Logistik | 11.08.2010
Die IHK begrüßt die Verbesserungen des ICE-Angebots für Augsburg. Für den Erfolg müssen aber noch Voraussetzungen erfüllt werden, vor allem in Richtung Allgäu.
Nach der Pressemeldung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie vom 11. August 2010 äußert sich die IHK Schwaben positiv. Das Vorhaben, dafür zu sorgen, dass „Bayerisch-Schwaben und Allgäu künftig noch besser an den Fernverkehr angebunden“ (PM 397/10) sind sei zu begrüßen. Die IHK Schwaben befürwortete die erheblich verbesserte ICE-Anbindung Augsburgs und Schwabens von Dezember an. Zunächst handelt es sich bei der Verbesserung um ein auf drei Jahre befristetes Angebot. Der Grund liegt in den Bauarbeiten an der Strecke Ingolstadt–München. Dies erklärte der bayerische Bahn-Konzernbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel anlässlich der ersten Vorstellung des Konzepts am 28. April 2010.
Vier Faktoren für den Erfolg
Eine längerfristige Verbesserung hänge von einer Steigerung der Nachfrage in Augsburg ab. Für den Erfolg des Angebots ist eine Reihe von Faktoren entscheidend. Eine weitere Verbesserung der Situation scheint hierbei unumgänglich.
Der Fall Allgäu
Um den Erfolg des Angebots zu sichern, muss die Verknüpfung der ICEs in Augsburg mit Regionalexpress-Zügen vom/ins Allgäu sichergestellt werden. Hierbei tun sich nach vorliegenden Informationen noch erhebliche Schwierigkeiten auf. Insbesondere ist das der Fall vom Allgäu aus Richtung Norden. „Es darf nicht sein, dass die neuen ICE-Halte in Augsburg am Ende als unwirtschaftlich bewertet werden, weil diese Züge für Reisende aus dem Allgäu kaum erreichbar sind und sie damit einen Teil des Kundenpotenzials links liegen lassen“, erklärte Alfred Kolb, Vorsitzender des IHK-Verkehrsausschusses. Deshalb seien noch Korrekturen am Fahrplan erforderlich. Nur mit guten Anschluss-Verbindungen werde die Verbesserung für Augsburg zu einem Vorteil für ganz Schwaben. Und weiterhin natürlich auch für den Tourismus-Verkehr ins Allgäu.
Allgäu-Franken-Express
Eine Folge des erweiterten ICE-Angebots ist der weitgehende Wegfall der „Allgäu-Franken-Express“-Züge an Wochentagen zwischen Augsburg und Nürnberg. Die Bevorzugung der ICEs dürfe aber weder zu neuen Lücken im Fahrplan führen. Auch eine insgesamt verschlechterte Situation auf der Relation Nürnberg–Oberstdorf bzw. –Lindau sei inakzeptabel. Zu den Zeiten, zu denen kein ICE fährt, müssten schnelle Regionalverbindungen bestehen bleiben. Auch dürfe die Anbindung Donauwörths nicht verschlechtert werden. Dort müssten zusätzliche ICEs anhalten. An der Grundidee des „Allgäu-Franken-Express‘“ solle außerdem festgehalten werden. Das Angebot müsse wieder „hochgefahren“ werden, wenn ICE-Züge auf die Strecke über Ingolstadt zurückverlegt werden.
Ausbau und Erschließung
Mit besonderem Nachdruck setzt sich die IHK für den Erhalt einer Spätabend- Verbindung von Nürnberg nach Augsburg ein. (Bisher: „Allgäu-Franken-Express“ ab Nürnberg um 22.33 Uhr). Ein solcher Zug müsse die wichtigen Anschlüsse für den Geschäfts- und Tagesreiseverkehr aus Richtung Hamburg/Hannover und Leipzig/Berlin herstellen. Weiterhin sollten möglichst viele der ICEs, die über Augsburg fahren, auch in München-Pasing halten. Somit könnte das Potenzial der Bahn Richtung Garmisch-Partenkirchen erschlossen werden.
Augsburg: Attraktiv für Langstrecken-Reisende
Mit Abschluss des Ausbaus Augsburg–München Ende 2011 müssten die ICEs dort wieder die kürzest mögliche Fahrzeit bekommen. Nur so würden auch Langstrecken-Reisende von und nach München gegebenenfalls den „Umweg“ über Augsburg (statt Ingolstadt) akzeptieren. Anders könnten die Züge nicht ausgelastet werden. Bahn und Freistaat (als Auftraggeber für den Regionalverkehr) seien gefordert, das Konzept über Augsburg hinaus zu einer spürbaren Verbesserung werden zu lassen. Es sei von höchster Wichtigkeit, dass das Angebot länger Bestand habe als nur drei Jahre: „Das neue ICE-Angebot muss die Chance bekommen, tatsächlich zu einem Erfolg zu werden“, so der IHK-Verkehrsausschussvorsitzende Kolb.
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