Logistik | 01.04.2009

Schienennetz, Quelle: Deutsche Bahn
IHK-Umfrage zur europäischen Bahn-Schnellstrecke Paris-Budapest: Drei Viertel würden häufiger oder viel häufiger den Zug nutzen.
Fast drei Viertel der Unternehmen entlang des deutschen Teilstücks der Bahn-Magistrale Paris-Bratislava/Budapest wären bereit, häufiger oder viel häufiger den Zug zu nutzen, wenn die Strecke wie geplant ausgebaut und die Züge damit deutlich schneller wären als heute. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern (IHKs) Schwaben (Augsburg), für München und Oberbayern, Ulm und Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem EWAS-Institut (Hannover). Das Ergebnis unterstreicht nach Auffassung der Kammern entlang der „Magistrale“ eindrucksvoll den Bedarf für eine durchgehende Hochgeschwindigkeitsverbindung. Anlässlich der „Magistrale“-Tagung an diesem Mittwoch in Stuttgart erneuerten die Kammern ihre Forderung nach einem raschen Ausbau vor allem der deutschen Abschnitte dieser zentralen Strecke unter den trans-europäischen Netzen (TEN-Projekte der EU). Die Ergebnisse im Einzelnen:
Personenverkehr
Von den antwortenden Unternehmen aus der Region (IHK Schwaben) haben 82 Prozent Geschäftsverbindungen in die deutschen Magistrale-Städte, 48 Prozent nach Österreich, 30 Prozent nach Ungarn oder in die Slowakei und 22 Prozent nach Frankreich. Dies sind jeweils einige Prozentpunkte mehr als im Schnitt der Kammern am deutschen Abschnitt. Für viele Firmen aus der Region ist dabei die Bahn ein Verkehrsmittel der Wahl: Von jenen, die Geschäftskontakte nach München und Stuttgart haben, nutzen jeweils zwei Drittel zumindest regelmäßig (d.h.: zu zehn bis „über 50 Prozent“) den Zug ab Augsburg, nach Ulm und Karlsruhe jeweils rund 40 Prozent. Es folgen Paris und Salzburg mit je einem Drittel. - Hinzu kommen Firmen aus Westschwaben und dem Allgäu, die angegeben haben, Ulm als Zustieg zu nutzen. Bei schnelleren Verbindungen würden aus der Region 73 Prozent der Unternehmen „steigend“ oder „stark steigend“ auf die Bahn setzen. Die Werte in den anderen IHK-Bezirken liegen ähnlich. Die Zahl hebt die Bedeutung kürzerer Fahrzeiten hervor: Das Angebot mit heute stündlich einem ICE und einem Intercity pro Richtung auf dem deutschen „Kernstück“ zwischen Stuttgart und München ist bereits gut. Die ICE-Neubaustrecke Stuttgart-Ulm würde 26 Minuten Zeitersparnis bringen. Außerdem sollen nach Fertigstellung des viergleisigen Ausbaus Augsburg-München Ende 2010 die ICEs um zehn bis 13 Minuten schneller werden, weil der „Baustellenzuschlag“ aus dem Fahrplan verschwindet. Die IHK Schwaben spricht sich auch für eine Beschleunigung zwischen Ulm und Augsburg aus.
Güterverkehr
30 Prozent der Unternehmen aus allen Kammerbezirken transportieren Güter in die deutschen Magistrale-Städte, aus Bayerisch-Schwaben haben dies sogar 47 Prozent angegeben. Jedes dritte Unternehmen fährt Güter aus der Region nach Österreich (oder umgekehrt), jedes fünfte nach Frankreich, jedes sechste nach Ungarn oder in die Slowakei. Etwa ein Viertel der Unternehmen nutzt dabei regelmäßig auch die Bahn. Von den Unternehmen, die Güter per Bahn verschicken oder erhalten, nutzen 68 Prozent Kombiverkehr (in der Regel Container), 62 Prozent Einzelwagen und 19 Prozent Ganz-Züge (vor allem für Öl und Ölprodukte). Stückgüter und Maschinen/Fahrzeuge werden dabei am häufigsten auf die Schiene gesetzt.
Achse für die regionale Wirtschaft
Die „Magistrale für Europa“ schafft aus Sicht der regionalen Unternehmen eine wichtige Verbindung in bedeutende Wirtschaftsräume: Fast ein Fünftel (19,1 Prozent) aller Ausfuhren aus Bayern gehen nach Angaben des Statistischen Landesamtes in die drei Magistrale-Länder Österreich, Ungarn und Frankreich (Zahl für 2007); 21,3 Prozent der bayerischen Importe kommen von dort. In Bayern liegt die Einfuhr allein aus Österreich (14,3 Milliarden Euro im Jahr 2007) höher als jene aus China. Auch von den bayerischen Direktinvestitionen fließen 19,5 Prozent (2006) in die drei Staaten an der Magistrale.
Die Helden des regionalen Mittelstandes – wir haben sie aufgespürt und lüften ihre Erfolgs-geheimnisse.
Aktuell: B4B SCHWABEN hat den Geschmacks-Test bei der Eduard Edel Bonbonfabrik gemacht.
Der betriebliche Alltag steckt voller Fragen und Herausforderungen in Sachen IT. Die Antworten finden Sie in unserem neuen B4B SCHWABEN CROSSMEDIA GUIDE.
Lernen Sie Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben kennen!
Aktuell: Dr. Michael Proeller ist nicht nur CEO bei Erhard + Leimer, sondern auch gebürtiger und leidenschaftlicher Augsburger. Im 101-Köpfe Interview spricht er über Beruf und Privates.

Firmenporträts erfolgreicher Unternehmen in Bayerisch-Schwaben, Reporte zu Zukunftsbranchen und Analysen zu Perspektiven der Region.
Mittelstand und Börsengang
Gerade erfolgreiche mittelständische Unternehmen, die expandieren wollen oder ihre Forschung und Entwicklung intensivieren möchten, benötigen ausreichend Kapital. Der Königsweg ist die Finanzierung über ausreichend Eigenkapital.

Die aktuelle Ausgabe
„Bayerisch-Schwäbische Wirtschaft“
jetzt online zum Blättern!