IHK Schwaben

IHK drängt auf zügige Fortschritte bei der Mobilitätsdrehscheibe

Logistik | 28.05.2010

Königsplatz Augsburg, Foto: B4B SCHWABEN
Königsplatz Augsburg, Foto: B4B SCHWABEN

Regionalversammlung für Stufenlösung am Königsplatz: Zehn Eckpunkte für eine

sinnvolle Umsetzung des Ideenwettbewerbs.

Für das Gesamtprojekt Mobilitätsdrehscheibe darf es nach Auffassung der IHK keine weiteren Verzögerungen geben. „Wir sehen keinen Sinn und erkennen keinen möglichen positiven Nutzen in einer weiteren Verzögerung durch neu aufgelegte Debatten“, erklärte der Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung, Ernst Holme, am 28. Mai 2010. In der unübersichtlich gewordenen politischen Situation empfehle sich ein „abgestuftes Vorgehen.“ Beispielsweise mit einem vorübergehenden „Bypass“ am Königsplatz, um die noch offenen Fragen im Prozess beantworten zu können und weitere Optionen für die Umsetzung offen zu halten.

„Zu viele Köche verderben den Brei“

„Die jetzt losgetretene Tunnel-Diskussion bringt uns nicht weiter. Sie droht am Ende nur dazu zu führen, dass auch der Bahnhofs-Umbau scheitert“, warnte Holme. Die Unternehmer begrüßten die Bemühungen der Stadt, das Gesamtprojekt nun schnell voranzubringen. Dies sei auch notwendig, um den Hauptbahnhof-Umbau, und die Bezuschussung nicht zu gefährden. Die IHK-Regionalversammlung sprach sich als „Königsweg“ für den Königsplatz für eine Stufen-Lösung aus: Zunächst müsse ein Bypass zwischen Konrad-Adenauer-Allee und Fuggerstraße verbleiben; erst nach der Umsetzung eines Tangenten-Systems sei es denkbar, die Verbindung vom Königsplatz zur Fußgängerzone autofrei zu machen. Um diese Option offen zu halten, müsse ggf. das Haltestellendreieck verschoben werden. Weitere zur Diskussion gestellte Vorschläge bremsten bisher die Planungen nur. Besonders weil sie bereits beschlossene Umbaumaßnahmen, wie die am Bahnhof, kippen wollen.

Die IHK-Regionalversammlung verabschiedete die folgenden zehn Eckpunkte:

1. Die Augsburger Wirtschaft begrüßt die intensiven Bemühungen der Stadt

Augsburg zur Prüfung unterschiedlicher Planungsvarianten für die Ausgestaltung

der Mobilitätsdrehscheibe und deren Bereitschaft auch verschiedentlich bereits

vorgebrachte Anregungen zu berücksichtigen.

2. Die Augsburger Wirtschaft sieht höchste Priorität bei der Realisierung der

Mobilitätsdrehscheibe am Hauptbahnhof. Sie ist daher überzeugt, dass alle

Überlegungen, die jetzt im Zusammenhang mit dem Königsplatz angestellt

werden, sich diesem Ziel unterordnen sollten.

3. Im Mittelpunkt der Unternehmensinteressen steht der Nachweis einer weitgehend

unproblematischen Erreichbarkeit der Innenstadt auch im Individualverkehr.

Voraussetzungen dafür sind

- der Nachweis der Leistungsfähigkeit der Kaiserhof-Kreuzung, die wohl nur

unter erheblichen Investitionsaufwand erreicht werden kann.

- der Nachweis der Leistungsfähigkeit auch in den übrigen Bereichen, vor allen Dingen am Theodor-Heuss-Platz und bei der Wiedereinfädelung in das bisherige System der Straßenführung nördlich der Fuggerstraße.

4. Die Erreichbarkeit bestehender Parkhäuser muss gesichert bleiben.

5. Die in Erwägung gezogene Erweiterung der Parkmöglichkeiten, insbesondere in den östlichen Teilen der Altstadt, wird seitens der Wirtschaft begrüßt. Insgesamt darf es durch den Umbau der Maximilianstrasse keine Reduzierung des Parkraums geben. Die Wirtschaft legt Wert darauf, dass in Summa das Parkraumangebot für Kunden und Besucher zumindest in der bisherigen Quantität und Qualität gesichert bleibt.

6. Ganz grundsätzlich hält die Wirtschaft an dem unbedingten Erfordernis eines

funktionierenden Tangentensystems zur Entlastung des Innenstadtbereichs fest.

Wie der Wettbewerbssieger sieht sie darin die Voraussetzung für die ambitionierten

Maßnahmen der veränderten Verkehrsführung im Bereich Schießgrabenstraße/Schaezlerstraße.

7. Die Wirtschaft fordert die Stadt nach wie vor auf, ein System zu prüfen, das gerade auch angesichts der erheblichen Umbaumaßnahmen am Königsplatz stufenweise Lösungen vorsieht, die ggf. auf einen temporären Bypass am Königsplatz aufbauen. Dieser könnte gerade in der Umbauphase zu einer spürbaren Entlastung für den Individualverkehr führen.

8. Grundsätzlich abgelehnt wird die Etablierung eines Einbahnstraßensystems im Bereich Graben aufgrund der damit einhergehenden Belastung.

9. Oberste Priorität muss es auch für Außenstehende sein, die Erreichbarkeit der Innenstadt zu verstehen.

10. LBE und IHK bieten der Stadt eine enge Zusammenarbeit im Bereich des Baustellenmanagements an. Oberstes Ziel sollte es für alle Beteiligten sein, hier die Belastungen insbesondere für den innerstädtischen Einzelhandel, zu begrenzen.

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