, neue Technologien verbunden mit einer sehr guten Infrastruktur und sehr motivierten und gut ausgebildeten Beschäftigten.
Ganz spontan in 15 Sekunden: 3 tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben / der Region?
Franz Xaver Egger, Pfarrer von Dinkelscherben, der vor 155 Jahren die Grundlage für unsere Kreissparkasse gelegt hat.
Jakob Fugger, der Reiche, der als Gründer der Fuggerei noch heute vielen Stiftern als Vorbild gilt.
Rudolf Diesel, der zwar kein guter Kaufmann, aber ein tüchtiger Ingenieur und genialer Erfinder war.
Blick in die Region: drei Vor- und drei Nachteile der Region Bayerisch-Schwaben?
Bayerisch-Schwaben ist ein attraktiver Standort mit einer guten Mischung in der Wirtschaft und einer tüchtigen und aktiven Bevölkerung
Die Region dürfte gerne selbstbewusster auftreten und sich dementsprechend nach außen präsentieren. Potenzial sehe ich außerdem in der Bahnanbindung.
Ein Blick in die Glaskugel: Wie wird Bayerisch-Schwaben in 5 Jahren dastehen? Welche Entwicklung wird es durchlaufen?
Durch neue Werkstoffe und den Innovationspark werden wir es schaffen, den Technologiestandort zu stärken und damit attraktiv für neue Bewohner und Unternehmen zu sein. Begleitet wird dies durch ein buntes und gutes Kulturangebot.
Warum sind die Sparkassen so wichtig?
Durch ihre dezentrale Struktur und ihre Verantwortung sind sie unverzichtbar für die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Region. Gäbe es sie nicht, müssten wir sie heute erfinden.

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