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Folge 37: Torsten Keller, City-Galerie Augsburg

Folge 37: Torsten Keller

Sich als Mann ständig mit dem Thema Shoppen zu beschäftigten, ist ungewöhnlich? Für Torsten Keller nicht. Der Centerleiter der City-Galerie verrät sein Erfolgsrezept, welche Herausforderungen er täglich meistert und warum er gerne 1 Monat mit Angela Merkel die Rolle tauschen möchte.

Alter: 41
Position: Center Manager der „City-Galerie“
Unternehmen: ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG
Hobbies: Motorradfahren, Städtereisen

Erst vor kurzem feierte die „City-Galerie“ in Augsburg ihr 10-jähriges Jubiläum. Was macht das Einkaufen dort so besonders?

Die große Auswahl an Fachgeschäften, angenehmes Ambiente, viele Service-Angebote, 2000 kostengünstige Parkplätze und regelmäßige Events. Die können die Besucher einfach beim Shoppen kostenfrei als echten Mehrwert genießen.

Welche Herausforderungen müssen Sie als Centerleiter täglich meistern?

Wir wollen optimale Rahmenbedingungen für unsere Besucher und gleichzeitig auch für unsere Mieter schaffen. Sie stellen sicher, dass wir uns stets positiv vom Wettbewerb abheben. Aus diesem Grund kümmern wir uns täglich um alle kleineren und größeren Dinge, welche dafür notwendig sind. Unser Motto ist dabei ganz simpel: Die City-Galerie muss immer „hell, sicher, sauber und stets freundlich“ sein.

Um erfolgreich sein zu können, müssen Sie alle Beteiligten zufriedenstellen – Kunden, Verkäufer und Investoren. Was ist Ihr Erfolgsrezept für den Spagat zwischen Beständigkeit auf der einen und Wachstum sowie Veränderungen auf der anderen Seite?

Wir sind täglich vor Ort und sind damit ständig am Puls der Menschen, die zu uns kommen. Unsere Aufgabe ist es dabei, eine einfache Kettenreaktion am laufen zu halten: Wenn die Besucher zufrieden sind, dann kommen diese gerne und oft zu uns - und sorgen in den Geschäften für gute Umsätze. Wenn die Umsätze gut sind, dann sind die Mieter erfolgreich und bereit, angemessene Mieten zu bezahlen. Wenn die Mieten zuverlässig bezahlt werden und angemessen sind, dann sind auch die Eigentümer zufrieden und geben uns die Freiheit, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

Spätestens alle 10 Jahre nutzen wir dann die Gelegenheit die grundsätzliche Ausrichtung des Centers neu festzulegen. Denn: dann laufen die Mietverträge aus und wir haben die Möglichkeit auch größere Veränderungen vorzunehmen.

Ursprünglich kommen Sie aus dem Raum Stuttgart. Seit 2010 sind Sie in Augsburg Centerleiter. Was gefällt Ihnen persönlich an Ihrer Wahlheimat am besten?

Ich finde die Region Augsburg insgesamt sehr attraktiv und lebenswert. Sowohl meine Familie wie auch ich haben uns hier sehr schnell eingelebt. Neben den ganzen Dingen die unsere Region selbst zu bietet hat (kulturell, landschaftlich, im sportlichen Bereich, usw.) ist man schnell in den Bergen und was für uns ganz interessant ist, wir sind auch schnell bei unserer Familie, die immer noch in der Nähe von Stuttgart lebt.

Werfen wir einen Blick auf die internationale Einkaufswelt: Haben Sie ein Lieblingseinkaufszentrum? Und wenn ja, warum ausgerechnet dieses?

Ich schaue mir natürlich schon von Berufs wegen gerne Einkaufscenter an und es gibt einige die sich abheben. Für mich sind dabei Einkaufscenter spannend, die ihre ganz eigenen Highlights haben. Ich war z.B. sehr überrascht, dass sich unter dem Louvre in Paris ein Einkaufscenter etabliert hat. International ist vor allem die Größe und das riesige Angebot beeindruckend. Blue Water in London hat z.B. über 155.000 m² Verkaufsfläche, 330 Geschäfte, 13.000 Parkplätze, ein Kino mit 13 Sälen usw.. Das Ganze ist dann auch noch ansprechend verpackt und macht das Center schon zu etwas besonderem in Europa.

Für mich persönlich muss ein Einkaufscenter „nur“ ein Auswahl an Geschäften haben, die mich anspricht und das Ganze noch mit einer angenehmen Atmosphäre verbinden. Dann bin ich als Kunde zufrieden. Im Moment liegt da die City-Galerie Augsburg für mich mit ganz vorne.

Bleiben wir beim Thema Einkaufen: Was war Ihr schönster Frust-Kauf?

An solch einen Frustkauf kann ich mich nicht erinnern. Für mich sind die besten Einkäufe die ganz ungeplanten. Ich schaue mir ein Einkaufscenter an, sehe einen schönen Laden, stöbere darin herum und finde, ohne dass ich es gesucht habe, ein neues Lieblingsteil.

Ein Blick in die Zukunft: Was sind in den nächsten 10 Jahren die Anforderungen an einen erfolgreichen Einzelhandel?

„Handel ist Wandel“, daher wird es immer wichtig sein, am Puls der Kunden zu bleiben und das Angebot an die Wünsche anzupassen. Wer stehen bleibt hat garantiert verloren. „Grundwerte“ wie ein gepflegte Erscheinungsbild, attraktive Serviceangebote, die Vermittlung eines Gefühls von Sicherheit und ein angenehmes Ambiente werden Bestand haben.

Und was macht Torsten Keller in 5 Jahren? Welche Ziele hat er verwirklicht?

Er hat die Umstrukturierung der City-Galerie, die in 2011 begonnen hat, erfolgreich abgeschlossen und das Center weiter als erfolgreichen Einzelhandels-Standort gefestigt und ausgebaut. Ob er den 15. Geburtstag der City-Galerie auch noch organisiert und begleitet, entscheidet letztlich seine Geschäftsleitung. Denn: Der Standortwechsel gehört leider zum Berufsbild des Center-Managers . Ich würde mich in jedem Fall freuen, auch den nächsten Geburtstag des Centers organisieren und feiern zu können.

Wenn Sie die Chance hätten, mit einer Persönlichkeit für 1 Monaten die Rollen zu tauschen – auf wen würde Ihre Wahl fallen und warum?

Frau Merkel.

Ich würde gerne mal wissen, wieviele Entscheidungen man als führender Politiker eines Landes und Europas tatsächlich frei treffen kann, und wo man durch Rahmenbedingungen so eingeschränkt ist, dass dies überhaupt nicht möglich ist.

Ganz spontan in 15 Sekunden: 3 tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben?

Frau Holland sen. (Unternehmertum und Menschlichkeit toll vereint)

Silvano Tuiach (er nimmt den Augsburger so amüsant aufs Korn)

Duanne Moeser (Erfolgreicher Sportler und Identifikationsfigur, der ohne Berührungsängste auf die Menschen zugeht)

Der Arbeitsalltag eines Center-Managers ist sehr vielseitig aber auch sehr arbeitsintensiv. Macht der Job da eigentlich noch Spaß?

Ja! Wenn man etwas gerne macht, ist die Intensität nicht der entscheidende Faktor. Die Möglichkeiten die man hat etwas zu bewegen und für seinen Standort zu tun machen die Aufgabe reizvoll.