Logistik | 09.12.2010
Deutschland ist noch Nummer eins bei Verkehrsinfrastruktur. Doch dies wird sich ändern, wenn man der MAN Studie Glauben schenkt.
Die globalen Warenströme brauchen Platz: Experten erwarten, dass sich die Transporte in Europa bis 2030 gegenüber 2005 verdoppeln werden. Mehr als 75 Prozent rollen dann über die Straßen. Eine gewaltige logistische Herausforderung, der sich Politik und Wirtschaft schon heute stellen müssen. MAN wollte wissen, wie die internationale Transport- und Logistikbranche darauf reagiert und wo der größte Handlungsbedarf besteht. Dazu wurden in Kooperation mit Economist Intelligence Unit 220 leitende Angestellte dieser Unternehmen aus zehn Ländern in einer repräsentativen Umfrage für die aktuelle Studie „Keeping traffic flowing, Transport efficiency to 2030“ befragt.
In die Infrastruktur muss investiert werden
Christopher Watts, Autor der Economist-Studie: „Ohne mehr Investitionen in die Infrastruktur droht der Verkehrsinfarkt. Dieser wird weitreichenden wirtschaftlichen Konsequenzen haben. So fallen allein in Großbritannien schon heute jährlich staubedingte Kosten zwischen acht und neun Milliarden Euro an. Staus belasten außerdem durch den höheren Treibstoffverbrauch die Umwelt.“
Warum wird nichts verbessert
Größtes Hemmnis für eine Verbesserung des Transportsystems ist nach Ansicht der Manager die unzureichende staatliche Effektivität (46 Prozent). Fehlendes politisches Interesse (40 Prozent), die Politisierung der Prioritäten (39 Prozent) sowie das Fehlen öffentlicher Gelder (37 Prozent) gehören auch dazu. Nur 11 Prozent der Befragten sahen keine Hinderungsgründe. Um ihre Transporte effizienter und günstiger zu organisieren setzen Logistiker unter anderem auf intelligente Logistik- (63 Prozent) und moderne IT-Systeme (47 Prozent), die das Umfahren von Staus ermöglichen.
Mangelnde Infrastruktur ist Hauptrisiko der Lieferkette
Neben Brasilien wurden für die Studie auch die anderen BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) untersucht. Ebenfalls im Fokus dieser Untersuchung standen Länder der Europäischen Union (Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Polen) und Südafrika. Obwohl diese Staaten vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen stehen, eint ihre Transport- und Logistikunternehmen doch eins: Sie sehen mangelnde Infrastruktur in den kommenden fünf Jahren als Hauptrisiko für ihre Lieferketten.
Frankreich bald vor Deutschland
Bei der Qualität und Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur steht Deutschland laut Studie (noch) auf Platz eins. Allerdings schneidet Frankreich bei den Investitionen ins Straßennetz besser ab als Deutschland. Die Studie „Keeping traffic flowing, Transport efficiency to 2030“ gibt tiefe Einblicke in die zehn betrachteten Ländern. Die komplette Studie ist verfügbar unter www.man.de/MAN/de/Presse/ .
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