Folge 22: Heinz Mergel, Industriepark Gersthofen

Industrie im Park

101 Köpfe | 28.01.2011

Heinz Mergel_Portrait 1_Juli 2009
Heinz Mergel_Portrait 1_Juli 2009

Heinz Mergel, neuer Leiter des Industrieparks Gersthofen, über Herausforderungen als Geschäftsführer und die Besonderheiten am Standort Gersthofen.

Name: Heinz Mergel
Alter: 52
Position: Geschäftsführer der IGS und Leiter des Industrieparks Gersthofen
Unternehmen: Industriepark Gersthofen Servicegesellschaft mbH
Hobbies: Sportliche Aktivitäten (Beachvolleyball, Bergwandern, Badminton, Tennis, Fahrradfahren, Kegeln), Familie

 Herr Mergel, der Industriepark Gersthofen umfasst mittlerweile 12 Unternehmen und über 1.400 Mitarbeiter. In welchen Kernbereichen sind Sie tätig?

Die IGS ist unabhängiger, ganzheitlicher Betreiber des Industrieparks Gersthofen und Anbieter von Infrastruktur und Serviceleistungen. Zu unserem Kerngeschäft gehören die Energie- und Medienversorgung sowie Leistungen rund um Umweltschutz und Sicherheit.

Was verbirgt sich hinter dem Kürzel ESHA-Services?

ESHA steht für „Environmental, Safety, Health Affairs“, wir meinen damit alle Leistungen rund um die Themen Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz.

Auch persönlich gilt Ihr Interesse den Themen Energie-Management und Kraft-Wärme-Kopplung. Was fasziniert Sie an dieser Thematik und welche Bedeutung werden diese Bereiche in den nächsten Jahren haben?

Im Themenbereich Energie-Management geht es primär um die effiziente Nutzung knapper werdender Ressourcen, damit sind vor allem die fossilen Brennstoffe gemeint. Mit optimalen Umwandlungswirkungsgraden und dem Einsatz von Ersatzbrennstoffen (EBS) in unserer hoch effizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlage tragen wir diesem Thema vorbildlich Rechnung. Ersatzbrennstoffe sind aufbereitete Abfälle, die nach einer funktionalen Nutzung einer thermischen Verwertung zugeführt werden.

Der Industriepark Gersthofen gehört mit 130 Lehrlingen in 8 Berufen zu den größten Ausbildungsbetrieben im Landkreis Augsburg. Welchen Stellenwert nehmen die Bereiche Aus- und Weiterbildung innerhalb Ihres Unternehmens ein?

Unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung in Deutschland ist die Ausbildung eigener Fachkräfte für uns und die Unternehmen im Industriepark eine Investition in die Zukunft. Bei der IGS werden junge Menschen für den eigenen Bedarf und im Auftrag der Standortunternehmen ausgebildet. Die umfassende Ausbildung in acht Berufen übernehmen wir auch für Unternehmen in der Region, die zwar gern ausbilden würden, aber denen zum Beispiel die technische Ausstattung dafür fehlt.

Was macht den Standort Gersthofen so besonders und welche Standort-Services werden von Ihnen bedient?

Der Industriepark Gersthofen steht seit mehr als hundert Jahren für Kompetenz in Chemie. Daher eignet er sich besonders als Standort für die prozessorientierte chemische Industrie mit hohem Energiebedarf, belasteten Abwässern und Störfallbetrieben. Die IGS als Standortbetreiber bietet neben einer außergewöhnlichen Infrastruktur günstige Energiepreise (durch den Einsatz von Ersatzbrennstoffen), eine speziell ausgebildete Werkfeuerwehr und eine auf die Bedürfnisse des Standortes abgestimmte Kläranlage. Der Werkschutz, unser Bahnbetrieb, die Werksärztliche Abteilung und ein Betriebsrestaurant runden das Angebot ab, so dass keine Wünsche offenbleiben.

Wo sehen Sie die IGS in 5 bis 10 Jahren?
Welche Entwicklungen streben Sie an?

Wir wollen mit unserem speziellen Know-how im ganzheitlichen Industrieparkbetrieb und unseren Kernkompetenzen im Bereich der effizienten Energieversorgung weiter profitabel wachsen. Dazu gehören unter anderem die Erweiterungsflächen im Norden des Industrieparks, die wir zur Ansiedlung energieintensiver Industrien nutzen wollen. Darüber hinaus sehen wir ein Geschäftsfeld in der Übernahme von Betriebsführungen von Energieversorgungsanlagen außerhalb des Industrieparks.

Welche Tätigkeitsbereiche machen Ihnen als Geschäftsführer der IGS im täglichen Berufsumfeld am meisten Spaß?

Der Umgang mit Menschen, die tägliche Motivation, die Nähe zum operativen Geschäft und die unternehmerischen Freiheiten, wenn es um die strategische Weiterentwicklung des Industrieparks geht.

Was verbinden Sie persönlich mit den Begriffen Heimat und Region?

Verbundenheit, Verantwortung, Wohlfühlen

Stichwort „Energie-Effizienz“ – Welche Weichen sollten in diesem Bereich in naher Zukunft gestellt werden?

Besonders wichtig sind für mich die Nutzung dezentraler Erzeugungsanlagen sowie Konzepte zur Vermeidung von Leitungsverlusten. Der bewusste und effiziente Einsatz von Energien in allen Bereichen ist die Basis für eine nachhaltige Ressourcenschonung und bezahlbare Energiekosten in Deutschland. Energieaudits und Energieeinsparkonzepte sollten in jedem Unternehmen durchgeführt werden.

Ganz spontan in 15 Sekunden: 3 tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben / der Region?

Dr. Andreas Kopton (Präsident der IHK Schwaben), Landrat Martin Sailer, Andreas Rettig (Geschäftsführer/Manager des FCA)

Blick in die Region: drei Vor- und drei Nachteile der Region Bayerisch-Schwaben?

Vorteile:
Hohe Identifikation der Menschen mit der Region und der Mitarbeiter mit ihren Unternehmen,
Verantwortungsbewusstsein der Kommunalpolitiker,
professionelle Gelassenheit.

Nachteile:
Oft konservative Grundhaltung,
starre Strukturen,
eingegrenzte Kommunikationsfähigkeit.

Herr Mergel, bitte beenden Sie folgenden Satz: Für die nächsten 5 Jahre wünsche ich mir privat….

Gesundheit, intaktes privates Umfeld, positive Entwicklung der Kinder und eine weiter angenehme kooperative Zusammenarbeit im Unternehmen.

Was würden Sie – falls möglich – anders machen in Ihrer privaten und beruflichen Entwicklung?

Grundsätzlich würde ich keine anderen Entscheidungen treffen; allerdings würde ich dafür sorgen, dass mehr Zeit für die Familie und für die Lebensqualität bleibt.

 

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