Expertentipps | 15.12.2009

Optimale Beleuchtung sorgt für Konzentration und Produktivität – so auch im Augsburger Atelier West. Bild: ott architekten
Ob in Verkaufsräumen, Büros oder Produktionshallen – Licht spielt stets eine bedeutende Rolle. Das schlägt sich auch in den Energiekosten nieder.
So entfallen zum Beispiel rund 40 Prozent der Stromkosten in einem Verwaltungsgebäude allein auf die Beleuchtung. Innovative Leuchtmittel und neue Beleuchtungskonzepte eröffnen interessante Einsparpotenziale.
Die Tage der klassischen Glühbirne
sind gezählt. Seit 1. September 2009 werden die ineffizienten Leuchtmittel stufenweise aus dem Verkehr gezogen. Nun heißt es umdenken und neue Wege beschreiten. Hersteller wie Osram oder Philips bieten mittlerweile eine breite Palette an Produkten und Anwendungsideen – optimal geeignet für unterschiedlichste Einsatzzwecke.
Richtiges Licht für mehr Umsatz
Der richtige Einsatz von Licht sorgt in Produktionsstätten für Sicherheit, am Büroarbeitsplatz für hohe Konzentration oder auf Verkaufsflächen für die ansprechende Präsentation der Ware. Er trägt letztlich dadurch auch zum Umsatz bei.
Dabei benötigen unterschiedliche Branchen verschiedene Beleuchtungslösungen. Das Licht in einem Lebensmittelgeschäft muss andere Anforderungen erfüllen als in einer Modeboutique. Ob für Fassade, Schaufenster, Eingang oder Verkaufsräume, an der Kasse, in der Umkleide, an der Theke oder im Kühlregal – das Lichtkonzept muss zur Aufgabe passen.
„Zudem lässt sich mit Energiesparlampen, die sich weder in Aussehen noch in der Fassungsgröße von Glühlampen unterscheiden, sehr lange sehr viel Strom sparen“, sagt Jürgen Baumgärtner, Energie-Experte bei den Stadtwerken Augsburg. „Moderne Leuchtstofflampen werden immer kompakter, lichtstärker und farbtreuer. Neue Halogenlampen können ohne Trafo an Netzspannung betrieben werden. Dazu kommen innovative Lösungen wie LEDs – kleine, aber extrem lichtstarke und langlebige Leuchtdioden.“ Moderne elektronische Steuergeräte erlauben die flexible Anpassung der Beleuchtung an spezielle
Bedürfnisse. Durch die Verwendung unterschiedlicher Lampenarten lässt sich eine völlig unterschiedliche Atmosphäre erzeugen.
Mit dem geeigneten Konzept sparen
„Viele Unternehmen unterschätzen die Kosten für ihre aktuelle Beleuchtung. Diese erscheinen nirgends gesondert und werden zum Teil oft fälschlicherweise Produktionsmaschinen oder IT-Geräten zugeschlagen. Dabei lässt sich mit moderner Beleuchtung viel einsparen“, erklärt Konrad Rebholz, Geschäftsführer der Elektro Rebholz GmbH und stellvertretender Innungsobermeister in Augsburg.
Ein Beispiel: Weit verbreitet werden zur Raumausleuchtung sogenannte T8-Leuchtstoffröhren verwendet. Allein der Einsatz von Reflektoren in Spiegelrasterleuchten reduziert den Energiebedarf bei gleicher Beleuchtungsleistung um 30 Prozent. Ein elektronisches Vorschaltgerät verringert diesen um weitere 20 Prozent. Zusätzliche zehn Prozent bringt das Umstellen auf moderne T5-Lampen. Setzt man nun auch noch auf tageslichtabhängiges Dimmen, können nochmals 20 Prozent mehr eingespart werden. Unter dem Strich erzielt die Summe der Maßnahmen eine Energieersparnis von 80 Prozent.
„Über den Einsatz geeigneter Technologien kann auch die zielgerichtete Kombination verschiedener Beleuchtungsarten Einsparungen erbringen und gleichzeitig die Lichtsituation noch weiter verbessern“, so Jürgen Baumgärtner. Beispielsweise sorgen in Büros T5-Leuchtstofflampen mit modernen, elektronischen Vorschaltgeräten für die Grundbeleuchtung. Ein Lichtsensor steuert die tagesabhängige Regelung und Bewegungsmelder reagieren, wenn der Mitarbeiter den Raum für mehrere Minuten verlässt. Via Fernbedienung oder Einbautaster lässt sich die Lichtsituation zudem den eigenen Vorlieben anpassen.
Die Praxis belegt die Möglichkeiten: So entwickelte der Lampenhersteller Philips für einen Lebensmittelmarkt ein Beleuchtungskonzept, das den Energiebedarf von rund 21 Watt pro Quadratmeter fast halbierte. Energieeffiziente Leuchtmittel wie TL5-Leuchtstofflampen, moderne elektronische Steuerung sowie LED-Leuchten mit hohem optischen Wirkungsgrad benötigen nun nur noch zehn Watt pro Quadratmeter. Dank des Austauschs von 5000 herkömmlichen Lampen durch innovative Halogenlampen des Wettbewerbers Osram spart ein großes deutsches Hotel mittlerweile rund 30000 Euro pro Jahr.
Energie sparen zahlt sich doppelt aus
Bedenkt man die Einsparungsmöglichkeiten, stellt sich die Frage, warum nicht jeder sein Beleuchtungskonzept modernisiert. „Wenn diese modernen Leuchten nicht so teuer wären ...“, lautet der oft geäußerte Einwand. Dabei werden aber meist nur die hohen Anschaffungskosten der modernen Leuchtmittel betrachtet. Die liegen noch weit über denen der herkömmlichen Leuchten. Konrad Rebholz hält entgegen: „Bezieht man Lebensdauer, Montage-, Wartungs- und Stromkosten in die Rechnung mit ein, wird deutlich, dass energieeffiziente, moderne Beleuchtung nicht nur die Umwelt schont und angenehmes Licht gibt, sondern sich mittelfristig auch in barer Münze auszahlt.“
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